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Das Freibad soll noch im Juni öffnen

Die Abensberger Stadträte diskutierten, ob die Einrichtung heuer überhaupt aufmachen soll. Die Besucherzahl wird beschränkt.
Von Martin Beck

Die Frage, ob das Freibad in Abensberg dieses Jahr öffnet, beschäftigte die Stadträte in der letzten Sitzung. Letztlich war die Mehrheit doch dafür.
Die Frage, ob das Freibad in Abensberg dieses Jahr öffnet, beschäftigte die Stadträte in der letzten Sitzung. Letztlich war die Mehrheit doch dafür. Foto: Martin Beck

Abensberg.Bei der jüngsten Sitzung des Abensberger Stadtrates wurde ein emotionales Thema kurzfristig auf die Tagesordnung genommen. Soll das Freibad dieses Jahr geschlossen bleiben oder soll man es doch öffnen?

Grund hierfür war ein gemeinsames Rundschreiben an die Mitglieder des bayerischen Städtetages vom Verband kommunaler Unternehmen e.V (VKU), das den Abensberger Werkleiter Dr. Reschmeier am Nachmittag erreichte. In diesem Schreiben wird genau vorgegeben, wie viel Platz für jeden Badegast bereitgestellt werden müsse. Ins Abensberger Freibad dürften demnach wegen der Corona-Beschränkungen nur maximal 380 Badewillige gleichzeitig eingelassen werden. Schließlich war die Mehrheit aber doch für eine Öffnung.

Bürgermeister Dr. Uwe Brandl machte anfangs deutlich, dass man ernsthaft darüber nachdenken solle, das Freibad dieses Jahr gar nicht erst zu öffnen. Dadurch ließen sich rund 200 000 Euro sparen. Gerade jetzt, wo mit deutlich sinkenden Einnahmen zu rechnen sei und niemand wisse, welche wirtschaftlichen Folgen noch auf die Stadt zukämen, wäre es vielleicht an der Zeit, ein Zeichen zu setzen.

Pandemie

Fällt die Freibadsaison ins Wasser?

Im Mai sollte die Freibadsaison beginnen. Aber kann es in diesem Jahr im Kreis Kelheim überhaupt eine reguläre Saison geben?

Sollte das Freibad doch geöffnet werden, würden die Kosten für den Betrieb etwa um 90 000 Euro höher sein, als in den Vorjahren. Als Grund nannte er die nötigen zusätzlich zu treffenden Maßnahmen und die Mindereinnahmen bei den Eintritten.

Auch wisse er nicht, wie die Leute reagieren, die nicht eingelassen werden dürfen. An guten Tagen waren in der Vergangenheit bis zu 3500 Besucher im Bad. Wenn man nur 380 einlassen darf und der Rest muss vor dem Tor stehen, könne das zu Problemen führen.

Alle Stadträte meldeten sich im Verlauf der Sitzung zu diesem emotionalen Thema zu Wort. Vor allem die Wirkung auf die Bevölkerung, wenn man das Bad nicht öffne, wurde sehr eindringlich diskutiert. Gerade jetzt brauche es wieder eine erkennbare Rückkehr zur Normalität.

Einsatz

Schlägerei im Abensberger Freibad

Ein verbaler Streit artete im Abensberger Freibad in eine Schlägerei aus. Einem 16-Jährigen wurde die Nase gebrochen.

Schließlich einigte man sich mit 19 zu sechs Stimmen darauf, dass das Freibad dieses Jahr wieder öffnet. Werkleiter Dr. Reschmeier war zuversichtlich, dass eine Öffnung am 11. Juni möglich sein wird. Es seien jedoch noch einige Arbeiten nötig. So werde man den Eingangsbereich umgestalten müssen, um alle Vorschriften einhalten zu können. Aber auch dazu, wie man die Personen zählen kann, die das Bad verlassen, müsse man sich etwas einfallen lassen. Denn sobald die höchstzulässige Besucherzahl im Bad ist, darf erst wieder jemand rein, wenn ein anderer das Bad verlässt. Grundsätzlich hoffe man natürlich, dass die Beschränkungen zur Besucherzahl weiter gelockert werden.

Weitere Punkte

  • Standesbeamter:

    : Dr. Bernhard Resch wurde von den Stadträten einstimmig als zusätzlicher Standesbeamter bestellt.

  • Kulturförderung:

    Da alle Veranstaltungen und Feste wegen Corona abgesagt wurden, haben viele Künstler einen erheblichen Verdienstausfall. Um eine Möglichkeit für Auftritte zu bieten (unter Einhaltung aller Vorschriften), beteiligt sich die Stadt an dem Projekt „Kultur vor dem Fenster“. Info: www.kultur-vor-dem-fenster.de

Die Punkte 1 und 2 der Tagesordnung veranlassten die Stadträte auch zu vielen Wortmeldungen. Dabei ging es um eine Änderung der Gebührensatzungen sowohl der Sing- und Musikschule als auch des Kindergartens. Bisher war in diesen Satzungen nicht klar geregelt, wie es sich mit den Gebühren verhält, wenn Ausfälle, wie jetzt zum Beispiel corona-bedingt, vorkommen. Mit der neuen Formulierung hofft man, für die Zukunft gerüstet zu sein.

Nachfragen gab es, warum die Gebühren nicht früher für die Eltern erlassen wurden. Bürgermeister Dr. Brandl erläuterte dazu: „Nur wenn man Gebühren erhebt, hat man auch eine Chance auf eine Erstattung durch den Freistaat!“ Es gäbe ja auch Gemeinden, die keine Gebühren erheben. Die bekommen dann natürlich auch keine Erstattungen. Für 2020 werden für die Monate Mai, Juni und Juli keine Gebühren erhoben. Die Stadt Abensberg hat dafür eine Erstattung von der Staatsregierung erhalten.

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