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Bekräftigt

Die höheren Kita-Gebühren bleiben

Elternvertreter hatten sich an die Gemeinde Teugn gewandt und gegen die jüngsten Beschlüsse Einspruch eingelegt. Vergeblich.
Von Gabi Hueber-Lutz

Gute Betreuung kostet viel Geld. An der Frage, wer das finanzieren soll, scheiden sich die Geister. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Gute Betreuung kostet viel Geld. An der Frage, wer das finanzieren soll, scheiden sich die Geister. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Teugn. Der Sitzungsraum war voll: Über 20 Bürger waren zur Teugner Gemeinderatssitzung am Montag gekommen. Ein Großteil von ihnen Eltern, die nicht hinnehmen wollten, was der Gemeinderat vor vier Wochen zu den Gebühren für die Betreuung von Kindergartenkindern beschlossen hatte.

Im Kern ging es darum, dass die hundert Euro, die die Bayerische Staatsregierung pro betreutem Kindergartenkind bezahlt, von der Gemeinde überwiegend nicht an die Eltern weitergegeben werden. Sie stecken in einer Gebührenerhöhung. Deshalb zahlen Eltern bei der ab September geltenden Gebührensatzung nur zum Teil weniger, zum Teil aber auch mehr für die Betreuung ihrer Kinder. Der Elternbeirat hatte in einem Brief an den Gemeinderat seine Position dargestellt.

Rederecht für Elternbeirat

Katrin Lechner erhielt als Vertreterin des Elternbeirats bei der Sitzung Rederecht. Der Aufschrei unter den Eltern sei groß gewesen, berichtete sie. Im April habe es geheißen, Eltern von Kindergartenkindern bekommen 100 Euro Entlastung bei deren Betreuung, drei Monate später war das zum Teufel und zum Teil müssen sie jetzt mehr bezahlen. Sogar für Vorschulkinder, die bisher kostenfrei sind, fallen wieder Gebühren an. Mitunter rentiere es sich für Mütter nicht mehr, überhaupt arbeiten zu gehen.

Gute Betreuung kostet viel Geld. An der Frage, wer das finanzieren soll, scheiden sich die Geister. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Gute Betreuung kostet viel Geld. An der Frage, wer das finanzieren soll, scheiden sich die Geister. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Lechner zählte noch weiter Punkte auf, die gegen eine solche Erhöhung sprächen: Andere Kindergärten hätten ein größeres Angebot und flexiblere Essenszeiten. In Teugn habe man außerdem auf die Turnhalle zwei Jahre verzichten müssen.

Eltern frühzeitig beteiligen

Gestört habe die Eltern auch, dass keiner mitbekommen habe, dass Erhöhungen geplant waren. „Holt uns einfach eher mit ins Boot“, forderte Katrin Lechner. Bürgermeister Manfred Jackermeier äußerte Verständnis für die Position der Eltern, verdeutlichte aber auch die Situation der Gemeinde. Das Angebot an Kinderbetreuung sei kontinuierlich ausgeweitet worden. Für die Gemeinde fallen dafür im Verwaltungshaushalt jährlich knapp 734 000 Euro Kosten an. Der ganze Verwaltungshaushalt umfasst 2,4 Millionen.

Von staatlicher Seite sei eigentlich eine Drittelung der Betreuungskosten zwischen Staat, Kommune und Eltern vorgesehen. Die Eltern in Teugn zahlten derzeit einen Anteil von acht bis zehn Prozent. „Unsere Absicht ist es nicht, die Eltern zu ärgern“, sagte der Bürgermeister. Aber die Gemeinde habe die hundert Euro als Anlass genommen, nun auch einmal auf ihren Haushalt zu schauen.

Die Kindergarten-Gebühren waren schon in früheren Sitzungen ein umstrittenes Thema:

Kidnerbetreuung

Soll die Gemeinde zahlen?

Der Bedarf steigt in Teugn. Damit steigen auch die Kosten für die Kommune. Etliche Gemeinderäte sind skeptisch.

Natürlich habe Teugn hohe Rücklagen. Die dürften aber nicht dazu verwendet werden, laufende Kosten zu decken. Rücklagen könnten aber zum Beispiel für den Bau einer Krippe genutzt werden. Ein wichtiges Argument Jackermeiers gegen den kostenlosen Kindergarten waren die eventuellen Folgen. Viele Eltern würden dann vermutlich Betreuungszeiten zubuchen. Die Gemeinde bräuchte dann mehr Betreuungspersonal, „und dann haben wir ein Problem“. Tatsächlich seien wegen der Erhöhung nun Stunden zurückgebucht worden. Er glaube, dass nun so gebucht worden sei, wie es tatsächlich gebraucht werde. Falls es jemanden hart treffe, könne die Gemeinde das von Fall zu Fall prüfen.

Details

  • Umbuchung:

    Bisher konnten Eltern jederzeit umbuchen. Nun sind Änderungen nur mehr zu Quartalsbeginn möglich, um unnötiges Hin- und Her-Buchen zu vermeiden. Eine Vier-Wochen-Frist muss dabei eingehalten werden.

  • Gebühren:

    Wird ein Kind fünf Stunden pro Tag im Kindergarten betreut, bezahlen die Eltern 25 Euro. Bei acht Stunden Betreuung pro Tag sind es 100 Euro. (lhl)

Jackermeier verteidigte auch die relativ hohen Kosten für längere Buchungszeiten. Bei fünf bis sechs Stunden Betreuungszeit sei man billiger geworden. Nach der sechsten Stunde würden aber die Kinder rapide weniger, das Betreuungspersonal bleibe aber das gleiche.

Mögliche Lösung in Detailfragen

Über andere Punkte, wie Verpflegung auch für Kinder, die bis 13.30 Uhr in die Kita gehen, werde man mit der Kita-Leitung reden. Und auch die Buchungsintervalle werde man sich noch einmal anschauen. Martin Eisenreich beantragte, über die Gebührenhöhe noch mal zu reden und den Stundensatz um fünf Euro zu senken.

Fritz Zirngibl beantragte, eine gerechtere Lösung zu suchen und nicht bei den Kindern zu sparen. „Wir müssen Prioritäten setzen, auch wenn wir dann erst einmal ins Negative schlittern“, sagte er. Mit einer Mehrheit von 9:3 Stimmen lehnte der Rat beides ab.

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