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Menschen

Die Hilfe für Afrika geht weiter

Die Kirchmann-Stiftung aus Abensberg startet ins neue Jahr – mit neuem Projekt in Burkina Faso und einer Kulturwoche.
Von Manfred Forster

Die aktuelle Gesundheitsstation in Sérékéni ist mehr als marode. Foto: Kirchmann
Die aktuelle Gesundheitsstation in Sérékéni ist mehr als marode. Foto: Kirchmann

Abensberg.2018 – diese Jahreszahl markiert für die Kirchmann-Stiftung aus Abensberg einen Meilenstein. 2018 wird das zehnte Jahr sein, in dem Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann in Afrika tätig sind. Ihr Tatendrang lässt nicht nach – eher im Gegenteil. Erst Anfang Dezember ist Hanns-Peter Kirchmann aus Burkina Faso zurückgekommen – im Gepäck zahlreiche Kunstwerke für das Begegnungsprojekt „Traum und Wirklichkeit“, das im März einen Höhepunkt im kulturellen Jahreslauf des Landkreises darstellen wird. Und ein neues Hilfsprojekt: eine Krankenstation für das Dorf Sérékéni.

So leben die Menschen in Sérékéni – Entwicklungshilfeorganisationen haben bisher einen Bogen um das Dorf in Burkina Faso gemacht.   Fotos: Kirchmann
So leben die Menschen in Sérékéni – Entwicklungshilfeorganisationen haben bisher einen Bogen um das Dorf in Burkina Faso gemacht. Fotos: Kirchmann

Das erste Projekt, die Entbindungsstation mit angeschlossenem OP-Trakt in der Gesundheitsstation in Sabou ist abgeschlossen. Jetzt ist das Gesundheitsministerium von Burkina Faso auf die Stiftung zugekommen mit der Bitte, ein neues Projekt im Gesundheitsbereich zu übernehmen. Stiftungsvorstand Hanns-Peter Kirchmann sagte zu, die Station in Sérékéni aufzubauen.

„Mehrere Gründe waren hierfür ausschlaggebend“, erklärt Kirchmann, „zunächst einmal, dass Sérékéni 600 Kilometer weit von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt und fernab der größeren Entwicklungszentren liegend, bisher keinerlei ausländische Unterstützung erhalten hat. Ein weiterer Grund war, dass die Stiftung aufgrund der anderen Projekte, deren Betreuung aufwendig ist, ein überschaubares Projekt übernehmen will, das der Kapazität der Stiftung entspricht“.

Neue Aufgaben

Das Jugendzentrum in Atar/Mauretanien, für dessen laufenden Betrieb die Stiftung auch zuständig ist, ist auf einem guten Weg.

Seit August 2015 führt die Stiftung von Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann das Engagement der Regensburgerin Susanne Heckmann fort. Die inzwischen 84-Jährige hat zusammen mit Vertretern vor Ort den Grundstein für das Jugendzentrum gelegt.

Hanns-Peter Kirchmann und Susanne Heckmann über das Projekt in Mauretanien:

Kirchmann-Stiftung beerbt Initiative

„Unser neues Projekt Sérékéni in Burkina bringt neue Aufgaben“, sagt Hanns-Peter Kirchmann. Hier muss die Gesundheitsstation neu gebaut werden, die Bevölkerung wird nicht nur durch Hand und Spanndienste, sondern auch finanziell an dem Projekt beteiligt. Als erstes muss aber ein Generalkonzept für das Dorf aufgestellt werden, „was bei so einfachen Dingen, wie der Organisation der Müllabfuhr durch den Frauenverein beginnt.“

Hanns-Peter Kirchmann wird in Sérékéni begrüßt Foto: Kirchmann
Hanns-Peter Kirchmann wird in Sérékéni begrüßt Foto: Kirchmann

Zusammen mit Dr. Seydou Barro, Staatssekretär im Gesundheitsministerium von Burkina Faso besuchte Hanns-Peter Kirchmann, Vorstand der Stiftung Main dans la Main/La Porte de l‘Espoir Ende November erstmals Sérékéni´. Was ihn dort erwartete, ist auch europäischer Sicht kaum vorstellbar: Das Dorf liegt in einer fruchtbaren Gegend im Westen des Landes, nahe der Grenzen zu Mali und der Elfenbeinküste.

Im Interview mit unserem Medienhaus zieht Hanns-Peter Kirchmann eine kurze Zwischenbilanz zur Arbeit der Stiftung und erklärt, warum die Hilfe für Afrika wichtig ist.

Die erste Überraschung gab es zirka zehn Kilometer vor dem Dorf Sérékéni: eine Truppe von mindestens 50 Mopedfahrern erwartete die Besucher, mit ohrenbetäubendem Gehupe fuhr man ins Dorf ein. „Wir wurden sehr freundlich vom Chef des Dorfes und seinem Sekretär empfangen, es wurde betont, dass es kaum eine Organisation aus dem Bereich der Entwicklungshilfe gibt, die das Dorf betreten habe und man sei sehr glücklich“, erzählt Kirchmann.

Was ihn am Gelände der Krankenstation erwartete, ist unbeschreiblich: rund 1000 Menschen aus dem Dorf, Alte, Kinder, Musikgruppen, Politik und Verwaltung warteten, es wurden immer wieder Reden gehalten, die Frauen tanzten. „Es war rührend“, so Kirchmann.

Jeder muss seinen Teil beitragen

Der Besuch der Station selbst zeigte den baufälligen Zustand des Gebäudes, das vermutlich abgerissen werden muss, „Das ganze Gelände bedarf einer planerischen Handreichung“, sagt Kirchmann, der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der in Abensberg ansässigen kplan AG ist.

„Eines der Hauptprobleme ist natürlich die Energieversorgung, die mit Solarzellen und nachgeschaltetem Generator im Prinzip nur für zirka 30 Familien im Dorf funktioniert“, berichtet Kirchmann weiter.

Wie es in Sérékéni weitergeht, steht noch nicht im Detail fest. Zunächst soll ein generelles Konzept erarbeitet und ein Stufenplan, was am dringendsten nötig ist, erstellt werden.

Die Bildergalerie gibt einen Einblick in die Arbeit der Kirchmann-Stiftung in Westafrika.

Die Kirchmann-Stiftung in Westafrika

Klar ist allerdings: „Das Projekt macht nur im Rahmen eines Vertrages zwischen dem Staat Burkina Faso, der Dorfgemeinschaft und der Stiftung Sinn. Jeder muss seinen Teil dazu geben: der Staat die Medikamente und das Personal, das Dorf muss einen Anteil am Bau übernehmen und Main dans la Main übernimmt die planerische Konzeption und die Kosten des Baus.“

Viel Arbeit, nicht nur für heute und morgen sondern auf lange Zeit. „Aber, so sagt Kirchmann, „hier wird für Menschen investiert, die sich oft vergessen glauben. Und das ist gut investiert.“

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