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Geburtstag

Die erste Million ist geschafft

Marktbücherei Bad Abbach feierte bei einer Lesereise Zehnjähriges und präsentierte dabei eine stolze Zahl an Ausleihungen.
Von Gabi Hueber-Lutz

Die Gäste waren im Oldtimerbus unterwegs. Dabei wurde es eng, die Musik spielte aber trotzdem auf. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Die Gäste waren im Oldtimerbus unterwegs. Dabei wurde es eng, die Musik spielte aber trotzdem auf. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach. Die Zahl wäre bei der abwechslungsreichen Geburtstagsfeier für die Marktbücherei beinahe untergegangen: In den zehn Jahren ihres Bestehens haben die Leser hier eine Million Titel ausgeliehen. Darauf waren die beiden Büchereileiterinnen Bettina Grünewald und Henriette Schaffner ebenso stolz wie der Büchereireferent der Marktgemeinde, Dr. Bernd Mathies.

Neben der Auswahl an Medien kam während der zehn Jahre auch der ganze Reigen der verschiedenen Veranstaltungen vom Schrottwichteln bis zu den Autorenlesungen beim Publikum prima an. Kein Wunder, dass die Geburtstags-Lesereise im Oldtimer-Bus recht schnell ausgebucht war.

Mord und blaue Pille

Sie startete am Samstagnachmittag beim Kurhaus, wo Sprecher Daniel Torwesten sehr zum Vergnügen des Publikums aus dem „Pubertier“ vorlas. Weiter ging es zur Apotheke im Shopping-Center. Hier wurde es mörderisch. Ingrid Nolls „Apothekerin“ trieb ihr Unwesen. Und die Musiker „Trio Mamaol“, alias Martin, Markus und Oliver steuerten ungeniert Witziges zur blauen Pille bei.

Nächste Station: Saalhaupt. Dort wartete die Familie Schelkshorn schon auf die Besucher.

Im Oldtimer-Bus ging es auf Lesereise. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Im Oldtimer-Bus ging es auf Lesereise. Foto: Gabi Hueber-Lutz

„Hier riecht es nach Reifen, nach Schmiere, nach Mann“, stimmte Tina Grünewald das Publikum auf die folgende Geschichte ein. Torwesten gab die Anekdote rund um ein ergrautes Trio und das Navi im Auto zum Besten. „Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker“ heißt das dazugehörige Buch. Wurde schon vorher viel gelacht auf der Lesereise, so war die Stimmung danach noch besser. Bei aller Fröhlichkeit bot die Fahrt auch Gelegenheit, unbekannte Seiten der Großgemeinde zu entdecken. „Mein Gott, wie lange bin ich schon nicht mehr in Saalhaupt gewesen“, sagte eine Lesereisende und genoss den prächtigen Sonnenuntergang, dem der Bus zu seiner nächsten Station entgegenfuhr.

Im neu erbauten Hochbehälter in Lengfeld sperrte der kaufmännische Leiter des Wasserzweckverbands, Andreas Gimmel, der Gesellschaft auf. Literatur brauchte es bei dieser Station zunächst nicht, denn erst gingen die Blicke beinahe ehrfurchtsvoll zu den riesen Wasserbehältern, die beide jeweils tausend Kubikmeter Wasser fassen.

„Da ist unser Wasser drin, oh leck ...“, murmelte ein Mann. Und eine Frau äußerte leichtes Unbehagen: „Wenn das bricht ...“ Gimmel konnte beruhigen: Wegen der zylindrischen Form der Hochbehälter geht der allermeiste Wasserdruck nicht auf die Außenwände der Behälter, sondern auf den Boden.

