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Turnier

Die Luft der Prärie schnuppern

Beim Westernreiten simulieren die Teilnehmer die Arbeit der Cowboys. Acht Meistertitel wurden vergeben.
Von Gabi Hueber-Lutz

Wie Cowboys am Gatter: Beim Öffnen sind enge Bewegungen wichtig, damit keine Herdentiere durchschlüpfen können. Foto: Hueber-Lutz
Wie Cowboys am Gatter: Beim Öffnen sind enge Bewegungen wichtig, damit keine Herdentiere durchschlüpfen können. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Es geht sehr genau zu beim Westernreiten. Mit dem Meterstab legen Helfer verschiedene Stangen auf den Boden, bilden ein abgezirkeltes Viereck oder Gänge mit genau abgemessenen Breiten. Wenn später die Pferde mit ihren Reitern in der Disziplin Trail antreten, müssen sie sich genau innerhalb der ausgelegten Stangen bewegen.

Ertönt der dumpfe Ton, mit dem ein Pferdehuf an das Holz schlägt, notieren die Richter einen halben Strafpunkt, tritt das Pferd auf das Holz, wird ein ganzer Strafpunkte fällig und zerstört es das Gebilde mit seinen Hufen, sind es fünf Punkte, die der Reiterin, dem Reiter abgezogen werden.

Westernreiten, das ist die Nachahmung dessen, was für die Cowboys das tägliche Brot in ihrer Arbeit mit Herden war. Wenn beim Trail die Reiterin ein Seil vom Gatter löst, mit dem Pferd hinter das Seil wechselt und es wieder einhängt, so wird damit ein Arbeitsablauf imitiert. Cowboys müssen Gatter öffnen und wieder schließen. Ihre Pferde müssen sich dabei so verhalten, dass nur sie und ihr Reiter, nicht aber gleichzeitig auch Tiere aus der Herde durch dieses Gatter schlüpfen können. Pferde, die gemeinsam mit ihren Cowboys bei der Herde arbeiten, müssen schnell und sehr wendig sein.

Arbeiten wie die Cowboys

Im Trail wird diese Wendigkeit durch das Drehen auf engstem Raum simuliert. Ein ausgelegtes Blech im Parcours stellt eine Brücke dar. Es ist wichtig, dass das Pferd durch seine Haltung zu erkennen gibt, dass es die Brücke oder auch ein Hindernis erkennt, erklärt Patrick Vesic. Er ist mit seinem Pferd Spooks hasty snail allein unter Frauen im Wettbewerb um den Titel des Niederbayern/Oberpfalz-Meisters im Trail. Das Glück dieser Erde liegt bei diesem Turnier offensichtlich hauptsächlich für das weibliche Geschlecht auf dem Rücken der Pferde.

Das Westernreitturnier fand in der Eiermühle Bad Abbach statt. Foto: Hueber-Lutz
Das Westernreitturnier fand in der Eiermühle Bad Abbach statt. Foto: Hueber-Lutz

Bevor der Wettbewerb startet, laufen die Zweibeiner in dem Gespann die Strecke ab, verinnerlichen den Parcours. Manches Gespann bewegt sich mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit durch den Trail, bei anderen ist der Wurm drin und die Stangen liegen kreuz und quer. Dann wird der Parcours mit dem Meterstab neu ausgerichtet, damit die Bedingungen für alle gleich sind. Annika (15) strahlt, als sie aus der Halle reitet und lobt ihr Pferd namens Go for cash Captain Jack immer wieder. Sie ist sehr zufrieden. „Es ist richtig gut gelaufen für unsere Verhältnisse“, freut sie sich.

Richterin Claudia Holtmann beobachtet das Geschehen genau, notiert die Plus- und Minuspunkte, die die einzelnen Teilnehmer sich erarbeiten, und am Ende stehen die Platzierungen fest. Der rote Teppich wird ausgerollt, die Schleifenmädchen kommen, die Sieger werden geehrt. Valentina, Julietta und Finja, drei der Schleifenmädchen, haben vorher abgesprochen, wer wem die Medaille überreichen darf. Alle drei reiten selber und es macht ihnen großen Spaß, Reiter und Pferde auszuzeichnen. Auch Emma (11) ist mit Buddha in zwei Disziplinen angetreten und ist hoch zufrieden mit ihren Platzierungen. Sie liebt diese Art zu reiten. „Man hat so ein freies Gefühl beim Westernreiten“, beschreibt sie nach kurzem Nachdenken den Grund für ihre Begeisterung.

Pferdehufe statt Mehl

Für die Besitzerin des Reitstalls, Natalie Eibeler-Gruber, ist es das vierte EWU-Turnier, das sie in der Eiermühle ausrichtet. Wo früher Mehl gemahlen wurde, geben heute Pferdehufe den Takt an. Die Zeiten ändern sich. Das weiß auch Elisabeth Gruber. Früher war sie Müllerin der Eiermühle, heute unterstützt sie bei dem Turnier ihre Schwiegertochter.

Die Ergebnisse des Teams Eiermühle bei den Niederbayern/Oberpfalz Meisterschaften: Annalena Munz (Kelheim): 1. Platz Westernriding, Vize-Meister Trail; Tanja Munz (Kelheim): Vize-Meister RanchRiding, Vize-Meister Westernriding; Sophia Islinger (Hausen): Vize-Meister Reining, Vize-Meister senior Superhorse, 3. Platz Western Pleasure, 3. Platz Western Riding; Annika Brandl (Bad Abbach): Vize-Meister Western Horsemanship; Tinke-Sophia Munz (Kelheim): 3. Platz Reining.

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Sportliches

  • Veranstaltung:

    Acht Meisterschaften auf der Eben Niederbayern/ Oberpfalz wurden bei dem EWU (Erste Westernreiter Union Deutschland) -Turnier ausgetragen. Das Team Eiermühle errang einen Meistertitel, sechs zweite Plätze und drei dritte Plätze.

  • Disziplinen:

    Pleasure, Trail, Horsemanship, Ranch Riding, Reining, Western Riding, Showmanship at Halter und Superhorse. (lhl)

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