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Wohltätig

Damit die Hoffnung Kreise zieht

Viele Menschen wollen der kleinen Miriam helfen, die am Rett-Syndrom erkrankt ist – auch mit einem Konzert.
Von Peter Hübl

Bezirksrätin Hannelore Langwieser (rechts) moderierte den Abend. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch (v.l.) sowie Christian und Margit Fackler mit ihrer Tochter Miriam. Foto: Hübl
Bezirksrätin Hannelore Langwieser (rechts) moderierte den Abend. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch (v.l.) sowie Christian und Margit Fackler mit ihrer Tochter Miriam. Foto: Hübl

Abensberg.Das war ein Abend der besonderen Art, nicht einfach nur ein Konzert von verschiedenen Chören und Gruppen. Mitwirkende und Zuhörer im gutgefüllten Pfarrsaal einte der Wunsch, mit dieser Veranstaltung etwas zu bewegen. Beizutragen, dass mit den Spenden die Rett-Forschung gefördert wird. Am Rett-Syndrom ist die kleine Miriam Fackler aus Riedenburg erkrankt, die mit ihren Eltern an diesem Abend in der ersten Reihe saß. Die Krankheit wird durch einen winzigen Gendefekt ausgelöst. Im Alter von ein bis zwei Jahren verlieren die Kinder, fast ausschließlich Mädchen, alle bisher erlernten Fähigkeiten.

Berührendes Schicksal

Das Wort „Hoffnung“ stand wie ein Leitwort über diesem Abend. Bianca Lucia Bauer, Initiatorin der Benefizaktion, freute sich über den guten Besuch und die Bereitschaft der verschiedenen Gruppen, den Abend zu gestalten. Heute gehe es um eine gute Sache und zwar für ein knapp dreijähriges Mädchen, dessen Schicksal sie sehr berühre. Durch ihren Beruf als Dorfhelferin habe sie die kleine Miriam als gesundes, fröhliches und aufgewecktes Baby kennen gelernt und begleitet. Seit dem ersten Lebensjahr leide Miriam nun am Rett-Syndrom und sei voll pflegebedürftig.

Zunächst kaum wahrnehmbar

Amtierender Bürgermeister Dr. Bernhard Resch meinte in Bezug auf das Leitwort des Abends, dass in der Märchenstadt Abensberg die Hoffnung auf Heilung wahr werden möge und damit für Miriam ein Märchen in Erfüllung gehe. Hannelore Langwieser, stellvertretende Landrätin und Behindertenbeauftragte des Bezirks Niederbayern, moderierte den Abend mit Herz.

Margit Fackler erzählte, dass es zunächst kaum wahrnehmbare Rückschritte in Miriams Entwicklung gewesen seien. Sie habe sich im ersten Lebensjahr normal entwickelt, konnte greifen, sprechen, laufen und selber essen. Das ging auf einmal nicht mehr, Gegenstände seien ihr aus der Hand gefallen, sie konnte nicht mehr selber essen. Anfangs habe man sie sogar geschimpft, weil sie „so faul“ sei. Es sind ja auch noch die beiden älteren Schwestern da. Dann habe man erkennen müssen, dass die Entwicklung rückläufig sei.

Zahlreiche Musiker traten auf.
Zahlreiche Musiker traten auf.

Viele Menschen im Landkreis würden sie unterstützen, „die Resonanz trägt uns mit“. „Wir halten zusammen und wir passen zusammen“, meinte Christian Fackler und Margit Fackler schloss „wir sind einfach überwältigt“. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Leo Poschmann von der Firma Stanglmeier übergab einen Scheck über 1000 Euro, den gleichen Betrag spendete Michael Alkofer, es gab eine anonyme Spende über 1000 Euro und die Aventinus Buam stifteten spontan den Erlös ihrer Christbaumversteigerung, Sigi Müller hatte 1000 Euro dabei.

Viele Spenden

Das neue „Reparatur-Café Abensberg gab 150 Euro, die Liedertafel steuerte den auf 200 Euro aufgerundeten Erlös des Getränkeverkaufs bei und mit den vielen kleinen und großen Gaben kamen an diesem Abend schließlich stolze 6693 Euro zusammen. Weitere namhafte Spenden sind angekündigt, so dass sich der Betrag noch wesentlich erhöhen wird.

Über 6000 Euro wurden gespendet.
Über 6000 Euro wurden gespendet.

Das bunte und abwechslungsreiche Programm wurde von der Liedertafel mit der Gruppe Ton Art und dem großen Chor, dem Duo Ohrange – Sebastian Schierlinger und Manuel Meier – sowie Maria Reiser und Stephan Ebn mit ihrem Tubaspieler Ludwig Beck abwechslungsreich gestaltet. Nach der Pause folgten die ausdrucksstarken Beiträge.

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Die Krankheit

  • Das Rett-Syndrom

    gehört zu den Erkrankungen des autistischen Spektrums und geht mit schweren körperlichen Behinderungen einher. Die Erkrankung tritt in der frühen Kindheit unvorhersehbar auf. Meist sind Mädchen betroffen.

  • Viele der

    betroffenen Mädchen erleben das Erwachsenenalter, sie sind jedoch zeitlebens auf eine 24-Stunden- Betreuung angewiesen. In Deutschland wird die Prävalenz auf 1:10000 geschätzt. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 50 Kinder.

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