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Tradition

Die Kelheimer Schäffler-Familie Breunig

Der einstige Handball-Abteilungsleiter Karl Breunig war bereits 1949 beim Zunfttanz dabei – seine Begeisterung vererbte er.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die Kelheimer Schäffler im Jahr 1949: In der ersten Reihe der Schäffler links ist Karl Breunig senior Foto: Wachter/Schäffler-Archiv.
Die Kelheimer Schäffler im Jahr 1949: In der ersten Reihe der Schäffler links ist Karl Breunig senior Foto: Wachter/Schäffler-Archiv.

Kelheim.Die Breunigs in Kelheim sind seit Jahrzehnten eine Schäffler-Familie. Seit drei Generationen sind Breunigs bei der Traditionstruppe des ATSV Kelheim engagiert. Karl Breunig senior, der Abteilungsleiter der Handballer war und in der Mannschaft mitspielte, war der erste Schäffler der Familie Breunig. Bereits 1949 trat er bei dem Zunfttanz in seiner Heimatstadt mit auf. Seine Söhne Gerhard und Karl, Schwiegertochter Bärbel sowie die Enkel Udo und Mario sind noch bei den Kelheimer Schäfflern engagiert.

Karl Breunig senior betrieb bis 1970 ein Molkereigeschäft in der Kelheimer Altstadt. In der Brunngasse hatte die Familie auch gewohnt. Zum Angebot des dortigen Lebensmittelgeschäfts des Vaters gehörten auch Molkereiprodukte. Als Grund, warum der Betrieb von den Eltern aufgegeben wurde, nennt Sohn Gerhard die größeren Lebensmittelgeschäfte, die in Kelheim eröffneten.

Treu geblieben

Die Schäffler-Familie Breunig (v. l. Bärbel, Gerhard, Mario, Karl, Doris), der Kasperl ist Udo Breunig.  Foto: Knittl
Die Schäffler-Familie Breunig (v. l. Bärbel, Gerhard, Mario, Karl, Doris), der Kasperl ist Udo Breunig. Foto: Knittl

Der Stadt blieben die Breunigs aber weiterhin treu. Den Namen Breunig kennen viele in der Region durch den Käsestand auf dem Kelheimer Volksfest, der seit Jahren dort anzutreffen ist und von Karl Breunig jun. betrieben wird. Auch sein Bruder Gerhard hilft mit und so setzen beiden zusammen eine Familientradition fort. Aber nicht nur auf dem Volksfest, sondern auch schon bei vielen Schäfflersaisons in der niederbayerischen Kreisstadt Kelheim.

Vom Vater hatten sie als Kinder die Schäfflertradition kennengelernt. In der Kindheit sah sich der Breunig-Nachwuchs, wenn im siebenjährigen Turnus der Zunfttanz in Kelheim aufgeführt wurde, die Auftritte an. Wie der Vater, so spielten auch die drei Brüder Handball. Ihre Mutter Doris war sehr lange Zeit Kassiererin der Handballabteilung und ab 1984 bis zur Saison 2012 die gute Fee bei Schäffler-Auftritten und auch für die Kleidung der Traditionstruppe mit zuständig. Das Ehepaar ist zwischenzeitlich verstorben, Karl Breunig senior 1993 und seine Frau Doris zwei Monate nach der Schäfflersaison 2012. Waren früher alle drei Breunig Brüder – Karl, Gerhard und Christian – bei der Traditionstruppe des ATSV, so sind nach wie vor Karl und Gerhard dabei; ihr Bruder wohnt nicht mehr in Kelheim.

Karl Breunig jun. kam 1984 zu den Schäfflern. Dreimal tanzte er mit. Auch 1981 bereits, als damals ein Schäfflerauftritt anlässlich des Besuchs von Fernsehmoderatorin Carolin Reiber in Kelheim stattfand, war er dabei. Für einen außertourlichen Auftritt „ist der Aufwand immer groß“. Karl Breunig jun. erläutert auch warum. Es müsste geübt und auch die Kostüme ausgegeben werden. Zweimal – 2005 und 2012 – bereicherte er die Aufführungen als Reifenschwinger. Danach wollte er, dass diese Aufgabe ein Jüngerer übernimmt.

