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Ausschuss

Die neue Bibel des Abbacher Bauhofs

In der Gemeinde sollen weitere Blühflächen entstehen. Die Pflegeanleitung bekommt der Bauhof und dazu einen Balkenmäher.
Von Gabi Hueber-Lutz

Eine Weide für viele Insektenarten und auch für das menschliche Auge: die naturnahen Blühflächen beim Rathaus. Foto: Hueber-Lutz
Eine Weide für viele Insektenarten und auch für das menschliche Auge: die naturnahen Blühflächen beim Rathaus. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.So mancher Passant blieb in den letzten Jahren bewundernd an den Blühflächen beim Rathaus stehen. Bunt und vielfältig leuchtete es da. Ebenso vielfältig war das Summen der verschiedenen Insekten, für die hier der Tisch gedeckt war. Der Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss hat bei einer Begehung nach weiteren Flächen im Gemeindegebiet Ausschau gehalten, die zu naturnahen Blühflächen umgebaut werden können.

Blumenwiese soll bleiben

Zunächst ist der Ranken zwischen der Frauenbrünnlstraße und dem Kapellenfeld ins Auge gefasst und ein Graben im Goldtal Richtung Heidfeld. Auch die Blumenwiese im Innerort am Ende der Fußgängerzone soll bleiben, bis dieser Bereich umgestaltet wird. Genauso ist es bei einem Grundstück an der Kaiser-Therme, das eventuell verkauft werden soll. Bis es so weit ist, wird es den Blumen und den Insekten gehören. Eine Umgestaltung ist auch für Flächen am Rathaus geplant, auf denen im Moment nichts außer Gras wächst. „Ein bisschen Bodenaustausch und mit Stauden aufhübschen“, umriss dritter Bürgermeister Ferdinand Hackelsperger das Vorhaben. Er leitete die Sitzung. Bei der Erstbepflanzung möchte man den Obst- und Gartenbauverein um Hilfe bitten. Auch ein Pflegekonzept für diese Flächen wurde erarbeitet. „Der Bauhof bekommt das quasi als Bibel an die Hand“, kündigte Hackelsperger schmunzelnd an.

Pflegebedarf im Fokus

Bauhofleiter Stefan Franz nickte dazu, und Hermann Seidl-Schulz fürchtete eine Überbeanspruchung des Bauhofs. Hackelsperger konterte: Der Pflegebedarf liege bei sechs Minuten pro Jahr und Quadratmeter. Neben seiner Pflegebibel soll der Bauhof aber auch noch handfeste Unterstützung in Form eines Balkenmähers bekommen. Und da geht’s dann ins Geld. Mit 25 000 Euro bezifferte Franz die Kosten. Geschäftsleiter Georg Brunner schlug nach einiger Diskussion vor, ein entsprechendes Gerät im ersten Jahr zunächst zu mieten. Auch, um zu sehen, wie man damit zurechtkomme.

Ein weiteres Thema, das die Räte beschäftigte, waren Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume. Mit schöner Regelmäßigkeit scheiden sich ja an Baumfällungen die Geister. Da sei immer ein großer Aufschrei, berichtete Hackelsperger. Es sei aber klar, dass ein Baum gefällt werden müsse, wenn er am Sterben sei. Brunner betonte, wenn der Bauhof Bäume fällen müsse, ziehe man den Förster und den Kreisfachberater zu Rate, und wenn es nicht mehr anders gehe, werde gefällt. Der Bauhof sei in diese Richtung jetzt viel besser geschult, versicherte Hackelsperger.

Von Bienchen und Blümchen

  • Bienen:

    Beim Volksbegehren habe Bad Abbach am besten im Landkreis abgeschnitten, sagte dritter Bürgermeister Ferdinand Hackelsperger.

  • Blühflächen:

    Bad Abbach sei der einzige Ort im Landkreis, der so etwas innerorts mache.

  • Licht:

    Bei der Umstellung auf energiesparende Beleuchtung sei der Ort im Landkreis führend. (lhl)

An der Stelle eines gefällten Baums soll außerdem wieder ein neuer gepflanzt werden. Sieglinde Wasöhrl regte an, auch zu schauen, ob die Pflanzung an anderer Stelle manchmal nicht sinnvoller sei. An die 40 Bäume mussten und müssen noch weichen. Diskutiert wurde für die mit Bäumen gesäumten Straßenbereiche ein Baumkataster. Die Gemeinde habe hier die Verkehrssicherheitspflicht, sagte Brunner. In dem Kataster soll dokumentiert werden, welchen Zustand Bäume haben oder wann sie gepflanzt wurden. Auf Antrag des Bunds Naturschutz wird eine Magerrasenfläche im Goldtal in das „Eh-da“-Flächenprogramm mit aufgenommen.

Beweidung muss besser werden

Auf dieser Fläche werden Schafe geweidet, aber offensichtlich nicht zur allgemeinen Zufriedenheit. Das Chaos sei groß, mit Beweidung habe das nichts mehr zu tun, sagte Hackelsperger. Reden habe bisher nichts geholfen. Nun soll noch ein Versuch mit einem richtigen Pachtvertrag gemacht werden, den der Schäfer bisher nicht hat.

Der Ausschuss beschloss außerdem, das Energiekonzept, das die Hochschule Amberg bereits 2012 erstellt hat, wieder aufzugreifen und durch die Energieagentur Regensburg überarbeiten zu lassen. Bad Abbach ist kürzlich Mitglied der Energieagentur Regensburg geworden. 3 500 Euro kostet diese Nachjustierung des Konzepts. Die Agentur soll auch überprüfen, wo man weitere Photovoltaikanlagen sinnvoll installieren könnte. Für die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit fallen 400 Euro pro Gebäude an.

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