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Freitag, 22. Juni 2018 18° 2

Interview

Die Unterstützung ist ungebrochen

2018 ist das zehnte Jahr, in dem die Kirchmann-Stiftung aus Abensberg in Afrika tätig ist. Die Arbeit geht ihr nicht aus.
Von Manfred Forster

Hanns-Peter Kirchmann wird von den Dorfältesten in Sérékéni begrüßt. Foto: Kirchmann
Hanns-Peter Kirchmann wird von den Dorfältesten in Sérékéni begrüßt. Foto: Kirchmann

Abensberg.

Die schleppende Regierungsbildung in Berlin hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Kirchmann-Stiftung. Über die Pläne berichtet Stiftungsvorstand Hanns-Peter Kirchmann in einem Gespräch mit MZ-Redakteur Manfred Forster.

Heuer werden es zehn Jahre, dass Sie in Afrika tätig sind: Eine kurze Bilanz?


Nur wer regelmäßig vor Ort ist, kann wirklich helfen. Und man kann mit relativ wenig Geld noch Wunder wirken in Afrika. Unsere Projekte, die wir in persönlicher Zusammenarbeit mit unseren afrikanischen Partnern machen, laufen besser als Gemeinschaftsprojekte mit hoch angesehenen Entwicklungshilfeorganisationen und auch manchen kirchlichen europäischen Organisationen. Oft ist bei den westlichen Partnern die Struktur zu kompliziert und die Mitarbeiter nicht ausreichend qualifiziert.

Damit diese Kinder und Jugendlichen in Atar in Mauretanien eine Zukunft haben, engagiert sich die Kirchmann-Stiftung in dem Jugendzentrum in der Wüstenstadt. Foto: Kirchmann
Damit diese Kinder und Jugendlichen in Atar in Mauretanien eine Zukunft haben, engagiert sich die Kirchmann-Stiftung in dem Jugendzentrum in der Wüstenstadt. Foto: Kirchmann

Zwei Projekte sind mehr oder weniger abgeschlossen, das Jugendzentrum in Atar/Mauretanien ist auf einem guten Weg – jetzt gibt es ein neues Projekt in Burkina Faso:

Es ist zunächst einmal festzustellen, dass das Jugendzentrum in Atar nicht abgeschlossen ist, denn hier ist die Stiftung nicht nur für den Bau, sondern auch für den laufenden Betrieb verantwortlich. Regelmäßiger Austausch mit der Schulleiterin Mame Sy und Cheikmou als technischem Projektleiter, Kontenführung etc. gehören ebenso dazu wie unsere persönliche Anteilnahme an der Arbeit unserer Mitarbeiter vor Ort.

Unser neues Projekt Sérékéni in Burkina Faso bringt neue Aufgaben, hier muss die Gesundheitsstation neu gebaut werden, die Bevölkerung wird aktiv nicht nur durch Hand und Spanndienste, sondern auch finanziell an dem Projekt beteiligt. Als erstes muss aber ein Generalkonzept für das Dorf aufgestellt werden, was bei so einfachen Dingen, wie der Organisation der Müllabfuhr durch den Frauenverein beginnt.

Der OP Bereich, den die Kirchmann-Stiftung in Sabou in Burkina Faso errichtet hat. Foto: Manfred Forster
Der OP Bereich, den die Kirchmann-Stiftung in Sabou in Burkina Faso errichtet hat. Foto: Manfred Forster

Wie sieht denn die Unterstützung ihrer Arbeit in Afrika aus Abensberg aus?

Die Unterstützung aus Abensberg ist auch nach zehn Jahren ungebrochen, es gibt neben „Wiederholungstätern“, die regelmäßig spenden, viele Menschen, die bei den Events der Pfarrei St. Barbara wie beispielsweise dem Adventskonzert die Projekte großzügig bedenken, Schulen oder kirchliche Gruppierungen haben Patenschaften übernommen, wir werden zu Vorträgen eingeladen, das ist sehr schön.

Im März findet das Kultur- und Begegnungsprojekt „Traum und Wirklichkeit“ statt mit Künstlern aus Afrika statt – was wollen Sie damit bezwecken?

Ziemlich genau vor neun Jahren bei der Eröffnung des Kulturprojektes Kunst und Solidität habe ich gesagt: ,Es ist in unserem eigenen Interesse wichtig, Afrika zu verstehen und zu helfen, denn irgendwann einmal werden die Afrikaner bei uns vor der Türe stehen.‘ Dass diese ,Vorhersage‘ so schnell Wirklichkeit geworden ist, konnte ich damals nicht ahnen. Jetzt geht es darum, das Wissen über den Schwarzen Kontinent, vor allem bei Jugendlichen, zu verbessern. Afrikaner sind nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge oder Drogendealer, sie haben eine hohe Kultur, die Ausstellung und der Besuch in den Schulen sollen einen Einblick in diese Kultur geben. Was ich kenne und verstehe, kann ich nicht hassen.

Kultur aus Westafrika - bereist 2009 fand in Abensberg und Neustadt Kulturtage der Kirchmann-Stiftung statt, 2012 in Siegen (Foto). Foto: Manfred Forster
Kultur aus Westafrika - bereist 2009 fand in Abensberg und Neustadt Kulturtage der Kirchmann-Stiftung statt, 2012 in Siegen (Foto). Foto: Manfred Forster

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr?

Ganz klar, wir haben das Kulturprojekt geplant und sind davon ausgegangen, dass wir auch dieses Mal eine Förderung des Auswärtigen Amtes bekommen. Aufgrund der schleppenden Regierungsbildung gibt es dazu keinen Etat und wir suchen dringend noch mehr Sponsoren für dieses Projekt, damit der Erlös des Kultur und Begegnungsprojektes den Projekten der Stiftung ungemindert zukommen kann.

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