Daniel Torwesten im Hochbehälter des Wasserzweckverbandes  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Daniel Torwesten im Hochbehälter des Wasserzweckverbandes Foto: Gabi Hueber-Lutz

Torwesten hatte inzwischen die Treppen bis zum Rand der Behälter erklommen und bald lauschte die Gesellschaft dem, was Karl Egon Ritter von Ebert dermaleinst Tiefsinniges zum Thema Wasser gereimt hatte. Nicht ganz so tiefsinnig präsentierten die Musiker dann im Bus das dazugehörige Lied: „Schau hi, da schwimmt a doder Fisch im Wasser ...“. Die Leute sangen mit und bester Laune kutschierte man weiter nach Oberndorf.

Auch Musik erklang im Hochbehälter.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Auch Musik erklang im Hochbehälter. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Die beiden Organisatorinnen beschlossen spätestens hier mit Blick auf die Uhr, dass das Programm ein wenig umgebaut werden musste. Der Kleine Prinz erschien deshalb bereits in der Brauerei Berghammer. Bevor Daniel Torwesten aber aus dem berühmten Werk von Antoine de Saint-Exupéry vorlas, gab es den angekündigten „Imbiss“. Beim Berghammer waren das Platten voller Schnitzel, Fleischpflanzerl, Kartoffelsalat und paniertem Sellerie.

Lesung vom ehemaligen Lehrer

Auch die jungen Büchereinutzer kamen nicht zu kurz. Für sie gab es anlässlich des Jubiläums bereits am Freitag eine Lesung mit Josef Moosbauer. Die meisten seiner jungen Fans kannten ihn, war er doch bis vor Kurzem noch Lehrer an der Bad Abbacher Grundschule gewesen. Er las aus seinen Büchern rund um Herrn Wurmapfel und Kater Paulchen. Tatkräftig wurde er dabei von ein paar Kindern unterstützt, die aus dem Stegreif verschiedene Rollen übernahmen. Ein vergnüglicher Nachmittag für die junge Leseschar.

Überraschende Einblicke

  • Aussicht::

    Im Hochbehälter des Wasserzweckverbands durfte Sprecher Daniel Torwesten einmal von oben auf sein Publikum herabschauen. Die Besucher standen zu Füßen der beiden 1000-Kubikmeter-Tanks und Torwesten ließ von oben Gedichtzeilen auf die Besucher regnen.
    Passend zu der wässrigen Umgebung hatte Schuberts „Forelle“ im Hochbehälter ihren Auftritt. Die Besucher hielten mit den Musikern und Vokalistin Henriette Schaffner sehr gut mit. Vielleicht inspirierte sie der Blick durchs Bullauge auf das glasklare Wasser in den Behältern.
    Im Oldtimer-Bus ging es auf Lesereise. Sie führte durch die halbe Gemeinde. Vom Kurhaus weg fuhr er in die Apotheke im Shopping-Center, nach Saalhaupt in die Autowerkstatt, zum Hochbehälter nach Lengfeld, in die Brauerei nach Oberndorf und wieder zurück. (lhl)

Zur Party am Samstagabend trafen sich dann wieder die Erwachsenen. Er sei noch ganz „geflashed“ von der Lesereise bekannte Dr. Mathies und blickte auf den Beginn der Bücherei zurück als sein Ziel war, ein lebendiges, kulturelles Zentrum zu schaffen. Das sei voll in Erfüllung gegangen, dank des „phänomenalen Teams“, das den Betrieb seit zehn Jahren stemmt. Auch von den Besuchern wurde mit Staunen zur Kenntnis genommen, dass konstant um die 20 Ehrenamtliche in der Bücherei mitarbeiten und ihr das unverwechselbare Gesicht verleihen. Ähnlich drückte es stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika aus: Für das Grundfundament habe der Markt Sorge zu tragen. Aber das Leben wird der Bücherei von dem kompletten Team eingehaucht. „Ihr habt da ein Schmuckstück draus gemacht!“ Ob des Lobs fand Tina Grünewald den innersten, wahren Grund, warum die Bücherei so gut läuft: „Das geht nur, weil wir seit zehn Jahren eine funktionierende Kaffeemaschine haben.“

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