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Freitag, 25. Mai 2018 23° 8

Verkehr

Der Wirrwarr hat ein Ende

Endlich gibt es einheitliche Parkzeiten für Autofahrer in Neustadts City. Es gelten 90 Minuten in gekennzeichneten Flächen.
Von Jochen Dannenberg

  • in der Altstadt wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Verkehrsschilder aufgestellt. Fußwege wurden extra gekennzeichnet, um zu verdeutlichen, was Fahrbahn und was Gehweg ist. Foto: Dannenberg

Neustadt.Mehr als zwei Jahre nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats ist es soweit: In der Neustädter City gilt eine einheitliche Parkzeit von maximal 90 Minuten. Die bisher unterschiedlichen Regelungen zwischen einer und zwei Stunden gelten damit nicht mehr. Betroffen von der neuen Regelung ist der Bereich innerhalb der mittelalterlichen Wallanlage. Mitgeteilt wird das über neue Tafeln in der Herzog-Ludwig-Straße und der Regensburger Straße, die jeweils an den Zugängen der Altstadt aufgestellt wurden.

Bernhard Rieger, dritter und derzeit geschäftsführender Bürgermeister der Stadt, ist froh, dass jetzt endlich Klarheit bei der Dauer der Parkzeiten herrscht. „Es hat gedauert, bis es so weit war. Aber jetzt haben wir endlich eine einheitliche Parkzeit in der Altstadt. Nachdem die Innenstadtsanierung fertig war, war das der nächste Schritt.“

Rudi Halbritter, Leiter des Ordnungsamtes, erläutert: „Die neue Regelung gilt von Montag bis Samstag jeweils von sieben bis 18 Uhr.“ Gebühren werden weiterhin nicht erhoben, dafür müssen die Kraftfahrer aber eine Parkscheibe sichtbar im Auto anbringen. Verstöße gegen die Benutzung der Parkscheibe und Verstöße gegen die zulässige Parkdauer werden mit gebührenpflichtigen Verwarnungen durch die Mitarbeiterinnen der Verkehrsüberwachung geahndet. Die Verwarnungen schlagen mit Beträgen zwischen zehn und dreißig Euro zu Buche. Nach einer „Schonfrist“, innerhalb derer Verstöße zwar festgestellt wurden, aber die Autofahrer nicht nur zur Kasse gebeten wurden, wird jetzt kassiert.

Bald Anwohnerparkplätze

Wer sicher gehen will, dass er nicht zahlen muss, sollte sein Fahrzeug in „Ausweichquartieren“ parken. Nicht betroffen von der Neuregelung sind der Westhang, die Julius-Sax-Straße, die Herrnstraße, der Alte Turnplatz, die Reußstraße und der Volksfestplatz. „In diesen Bereichen können Fahrzeuge an sieben Tagen pro Woche 24 Stunden lang geparkt werden“, sagt Rudi Halbritter.

Auf die Autofahrer kommt noch eine weitere neue Regelung zu. In Kürze werden in der Altstadt Anwohnerparkplätze eingeführt. „Sie werden in den nächsten Wochen in Kraft treten“, sagt der Leiter des Ordnungsamtes. Die Anwohnerparkplätze seien bereits beschildert, würden aber noch nicht überwacht. Anträge für eine entsprechende Parkerlaubnis können ab sofort bei der Stadtverwaltung gestellt werden.

Mit der Vereinheitlichung der Parkzeiten ist die Zahl der Verkehrsschilder in der Altstadt gesunken, denn die Beschilderung für die Parkplätze ist mit Ausnahme der neuen Tafeln in der Herzog-Ludwig-Straße und der Regensburger Straße entfernt worden. Dennoch, insbesondere rund ums Rathaus, stehen heute mehr Schilder als früher.

Manch ein Bürger hat sich deshalb in den letzten Monaten wiederholt gefragt, ob das notwendig sei. Rudi Halbritter verweist dazu auf eine Anweisung aus dem Bayerischen Innenministerium. Danach erfordere der höhengleiche Ausbau von Fahrbahn und Fußweg, dass Gehwege gekennzeichnet werden. Im übrigen weist Halbritter darauf hin, dass Stellflächen für Kraftfahrzeuge nur die Bereiche sind, die als solche markiert sind. Auch dieser Hinweis ist auf den Tafeln an den Eingängen zur Innenstadt vorhanden.

Rücksicht auf Fußgänger

Und deshalb werden die Parkraumüberwacherinnen nicht nur auf die Einhaltung der Parkzeiten achten. Der Leiter des Ordnungsamtes kennt insofern kein Pardon. Er sagt: „Es wird so wenig Rücksicht auf den schwächsten Verkehrsteilnehmer, den Fußgänger, genommen.“

Wer sich nicht sicher ist, was Fußweg und was Fahrbahn ist: Die weißen Regenwasserrinnen trennen Fußwege von Fahrbahnen. Sie sind Teil des Konzeptes für die barrierefreie Innenstadt, bei dem die Stadt mit der Sanierung versucht hat, möglichst auf Stufen und Schwellen zu verzichten und durch Farbkontraste Fahrabgrenzungen hervorzuheben und Leitlinien und Orientierungshilfen zu schaffen. „Man merkt, dass seither zurückhaltender gefahren wird“, sagte erster Bürgermeister Thomas Reimer dazu unlängst gegenüber unserem Medienhaus. Die Autofahrer würden sich defensiver verhalten, hat er beobachtet.

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