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Diskussion

Das wünscht sich die Jugend in Kelheim

Schüler von den verschiedensten Schulen im Landkreis Kelheim äußern Lob, Kritik und viele Wünsche an die Politiker.
Von Roland Kugler

Die Jugendlichen stellten sich vor, woher sie kommen und was sie in ihrer Freizeit am liebsten tun: draußen sein, Freunde treffen, Sport machen und weggehen. Foto: Kugler
Die Jugendlichen stellten sich vor, woher sie kommen und was sie in ihrer Freizeit am liebsten tun: draußen sein, Freunde treffen, Sport machen und weggehen. Foto: Kugler

Kelheim.Noch bestimmen Erwachsene über die Jugend: Eltern, Lehrer, Politiker. Sie sollten das weise tun, denn Jugendliche sind die Zukunft und bestimmen später über uns. Etwa 30 Schüler von 13 bis 19 Jahren aus allen Schularten kamen ins Landratsamt, um mit verantwortlichen Amtsinhabern zu diskutieren. „Wir haben Verantwortung für eure Zukunft und die des Landkreises Kelheim“, sagte Landrat Martin Neumeyer. „Es ist uns ganz wichtig, dass ihr gekommen seid. Wir nehmen euch wirklich ernst und wollen eure Ideen haben.“

Jeder konnte seine persönlichen Vorstellungen anbringen. Diese wurden dann auch weitergegeben.  Foto: Kugler
Jeder konnte seine persönlichen Vorstellungen anbringen. Diese wurden dann auch weitergegeben. Foto: Kugler

Davon gab es eine ganze Menge: Kritik an dem, was in den Augen der Jugendlichen schlecht ist oder fehlt, Anregungen, es besser zu machen und Wünsche, die ihnen am Herzen liegen. Dazu gab es früher das Jugendparlament, „aber es war zu unflexibel und ist über die Jahre eingeschlafen“, sagt Neumeyer. Zusammen diskutierte man neue Möglichkeiten, um sich auszutauschen.

Jugendforen schaffen

Zum Beispiel Jugendforen, offene Treffen für alle in Städten wie Mainburg, Abensberg und Kelheim. Aber auch in den Gemeinden soll es Möglichkeiten geben mit den Verantwortlichen zu reden, zum Beispiel Sprechstunden bei den Bürgermeistern. Denn Probleme und Wünsche gibt es einige. Der am häufigsten genannte Kritikpunkt ist die eingeschränkte oder fehlende Mobilität der Jugendlichen durch zu wenig öffentliche Verkehrsmittel.

„In Bad Gögging gibt es nicht viel Möglichkeiten für Jugendliche etwas zu unternehmen“, sagt Florentine. „Ich fahr mit meinen Freunden gern nach Abensberg, um durch die Stadt zu bummeln oder auf ein Eis, aber mit den Busverbindungen ist es schwierig.“ Nicht immer hätten die Eltern Zeit zu fahren, und auch mit dem Rad sei es nicht immer gut, vor allem in der Nacht oder im Winter. Auch zwei andere Schülerinnen beklagen, dass es aus kleinen Ortschaften keine Verbindungen nach Neustadt gebe. Rund um Mainburg ist dasselbe Problem: „Es gibt kaum Busverbindungen von den Dörfern in die Stadt“, sagt Alina. „Und wenn es welche gibt, dann sind sie zu teuer. Es müsste für Schüler günstigere Tarife geben.“ Lediglich für eine Linie gab es Lob: „Wir haben alle halbe Stunde einen Bus nach Regensburg“ sagt ein Schüler aus Bad Abbach.

Kerstin Kandlbinder (links) mit Jugendlichen aus Förder-, Mittel-, Real- und Berufsschulen, FOS und Gymnasien.  Foto: Kugler
Kerstin Kandlbinder (links) mit Jugendlichen aus Förder-, Mittel-, Real- und Berufsschulen, FOS und Gymnasien. Foto: Kugler

Auch an den Schulbussen gab es Kritik: „Unser Bus ist früh und mittags oft total überfüllt“, sagt Sophia. An verschiedenen Schulen seien schon Kinder stehen gelassen worden, weil nicht alle in den Bus passten, berichteten mehrere Schüler. Kreisjugendpflegerin Kerstin Kandlbinder, die mit ihrer Kollegin Andrea Hertlin den Workshop moderierte, versprach jedes Anliegen an die zuständige Stelle weiterzugeben. „Wir werden auch von Eltern immer wieder darauf angesprochen“ sagt sie.

