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Natur

Die Welt der Pilze erkundet

Bei der Exkursion mit Michaela Schlosser bei Mallmersdorf erfuhren die Kinder, dass Pilze nicht nur im Wald wachsen, sondern auch zwischen den Zehen.
Von Karin Einsle

Michaela Schlosser erklärte den Kindern die Unterschiede der Pilze im Wald. Foto: Einlse

Mallmersdorf. Das Wichtigste erfahren die Kinder zuerst: „Pilze gehören nicht zu den Pflanzen“, erklärt die Naturpädagogin. „Sie sind ganz extra zu sehen.“ Eigentlich sind Pflanzen grün, aber Schwammerl sind braun, rot oder weiß – und doch ein wenig grün ist der Knollenblätterpilz. „Der ist giftig“, kommt es sofort von der achtjährigen Elisabeth. Neugierig blicken die Kinder auf den Käse, den Schlosser nun hochhält: ein Blauschimmelkäse. „Dies ist ein guter Schimmel“, sagt Schlosser. Es gibt aber auch einen nicht angenehmen Schimmel: den Nagelpilz. Hier hält Schlosser den Kindern ein Bild vor die Nase, auf dem Zehenpilz abgebildet ist.

Für die Kinder gibt es aber noch viel mehr zu lernen. Die Safari findet im Rahmen des Projekts Radula statt. Ziel ist es, Umweltbildungsarbeit direkt vor Ort stattfinden zu lassen. Dabei soll auch der „Blick über den Tellerrand“ nicht zu kurz kommen.

Etwa, wie sich Schwammerl vermehren: „Wichtig ist hier der Hut, der kann Lamellen oder einen Schwamm haben“, weiß die achtjährige Kira. Aus dem Hut fällt so etwas wie Samen, so fein wie schwarzer Puder. Zur Verdeutlichung hat Schlosser Champignons auf ein Papier gelegt. Als nächstes erklärt sie den Baumpilz. Wenn ein Baum älter oder krank ist, zersetzt er sich und wird morsch. Der neunjährige Sebastian weiß, dass man aus diesem Baumpilzen Hüte zaubern kann. Aber auch Haarspangen, oder früher die Umhänge für die Bischöfe.

Nach dem theoretischen Wissen geht es in den Wald. Wann wachsen denn die Schwammerl? „Ja klar, im Herbst“, wissen die Kinder sofort. Der elfjährige Bastian will Trüffel finden und fragt nach, ob er die dann behalten darf. „Nein, hier gibt es ein Sammelverbot – aber die sind auch so selten, dass man sie kaum finden wird“ meint Schlosser. Sie weist die Kinder extra darauf hin: „Nicht einfach wild alle Pilze ausreißen!“

Im weichen Waldboden hat Schlosser ein Schnürlgeflecht vergraben und einen Holzpilz darauf platziert. Damit erklärt sie den Kindern, dass das meiste vom Pilz unter der Erde ist: das Myzel. Der Sammler schneidet nur den Fruchtkörper ab. Am besten erntet man Pilze mit dem Messer – oder dreht sie heraus. Wichtig ist, dass man die Schnittstelle wieder zudeckt, damit das Geflecht nicht austrocknet.

Einen Knollenblätterpilz hat die Gruppe bei ihrem Ausflug auch gefunden. Er ist der giftigste Pilz. Die Gefahr ist, den giftigen Knollenblätterpilz mit dem eßbaren Champignon zu verwechseln. Champignons sind

unter dem Hut grau oder braun und haben auch keine Knolle am Boden. Die Leber wird zerstört, wenn ein Knollenblätterpilz gegessen wird. Deshalb müsse aufgepasst werden.

Das größte Lebewesen der Welt ist ebenfalls ein Pilz: Der Riesenhallimasch. Dieser kann in Kanada angetroffen werden. Dass Penicilline aus Pilzen gewonnen wird, war vielen Kindern neu.

In einem Perlpilz findet der elfjährige Adrian Würmer und Maden. „Die sind von der Pilzfliege“, erklärt Schlosser. Gleich daneben steht der giftige Pantherpilz. Schlosser zeigt den Unterschied zum verwechselbaren Perlpilz: der „Perli“ hat fleischfarbene Fraßstellen. Wie für alle Pilze gilt auch hier: „Wenn man sich nicht sicher ist, den Pilz lieber stehen lassen.“

Da man Trüffel aufgrund ihres Geruchs findet und es im Wald von Mallmersdorf keine Trüffel gibt, hat sich Schlosser ein kleines Spiel überlegt: Sie hat kleine Schwämmchen unter den Bäumen vergraben und die Bäume mit einem Parfüm besprüht. Nun heißt es: „Schnüffeln und graben!“ Die Kinder haben jede Menge Spaß dabei. Dann ist der lehrreiche Ausflug auch schon wieder vorbei. Am Schlosserhof gibt es für alle Kinder noch eine kleine Belohnung: Leckere Muffins mit verschiedenen Pilzmotiven.

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