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Der wahre Sieger ist der Sportsgeist

Beim 24-Stunden-Radrennen Kelheim fahren zwei Einzel-Helden gemeinsam ins Ziel. Bei den Teams ist es lange spannend. Einige Stürze trüben die Bilanz.
Von Benjamin Neumaier, Heiner Stöcker, Martina Hutzler, Martin Rutrecht und Alexander Reichmann

Rund um die Uhr: Das Bild symbolisiert trefflich das 24-Stunden-Radrennen. Kelheim erlebte am Wochenende die 18. Auflage. Foto: Pieknik

Kelheim.Tausende Fans warteten gespannt im Zielbereich. Wer würde nach fast 24 Stunden heroischen Ritts als Sieger ankommen: Franz Waibl oder Markus Rieber. 786 Kilometer (48 Runden) hatte das Führungsduo nun fast hinter sich. Und dann kamen sie – Schulter an Schulter schoben sie ihre Räder ins Ziel. Das 18. Race24 erlebte einen geteilten Einzel-Sieg. Der Triumphator von 2012 und 2013, Rieber aus Güglingen bei Heilbronn, und sein zweifacher Kronprinz Waibl aus Tirol hatten sich auf ein Patt geeinigt.

„In der 30. Runde haben wir uns gesagt: Heuer gehen wir gemeinsam durchs Ziel“, so die beiden Helden, die 24 Stunden durchfuhren. Die Rivalität vergangener Jahre war vergessen. Die Fans gaben tosenden Applaus, als die beiden ihre Ehrenrunde Arm in Arm gingen. Am Anfang sah’s noch anders aus. Waibl machte ein Wahnsinnstempo. „Ich wollte 50 Runden machen, einen neuen Rekord.“ Aber der Gegenwind verhinderte die Fabelmarke. „Mir war klar, dass er das nicht durchziehen kann“, so Rieber, der den Tiroler mit dem Schweizer Thomas Ratschob verfolgte. In Runde 13 hatte Rieber aufgeschlossen, der Eidgenosse musste wegen Magenproblemen abreißen lassen.

Den Rekord im Damen-Einzel hätte Alexandra Mitschke aus Freising locker knacken können. Sie stieg aber nach triumphaler Solofahrt und 37 Runden schon eine Stunde vor Zielschluss vom Rad. „Das reicht“, sagte sie salopp. Der Sieg war ihr ohnehin nicht zu nehmen. Eine 38. Schleife – und damit neue Bestmarke – hätte sie noch spielend voll machen können.

Bei den Herren-Teams boten fünf Equipen am Beginn eine tolle Show. An die Favoriten Merkur-Druck.com und xc-ski.de (ohne Andi Birnbacher und den erkrankten Olympiadritten Martin Jaks) hängten sich die stark fahrenden Lokalmatadore Sport2000, Kreissparkasse und PMO (mit dem Kelheimer Biathleten Nik Kellerer) an. Unheimlich war, dass das Senioren-Team (!) Gaimersheim auch dran klebte. Die Altmeister mit Masters-Weltmeister Werner Hügel gaben erst in den Nachtstunden klein bei, ihr Sieg bei den Senioren war Formsache. Sport2000 und xc-ski.de attackierten in der Früh, als sie nur noch mit Merkur-Druck zu dritt waren. Aber die „Merkuristen“, gespickt mit deutschen Top-Amateurfahrern, konterten eindrucksvoll und siegten.

Im Mixed gab es bis Samstagabend zahlreiche Führungswechsel. Ab 20 Uhr strebte „Dentalpraxis Dr. Straube“ aus Abensberg unaufhaltsam dem Triumph entgegen. In der Damen-Team-Konkurrenz gewann die Kreissparkasse Kelheim. Lange hatten „Markls Quarktaschen“ geführt, aber Mitstreiterin Lisa Schmatz stürzte und zu viert konnten die übrigen Mädels das Tempo nicht halten.

Schmatz war nicht die Einzige, die unsanft auf den Asphalt knallte. „Wir hatten ein halbes Dutzend Stürze“, erklärte Notarzt Dr. Edward Antczak. Zwei hatten schwerere Folgen: Eine junge Radlerin brach sich das Becken, eine andere die Schulter. Dazu kamen einige Kreislaufzusammenbrüche bei Fahrern und Zuschauern. Die Feuerwehren Kelheim, Weltenburg, Affecking und Essing mussten vereinzelt uneinsichtige Autofahrer, aber auch Radler zur Räson rufen. Bewährt hat sich laut FFW-Streckenposten die Einbahnstraßen-Regelung. Dem stimmte auch Klaus Roithmeier von Veranstalter RSC Kelheim zu. „Diese Neuerung ist gut. Auch sonst bin ich sehr zufrieden. Selbst wenn es Stürze gab – wir hatten heuer über 1100 Teilnehmer, da bleibt so etwas nicht aus.“

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