Das nächste Thema waren Treffpunkte und Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche. Dort wo es Jugendtreffs gibt, neben den größeren Städten auch Orte wie Riedenburg, Ihrlerstein oder Saal, würden diese auch angenommen. „Wir haben ein Juz in Langquaid, mit Kicker, Billard und Spielen. Auch einen Sportplatz und einen Skaterplatz, dort treffen sich die Jugendlichen“, sagt Hendrik. „Nur wenn wir mal in einen anderen Ort möchten, sind die Busverbindungen meistens schlecht. Zum Beispiel nach Regensburg. Man kommt vielleicht noch hin, aber abends nicht mehr zurück.“

Wünsche

  • Differenziert: Die Wünsche der Jugendlichen im Landkreis Kelheim sind sehr verschieden. Sie reichen von schnellem Internet – wo es noch nicht vorhanden ist – bis zu modernen Kinos.

  • Einsatz:

    Wichtig sind ihnen vor allem Veranstaltungen wie Konzerte und Sport, und Orte wo sie sich unabhängig mit ihren Freunden treffen können. Sie sind auch bereit, sich selbst einzusetzen und begrüßen den Kontakt zur Politik.

Das bestätigt auch Chantal aus Kelheim: „Man kommt zwar gut mit dem Zug von Saal nach Regensburg und auch wieder zurück. Aber von Saal oft nicht mehr weiter, vor allem nachts oder am Wochenende.“ Denn gerade nach Regensburg zieht es viele Jugendliche, weil es dort Veranstaltungen und Discos gibt die sie im Landkreis Kelheim vermissen. In Abensberg gibt es eine Disco, in Mainburg zwei. „In Kelheim fehlt eine Disco oder ein Club“, sagt Marco. „In Kelheim wäre eine Disco gut. Ich möchte lieber Leute von hier kennenlernen, als in Regensburg. Und dort darf man unter 18 Jahren oft gar nicht rein“ sagt Lisa. „Es müsste überhaupt mehr Veranstaltungen und auch mal eine Disco für unter Sechzehnjährige geben. Zum Beispiel wie den Stadtstrand in Mainburg“, wünscht sich Alina. „Oder bessere Verbindungen zu Orten, wo es welche gibt. Mit Nachtbussen, oder vergünstigten Sammeltaxis“, schlägt Josefa vor. „Auch zu Feiern an Schulen sollte es so etwas geben. Und mehr Werbung dafür, damit auch Schüler von anderen Schulen kommen können.“

Mit Jugendtreffs allein ist es aber noch nicht getan. „Man ist abhängig von den Öffnungszeiten, und oft ist zu wenig los. Es müsste mehr Programm geben, man könnte Kurse anbieten, zum Beispiel Tanzkurse“, sagt Chantal. „Die Volkshochschulen könnten auch mehr Kurse für Jugendliche anbieten“, schlägt Judith vor. „Es müsste auch mehr Sportveranstaltungen für Jugendliche geben. Auch außerhalb der Vereine“, sagt Moritz. Vor allem für draußen wünschen sie sich mehr Treffpunkte

Gemütliche Plätze

„Man könnte mehr gemütliche Plätze schaffen, so wie am Mauerner See“, sagt Lisa. „In Kelheim an der Donau, oder auch woanders. Mit Sitzmöglichkeiten und einem Grill“, sagt Marco. Die dann auch kontrolliert werden müssten, „in Kelheim gibt es Orte wo sich manche nur treffen, um zu Trinken oder Drogen zu nehmen“, sagt Chantal. „Im Mainburger Treff gibt es oft Gruppen oder Ausländer, die einem anpöbeln“, sagt Alina. „Die müssen besser integriert werden, zum Beispiel in Vereine“ sagt Josefa. Auch die Schulen sollten mehr Veranstaltungen anbieten.

Viele gute Vorschläge also von der Jugend: mehr Treffpunkte und Veranstaltungen, bessere Verbindungen dorthin, Ansprechpartner vor Ort. „Solche Treffen sollte es öfter geben“ sagt Hendrik.

Was es mit der Jugend-Initiative aus dem Landratsamt auf sich hat, lesen Sie hier.

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