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Natur

Dem Spargel ist es noch zu kalt

2017 gab es zu Ostern Spargel – das wird heuer wohl nichts werden. Der Wintereinbruch stoppt das Wachstum des Edelgemüses.
von Benjamin Neumaier

Das Wetter ist für den Spargel nicht optimal – der Saisonbeginn könnte sich verschieben. Die Spargelerzeuger bleiben aber gelassen. Foto: Neumaier
Das Wetter ist für den Spargel nicht optimal – der Saisonbeginn könnte sich verschieben. Die Spargelerzeuger bleiben aber gelassen. Foto: Neumaier

Abensberg.Kein Spargel zum Osterfest – das wäre in diesem Jahr nicht weiter verwunderlich. Zum einen steht das christliche Hochfest in diesem Jahr sehr früh im Kalender, zum anderen macht den Spargelbauern im Landkreis der aktuelle Wintereinbruch zu schaffen.

Saison könnte sich verschieben

Josef Ingerl, verantwortlich für Pflanzenbau beim Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten geht sogar soweit, „dass sich die Spargelsaison nach hinten verschieben könnte. Der Spargel steht aktuell still. Er wächst erst bei Bodentemperaturen von zehn bis zwölf Grad – und da sind wir aktuell weit davon entfernt. Es könnte sein, dass sich vor der ersten Aprilwoche gar nix rührt“. Dennoch schränkt der Pflanzenbauer ein: „Mit den modernen Mitteln wie Tunneln oder Fließfolie denke ich aber, dass wir bis Mitte April, zum Saisonauftakt, auf jeden Fall Spargel haben werden. Es kommt halt ganz aufs Wetter an.“

Saisonende an Johannis

  • Beginn:

    Spargel beginnt zu wachsen, sobald der Boden zwölf Grad warm ist. Vor Mitte April ist das selten der Fall. Nur in sehr warmen Jahren kann die Spargelernte früher beginnen. Letztlich gibt es keinen fest definierten Saisonbeginn.

  • Ende:

    Beendet wird die Saison traditionell am 24. Juni, am Johannistag. Der Grund: Die Spargelpflanzen benötigen viel Kraft, um dicke Spargelstangen hervorzubringen. Nach der Saison brauchen sie eine lange Ruhezeit, um sich zu erholen.

Auch Andreas Prücklmayer, 2. Vorsitzender des Spargelerzeugerverbandes aus Siegenburg sieht das so: „Der Saisonbeginn im vergangenen Jahr, als wir schon im März gestochen haben, war sehr früh. Das ist heuer nicht möglich. Aber wenn die Temperaturen ein bisschen anziehen, dann kann es sehr schnell gehen. Da sind wir dem Wetter ausgeliefert.“ Allerdings bringe die aktuelle Wetterlage andere Probleme: „Der Boden ist gerade nass und tief. Wer sein Feld noch nicht hergerichtet hat, kann das gerade auch nicht tun“, sagt er. So geht es Christine Holzer aus Abensberg. „Wir haben noch keine Dämme gezogen, das Wetter hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ist aber weiter kein Beinbruch. Das wird sich bald ändern und dann haben wir heuer eine ganz normale Saison.“

Vergangenes Jahr Thema:

Was macht der Erntehelfer, wenn er mal muss?

Auch für Wolfgang Kügel aus Sandharlanden ist die aktuelle Situation „nicht außergewöhnlich“. Außerdem ist er trotz des Wintereinbruchs optimistisch, „dass wir eventuell sogar vor Ostern noch den ersten Spargel stechen können. Es kommt ganz darauf an, wie viele Sonnestunden es in der kommenden Woche geben wird“. Eine Prognose abzugeben, sei aber sehr schwierig , weil man der langfristigen Wettervorhersage nicht unbedingt vertrauen könne. „Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt Kügel.

Dabei könnte der Spargelerzeuger aus Sandharlanden um ein paar Tage früher dran sein, als die Konkurrenz. Er nutzt teilweise die Restabwärme einer Biogasanlage, um Felder zu beheizen. „Aber nur minimal. Das macht fast keinen Unterschied zu den Gewächstunneln. Es bringt maximal ein bis zwei Tage“, sagt er. Es sei vielmehr während der Saison wichtig, um die Temperatur konstant zu halten.

Bodenheizung? Warum nicht!

Eine Bodenheizung, wie in anderen Anbaugebieten praktiziert, könne er sich aber durchaus vorstellen. „Warum soll das beim Spargel nicht gemacht werden. Bei allen anderen Gemüsesorten ist es doch Usus – keiner denkt darüber nach, wie der Salat im Winter angebaut wird, den er im Supermarkt kauft. Bei Spargel sehen aber viele ein Problem“, sagt Kügel. „Wenn jemand die Möglichkeit hat und es umsetzt, werde ich ihn nicht verurteilen.“

Das sieht auch Ingerl so: „Das regeln Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage wäre gegeben. 2017 wurde der Spargel im März auch gekauft – weil es ihn eben gab.“ Andreas Prücklmayer und Christine Holzer sind etwas konservativer eingestellt. „Wir helfen der Natur mit Tunneln und Folien schon genug auf die Sprünge – eine Beheizung wäre ein zu starker Eingriff“, erklären sie unisono.

Ließe man sämtliche Hilfsmittel weg, glaubt Ingerl, „dass wir heuer wohl erst im Mai Spargel hätten“. Dann würde sich die Frage nach Spargel an Ostern gar nicht stellen.

Wenn es den Spargel gibt:

Hier finden Sie ein Rezept für Spargel-Ragout

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