Brauchtum

Vom Schäffler-Virus infiziert

In so manchen Kelheimer Familien spielt seit langem die Tradition um den Zunft-Tanz der Fassmacher eine Rolle.

Aber Karl Breunig ist nach wie vor mit den ATSV-Schäfflern verbunden. „Ich bin im Organisationsteam voll mit dabei.“ Seine Erfahrung als Reifenschwinger habe er an den Nachfolger weitergegeben, ihm zur Seite gestanden und Tipps geben. Und bei den anstehenden Auftritten „werde ich normalerweise immer dabei sein“.

Über seinen großen Bruder Karl ist einst Gerhard Breunig zur Traditionstruppe gekommen. Er ist nach wie vor aktiv. Am Sonntag, 20. Januar, beginnt für ihn die sechste Tanzsaison. Dreimal hatte der 57-Jährige die Rolle des Vortänzers über. Er war also der Erste in der Reihe der Tänzer. In diesem Jahr nun hat er diese Position nicht mehr inne, aber sie bleibt sozusagen in der Familie. Mario Breunig, ein Sohn von Karl Breunig jun.., hat den Vortänzerposten vom Onkel übernommen.

Im Dezember probten die Schäffler noch nicht in ihren Kostümen, aber sie beherrschten den Tanz bereits.

Der neue Vortänzer (34) der ATSV-Schäffler ist Vater von zwei Töchtern und einem Sohn, die „bestimmt oft zuschauen werden“. Wie der 34-Jährige sagt, „sind die Auftritte außergewöhnlich“. Er hebt auch die Kameradschaft hervor. Bei den ATSV-Schäfflern kämen Sportler unterschiedlicher Abteilungen zusammen. Die Traditionspflege ist nach Ansicht des jungen Familienvaters „sehr zeitgemäß, wenn man den Zuspruch der Kelheimer sieht“. Bei den gebuchten Auftritten verzeichnen die Schäffler in der 16. Saison bei den Tanzbuchungen einen Rekord. Insgesamt 252 Mal treten sie bis zum Faschingsdienstag auf.

Am Sonntag startet die Schäfflersaison

  • Auftakt:

    Die 16. Saison der ATSV-Schäffler in Kelheim beginnt am Sonntag, 20. Januar. Vom Weissen Bräuhaus aus marschieren die Schäffler ab 10.30 Uhr im Kirchenzug, der durch die Emil-Ott-Straße führt, zur Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Dort beginnt um 11 Uhr der Gottesdienst, den Pfarrer Reinhard Röhrner zelebriert.

  • Auftritt:

    Um 12.30 Uhr tanzen die Schäffler erstmals 2019 auf dem Stadtplatz. Zu der Aufführung ist die gesamte Bevölkerung willkommen. Für weitere Auftritte geht es dann an diesem Tag ins Fischerdörfl. Ab 13.25 Uhr sind Aufführungen im Fischerdörfl/Alleestraße. In Lindach und Lohstadt wird am Sonntagnachmittag auch getanzt.

„In den Schoß gefallen“

Und Marios jüngerer Bruder Udo ist ebenfalls im Schäfflerteam. Er gehört der achtköpfigen Kasperl-Crew an. Der 30-Jährige hat seit seiner Jugend Erfahrung als Spaßmacher. Auch heuer trägt er mit dazu bei, die Zuschauer auf humorvolle Art und Weise und mit so manchen akrobatischen Kunststücken zu erheitern. Hinsichtlich seines Engagements bei den ATSV-Schäfflern, sagt er: „Mir ist das eigentlich in den Schoß gefallen.“ Damit meint er die Schäffler-Tradition, die in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wird, wie auch die Leidenschaft für das Handballspielen.

Auch eine Frau aus der Familie Breunig engagiert sich noch bei den Schäfflern: Gerhards Frau Bärbel. Die zweite Saison ist sie dabei als eine der drei guten Feen, die im Begleitteam mit im Einsatz sind. „Es ist fast so wie eine Familie“, sagt die Kelheimerin.

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