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Region Kelheim
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Rückblick

Das Freibad Kelheim hat Geburtstag

Am 25. Mai 1968 ist die Anlage offiziell eingeweiht worden. Über 2000 Personen feierten das Großereignis mit.

Das Kelheimer Freibad und die einstige Badehalle Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim
Das Kelheimer Freibad und die einstige Badehalle Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim

Kelheim.Groß ist vor 50 Jahren am Rennweg in Kelheim gefeiert worden: Das städtische Freibad wurde eröffnet. Zum 50. Geburtstag der Freizeiteinrichtung am 25. Mai ist nun keine Feier geplant – die Badegäste werden jedoch ihrem Hobby frönen wie immer bei einem Besuch im Freibad. Allerdings sang- und klanglos wird das Jubiläum in dieser Freibadesaison nicht untergehen.

Das Nichtschwimmerbecken Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim
Das Nichtschwimmerbecken Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim

Thomas Hopfinger, Geschäftsführer der Keldorado Bäderbetriebe GmbH, kündigt für Juli eine Ausstellung zur Badegeschichte in Kelheim und auch die eine und andere Aktion an.

Wasserratten freuten sich 1968 über das neue Freizeitangebot, für das die Stadt sorgte.

Keldorado-Chef Thomas Hopfinger Foto: Bachmeier-Fausten
Keldorado-Chef Thomas Hopfinger Foto: Bachmeier-Fausten

Bereits im Jahr vor der offiziellen Eröffnung hatte die Bevölkerung, wie im damaligen Altmühlboten berichtet wurde, für einige Wochen das noch nicht ganz fertige Freibad besuchen können. Die offizielle Einweihung ist sicherlich von vielen sehnlichst erwartet worden. Denn: „Das Gesundheitsamt hatte schon vor Jahren ein Badeverbot für die Altmühl erlassen.“

Abstriche in der Planung

Im Sommer 1965 hatte sich der Stadtrat erstmals mit dem Bau eines Freibades befasst. Dessen Bau startete im Frühjahr 1966 und war zwei Jahre später fertig. Im Altmühlboten ist nachzulesen, dass „man dem neuen Kelheimer Freibad überlokales Niveau bescheinigen kann. Ja es dürfte sogar als Anschauungsobjekt anderen Städten dienen.“ Erwähnt ist auch, dass die Stadt „aus finanziellen Gründen einige Abstriche in der Ausführung der großzügigen und weitblickenden Planung machen musste“. So stand zur Einweihung das vorgesehene Sprungbecken noch nicht zur Verfügung.

Interesse an sportlichem Wettbewerb Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim
Interesse an sportlichem Wettbewerb Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim

„Zweitausend bei Einweihungsfeierlichkeiten im Freibad. Erster Teil des Sportzentrums verwirklicht“, titelte der Altmühlbote. Zum Auftakt gab es ein Standkonzert der Stadtkapelle Buchner vor dem Eingang. „Hunderte von Kelheimern warteten zu diesem Zeitpunkt“, um Zutritt ins Freibad zu erhalten. Der Eintritt am Einweihungstag war frei. Der damalige Bürgermeister Fritz Mathes hatte zu dem großen Ereignis zahlreiche Ehrengäste begrüßen können. Auch Professor Rudolf Ortner von der Sportakademie Grünwald, der für die Stadt Kelheim das Sportzentrum plante, war anwesend.

Schönheit im chicen Bikini

Neben Ansprachen standen auf dem Programm der großen Feier auch Einlagen – die Wasserwacht bot beispielsweise Humoristisches, eine Badenixe ließ sich von einem Herrn im Badetrikot von anno dazumal auf dem Weg entlang eines Beckens begleiten. Eine Schönheit präsentierte sich im chicen Bikini samt Sonnenhut – „ein Hauch Großstadt in der Kleinstadt“, lautete dazu der Bildtext. Die Priester Seidl und Zorn nahmen die kirchliche Segnung der Freizeitanlage vor. Bürgermeister Fritz Mathes wies in seiner Rede darauf hin, dass der Badbau einem echten Bedürfnis der Kelheimer Bevölkerung entspreche. „Obwohl Kelheim von allen Seiten von Wasser umgeben ist, konnte die Kreisstadt ihrer Bevölkerung bis jetzt keine befriedigende Bademöglichkeit bieten.“

Einst freier Blick zur Befreiungshalle Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim
Einst freier Blick zur Befreiungshalle Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim

In dem Zeitungsbericht ist vom Bürgermeister auch erwähnt, dass „die Stadt sich einer echten Aufgabe gegenübergestellt sah, zeitgemäße Badeanlagen zu schaffen“, da die Verschmutzung von Donau und Altmühl sehr zugenommen habe. Dazu kam obendrein, dass großzügige Sportanlagen fehlen und Kelheimer Sportvereine in absehbarer Zeit mit dem Verlust ihrer Plätze rechnen müssen. Aus diesen Überlegungen habe sich das Konzept eines Sportzentrums am Rennweg ergeben. Dessen erster Teil stelle das Kombibad dar. Die Schwimmhalle war zur Freibad-Einweihung in Bau. Architekt Schmatz hatte darauf hingewiesen, dass bei der Kombination des Frei- und Hallenbades die technischen Anlagen so gestaltet sind, dass sie „sowohl den Sommer- und Winterbetrieb bewältigen können“. In dem Zeitungstext steht außerdem: „Eine Neuheit stellt auch das L-förmige Nichtschwimmerbecken dar.“

So sah es einst im Kelheimer Freibad aus. Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim
So sah es einst im Kelheimer Freibad aus. Foto: Horst Heidenreich/Sammlung Stadtarchiv Kelheim

Angeführt ist, dass das Nichtschwimmerbecken vier verschiedene Startmöglichkeiten aufweist. Diese vier Bahnen in einer Länge von 33,33, 25,0, 16,66 und 12,5 Metern bietet beachtliche Möglichkeiten für den Schulsport.“ Die Pools waren bereits vor einem halben Jahrhundert beheizbar. Auf der Freibadeanlage wurden auch ein Planschbecken und ein Kinderspielplatz geschaffen.

Auch Mermaidschwimmen gibts im Keldorado

Die Gesamtkosten des Kombibades waren zur Zeit der Freibad-Einweihung mit 2 722 975 D-Mark veranschlagt. Davon entfielen auf das Freibad einschließlich des Gesamtgrundstücks und der anteiligen Erschließungskosten 1 131 100 D-Mark und auf den Umkleide- und Techniktrakt 548 900 D-Mark. Das Nichtschwimmer- und auch das Sportbecken von 1968 sind noch vorhanden. 2007 wurde das Planschbecken neugestaltet und dort legte damals auch ein schönes Boot an.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich bei der Freizeiteinrichtung am Rennweg einiges geändert. Sie trägt seit der Einweihung der neuen Badehalle 1992 den Namen Keldorado. Die gleichnamige Bäderbetriebe GmbH hält 65 Prozent der Anteile der Stadtwerke Kelheim.

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