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Musik

Der Pfarrer sorgt für die Musik

„Eine Kirche ohne Orgel? „Geht nicht“, sagt Pfarrer Hofmann und deshalb bekommt jetzt auch die Kirche St. Anna eine Orgel.
Von Jochen Dannenberg

Orgelbau-Azubi Moritz Unger beim Einbau der Pfeifen: In dieser Woche soll der Aufbau der neuen Orgel in der Kirche St. Anna beendet sein, anschließend kann das Instrument gestimmt werden. Foto: Dannenberg
Orgelbau-Azubi Moritz Unger beim Einbau der Pfeifen: In dieser Woche soll der Aufbau der neuen Orgel in der Kirche St. Anna beendet sein, anschließend kann das Instrument gestimmt werden. Foto: Dannenberg

Neustadt.„Das passt perfekt, wie ein Sechser im Lotto.“ Stadtpfarrer Monsignore Johannes Hofmann und Orgelbauer Werner Liepert von der Orgelbaufirma Sandtner aus Dillingen freuen sich. Die Freude hat mehrere Gründe, gilt aber vor allem der neuen Orgel in der Pfarrkirche St. Anna. Sie stammt aus dem barocken Kurfürstensaal im Südtrakt des Klosters Benediktbeuern, wird derzeit in St. Anna aufgebaut und füllt da eine Lücke, die „seit Ewigkeiten“ bestand, denn die Kirche hatte nie eine richtige Orgel.

Die kleine Kirche St. Anna, steht ein wenig im Schatten der Pfarrkirche St. Laurentius, ist aber mit der Sanierung zu einem wahren Schmuckkästchen geworden.  Foto: Dannenberg
Die kleine Kirche St. Anna, steht ein wenig im Schatten der Pfarrkirche St. Laurentius, ist aber mit der Sanierung zu einem wahren Schmuckkästchen geworden. Foto: Dannenberg

„Aber eine Kirche ohne Orgel ist etwas, was nicht geht. Da fehlt was“, sagt der Pfarrer und der Orgelbauer nickt zustimmend. „Eine Kirche ist erst dann eine Kirche, wenn sie eine Orgel und Glocken hat“, ergänzt der Monsignore. Und wer ihn kennt, weiß, wie wichtig dem Geistlichen die Musik ist, denn eigentlich ist sie seine große Liebe, weshalb er auch Kirchenmusik studiert hat. Die Liebe hält und wann immer der Monsignore die Zeit findet, setzt er sich auch selber gern an die Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius und spielt oder er organisiert Konzert wie seit vielen Jahren die Serenade im Steinbruch. Stolz ist der Pfarrer deshalb auch darauf, dass Neustadt mit der Pfarrei St. Laurentius Sitz des Regionalkantors ist. Er soll den kirchenmusikalischen Nachwuchs fördern.

Dritte Orgel für Neustadt

Der bekommt mit der neuen Orgel in St. Anna ein neues Betätigungsfeld. St. Anna ist die dritte Orgel, für die Hofmann in Neustadt sorgt. Am Anfang stand die 2008 eingeweihte, neue Orgel wurde von der Firma Orgelbau Kögler aus St. Florian in Oberösterreich, ein rein mechanisches Schleifladeninstrument mit insgesamt 31 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Es folgte eine kleine Orgel – korrekter: das Orgelpositiv – mit wenigen Pfeifen für die Kapelle des Altenheims St. Josef in Neustadt. Und jetzt als dritte Orgel des musikbegeisterten Pfarrers die neue aus dem Salesianerkloster Benediktbeuern. Dort befand sich die Orgel in dem heute als Hauskapelle der Salesianer Don Bosco dienenden Kurfürstensaal. Die Orgel wurde 1982 von der Firma Sandtner aus Dillingen gebaut und verfügt über 16 Register auf drei Manualen und Pedal.

Monsignore Hofmann und Orgelbauer Werner Liepert im Gespräch über den Aufbau der Orgel  Foto: Dannenberg
Monsignore Hofmann und Orgelbauer Werner Liepert im Gespräch über den Aufbau der Orgel Foto: Dannenberg

Der Pfarrer ist begeistert, der Orgelbauer auch. Nicht nur weil die Orgel aus dem barocken Festsaal ein neues Zuhause gefunden hat, „sondern weil das Instrument von den Proportionen wunderbar in die Kirche St. Anna passt“, wie Hofmann meint. Dazu trägt nicht nur die barocke Gestaltung der kleinen Kirche bei, sondern auch der dezente Umbau im Rahmen der Sanierung vor einem Jahr. Da bekam die Empore in der Kirche nämlich einen eigenen Zugang vom Innenraum der Kirche aus, nachdem die Empore zuvor nur vom Rathaus zu erreichen war. Außerdem wurde die Empore auf Wunsch des Pfarrers mit einigen Stützen statisch gesichert, um die Last der Orgel aufzunehmen.

Wiedereröffnet

  • 2017:

    Mit einem prächtiges Fest wurde die Wiedereröffnung der St. Anna-Kirche im Juli 2017 gefeiert.

  • Bischof:

    An der Feier in der Pfarrei St. Laurentius nahm auch der Regensburger Diözesanbischof Rudolf Voderholzer teil.

„Das passt“ heißt es schließlich auch aus einem anderen Grund. Am Anfang des Deals zwischen den Salesianern und St. Laurentius stand ein Mann, der das Geschäft einfädelte. Thomas Löffelmann, stellvertretenden Diözesanmusikdirektor, wusste, dass die Orgel aus dem Kloster zum Verkauf stand und mit dem musikbegeisterten Pfarrer aus Neustadt hatte er schnell einen Käufer gefunden, für den dieses Instrument wie gemacht schien. Neudeutsch nennt man das eine „Win-win-Situation“.

Glockengeläut und Orgelspiel

Das denkt sich so auch Monsignore Hofmann, der immer mal wieder schaut, wie die Arbeiten an der Orgel vorangehen. „Bis Mitte dieser Woche“, sagen Orgelbauer Werner Liepert und sein Azubi Moritz Unger, „ist die Orgel fertig aufgebaut.“ Weitere eineinhalb Wochen werde es anschließend dauern, um die Orgel zu stimmen.

Stadtpfarrer Hofmann freut sich bereits: „Wenn dann die Glocken läuten und die Orgel spielt, ist die Kirche perfekt.“ Zum ersten Jahrestag der Wiedereröffnung der Kirche nach ihrer Sanierung dürfte das zu schaffen sein. Die hat am 26. Juli ihren Gedenktag. Wer weiß, was dann auf der Orgel gespielt wird. Vielleicht Bachs „Jauchzet, frohlocket“, aber das ist ja eher was für Weihnachten.

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