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Region Kelheim
Sonntag, 23. September 2018 19° 4

Interview

Die Lage ist angespannt

Hans Deubel, Obermeister der Bäckerinnung Regensburg/Kelheim, sieht viele gründe für den Lehrlingsschwund.
von Benjamin Neumaier

Obermeister der Bäckerinnung Hans Deubel Foto: Deubel
Obermeister der Bäckerinnung Hans Deubel Foto: Deubel

Kelheim.Herr Deubel, viele Bäcker suchen händeringend Lehrlinge, finden aber keine –warum?

Die Lehrlingssituation ist bedingt durch die geburtenschwachen Jahrgänge. Das gesamte Handwerk sucht Lehrlinge. Ein Problem ist auch, dass 54 Prozent der Schüler Gymnasiasten und Realschüler sind und größtenteils für das Handwerk ausfallen.

Ist die Situation bedenklich?

Die Situation ist angespannt, aber noch nicht bedenklich. Bedenklich ist nur, dass sich nach der Lehrzeit viele Lehrlinge anders orientieren und nicht im erlernten Beruf bleiben.

Wie hat sich die Situation in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert?

Es ist ein ständiges Auf und Ab. 1971 hatten wir gerade mal 18 Lehrlinge, im Jahr 2000 etwa 30 und 2017 sind es nun zwölf Lehrlinge.

Müssen die Bäcker transparenter werden oder eine öffentliche Charme-Offensive starten?

Die Bäcker müssen nicht transparenter werden, sie müssen den Schülern ehrlich und offen gegenüberstehen. Bäcker ist ein Beruf, den nicht jeder machen kann. Wir müssen vermitteln, dass man hier sehr kreativ sein kann und täglich viele Erfolgserlebnisse hat.

Wie sehen Sie die Zukunft des Bäckerhandwerks und auch Ausbildungssituation?

Die Zukunft des Bäckerhandwerks hängt sehr stark mit der Wirtschaftspolitik unseres Staates zusammen. Sollte man weiterhin unseren Beruf mit willkürlichen Vorschriften und Gesetzen belasten, wird das Bäckerhandwerk erheblich schrumpfen und der Dorf- oder Landbäck der Vergangenheit angehören. Es müsste auch die Wertschätzung der Handwerksbäcker wieder steigen, um uns die Zukunft zu erleichtern.

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