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Erinnerung

Die Namensgeberin war auch das Vorbild

Eine weltgewandte Heilige stand dem Cabrini-Haus Offenstetten Pate. Heute vor 100 Jahren starb die italienische Amerikanerin.

Ab 1946 fanden im Cabrini-Haus in Offenstetten zunächst Waisenkinder ein neues Zuhause. Fotos: Archiv Cabrini-Haus

Abensberg.Just als im Juli 1946 die ersten Kinder am Schloss in Offenstetten von den schon wartenden „Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz“ in ihr neues Zuhause aufgenommen wurden, sprach in Rom Papst Pius XII die Ordensfrau Francesca Cabrini heilig, am 7. Juli 1946. Das Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse veranlasste die Offenstettener Gründer, Prälat Michael Thaller und Daisy Schlitter, dem noch unbenannte Kinderheim den Namen Cabriniheim zu geben.

Ab 1946 fanden im Cabrini-Haus in Offenstetten zunächst Waisenkinder ein neues Zuhause. Fotos: Archiv Cabrini-Haus

„So kommt der fast exotisch klingende Namen ,Cabrini’ in das niederbayerische Offenstetten“, beschreibt Albert Steber. Er ist in einem Beitrag der Frage nachgegangen, wer diese Frau war, deren Todestags sich heute zum 100. Mal jährt.

Botschafter-Rolle erträumt

Francesca Cabrini wurde 1850 im lombardischen Sant Angelo Lodigiano geboren. Als Kind faltete sie gerne Papierschiffchen und setzte sie in das Flüsschen Lambro: Sie träumte, dass ihre Botschaft vom Fluss in die ganze Welt hinausgetragen wird und die Menschen glücklich mache.

Nach der Schule schloss sie sich einer Schwesterngemeinschaft an. Später gründet sie die Gemeinschaft „Schwestern des Heiligen Herzens Jesu“. Cabrinis großer Wunsch war, in die Mission nach China zu gehen. Doch ihr väterlicher Freund, Papst Leo XIII, schichte sie in Vereinigten Staaten: Sie sollte sich mit ihren Schwestern um die italienischen Auswanderer dort kümmern.

Francesca Cabrini Fotos: Archiv Cabrini-Haus

Am 31. März 1889 legte der Dampfer vor New York an. Der Erzbischof empfing die Schwestern kühl: „Mutter, hier ist die Situation so, dass nichts zu tun ist. Ich sehe keine andere Lösung, als dass sie nach Italien mit ihren Schwestern zurückkehren.“ Die zierliche, aber selbstbewusste Cabrini antwortete entschieden: „Nein, Excellenz! Ich bin auf Anordnung des Papstes nach New York gekommen und hier werde ich bleiben.“ Derart klar waren ihre Ansagen stets, schildert Albert Steber. So sagte sie: „Ich schäme mich nicht für unsere Kinder zu bitten. Ich gehe zu den Leuten, die Geld haben und spreche sie freundlich an. So sage ich gerne: Ich helfe ihnen glücklich zu werden: Wenn Sie etwas hergeben, dann freuen Sie sich, weil Sie Gutes getan haben.“

Mit ihren Schwestern kümmerte sich Cabrini um Kranke, Gefängnis-Insassen und Menschen, die in der Arbeit ausgebeutet wurden. Und es kamen immer Kinder dazu, die elternlos waren oder tagsüber versorgt werden mussten. Später gründete Francesca Cabrini in Chicago das erste amerikanische Kinderkrankenhaus.

Der Traum ihrer Kindheit, die gute Botschaft in die Welt zu tragen, wurde Wirklichkeit.

Hommage an Cabrini

  • Zum 100. Todestag

    der Heiligen haben Albert Steber und Josef Eder ein Lied geschrieben, das bei der Mitarbeiterweihnachtsfeier vorgestellt wurde.

  • Im Refrain

    heißt es: „Wenn sich in uns´ren Träumen Wege öffnen, Freude und auch Hoffnung im Erwachen sind, dann lasst uns doch anfangen, den Gott geht mit.“

  • Musikalische Atempause

    am heutigen Freitag um 18.15 Uhr in der Pfarrkirche St. Barbara zum Thema „Francesca Cabrini und das Herz“

Im Laufe ihres Lebens überquerte Francesca noch rund 20 Mal den Atlantik, auch, um sich bei Papst Leo XIII Rat einzuholen. Sie durchquerte Nord- und Südamerika. In diesem rastlos scheinenden Leben suchte und fand Mutter Cabrini immer wieder zu Stille und Gebet, so Steber.

67 Einrichtungen gegründet

Die wachsende Schwestern-Gemeinschaft gründete in Nord- und Südamerika 67 Einrichtungen: Schulen, Waisenhäuser, Kitas, Krankenhäuser, Klöster. Am 22. Dezember 1917, als ihre Schwestern gerade Päckchen für Weihnachten vorbereiteten, starb Mutter Cabrini. Sie hinterließ „Tausende von Ordensschwestern“ und viele Häuser.

Francesca Cabrini ist die erste Amerikanerin, die heiliggesprochen wurde. Sie wird in den USA verehrt, aber auch in Italien. Ihr Geburtshaus ist ein Museum; in ihrer lombardischen Heimat gibt es einen „Freundeskreis Mutter Cabrini“, der vor einigen Jahren schon mal zu Besuch im Cabrini-Haus war. Er hatte auch bewirkt, dass 2010 der Hauptbahnhof von Mailand nach der Heiligen Franziska Xaviera Cabrini benannt wurde; er wird jedoch in der Beschilderung und im Fahrplan weiter nur als Milano Centrale bezeichnet. In Abensberg gibt es ein Bilderbuch über die Heilige.

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