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Region Kelheim
Samstag, 23. Juni 2018 18° 3

Alarm

Die Stadt Kelheim will Rechtssicherheit

Seit 2016 schwelt der Streit um den neuen Sirenen-Standort in Weltenburg. Jetzt geht die Stadt vor die höchste Instanz.
Von Roland Kugler

An der Drehleiter montierten die Sachverständigen für ihren Test eine Sirene, um die Höhe realistisch darzustellen. Foto: Buchner/Archiv
An der Drehleiter montierten die Sachverständigen für ihren Test eine Sirene, um die Höhe realistisch darzustellen. Foto: Buchner/Archiv

Kelheim.Angefangen hat es im Herbst 2016 mit dem Fällen einiger Bäume. Auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Hoffeldstraße in Weltenburg sollte ein Mast für eine neue Feuerwehrsirene errichtet werden. „Diese ist notwendig geworden, weil die beiden nur 200 Meter voneinander entfernten Sirenen im Ort nicht mehr ausreichen, um im Ernstfall den gesamten Ortsbereich mit den Neubaugebieten zu beschallen“, erklärt Georg Sinzenhauser. Er ist geschäftsleitender Beamter der Stadt Kelheim und seit über 30 Jahren Kelheims Feuerwehrkommandant.

Übergangen gefühlt

Übergangen und gestört fühlen sich dabei einige Anwohner, allen voran Wolfgang Probst. Die Stadt habe die betroffenen Anwohner weder informiert noch um eine Stellungnahme gefragt. Und vor allem würde der geplante Sirenenstandort zu nah und laut für die nächsten Anlieger sein. Probst selbst hat einen seiner Wohnsitze dort, und ein Grundstück, das demnächst bebaut werden soll. Er ist mit seiner Meinung nicht allein: Mehr als 30 Nachbarn gaben ebenfalls ihre ablehnende Haltung kund, und machten ihren Protest per Unterschriftensammlung deutlich, die im Kelheimer Rathaus übergeben wurde.

Daraufhin nahmen Sachverständige zwei Messungen der Lautstärke vor, wofür eigens an einer Feuerwehrdrehleiter in der geplanten Höhe eine Sirene angebracht wurde. Beide Messungen ergaben eine Überschreitung des Immissionsschutzwerts – sprich der zulässigen 97 Dezibel (dB). Einmal waren es kurzzeitig 110 dB, einmal zwischen 104 und 110 dB.

Alternativen vorgeschlagen

Damit sei der Standort eindeutig nicht akzeptabel so Probst, und schlug Alternativen vor. Diese waren aber bereits vorher und sind teilweise noch mal von den Fachstellen geprüft worden, und als nicht oder weniger geeignet eingestuft worden. Deshalb will die Stadt am geplanten Standort festhalten. „Es ist ein Richtwert, ein Urteil. Aber es hat schon andere individuelle Urteile gegeben“, sagt Sinzenhauser. „Und Standorte die im Katastrophenfall nicht die gesamte Bevölkerung warnen, machen keinen Sinn“, deshalb wolle man an dem für Weltenburg optimalen Standort festhalten. Es würde in jedem einzelnen Fall entschieden, und das Gemeinwohl und die allgemeine Sicherheit gegen die Interessen und Nachteile Einzelner abgewogen.

Proteste gab es noch nie

Auch für Sinzenhauser ein ungewöhnlicher Schritt, denn in Jahrzehnten sei es ihm nicht passiert, dass gegen eine Feuerwehrsirene protestiert worden sei. „Momentan ist im Rötweg im Neubaugebiet in Kelheimwinzer eine geplant“, sagt er. „Auch dort hat es keine Einwände gegeben. Es ist ja für die Sicherheit der ganzen Bevölkerung, die im Katastrophenfall gewarnt werden muss, und für die Alarmierung der Feuerwehr.“

Deshalb werde man sich nun ans Innenministerium wenden, der obersten Instanz für öffentliche Sicherheit und Katastrophenschutz. „Nicht weil wir mit aller Gewalt etwas durchdrücken wollen, sondern weil wir Planungssicherheit für die Zukunft brauchen“, so Sinzenhauser. „Wir leben in immer weiter und dichter besiedelten Gebieten, und wenn sich öfter Anwohner durch Feuerwehrsirenen gestört fühlen dann können wir bald gar keine mehr errichten.“

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