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Tradition

Dorfmeister: Stöcke krachen auf Dauben

In Teugn wurden die besten Stockschützen gesucht – und gefunden: „Die häßlichen Vier“ gewannen die Meisterschaft.
Von Gabi Hueber-Lutz

„Die häßlichen Vier“ (rechts) wurden vor dem „Team Benkert“ Dorfmeister im Stockschießen.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
„Die häßlichen Vier“ (rechts) wurden vor dem „Team Benkert“ Dorfmeister im Stockschießen. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Teugn.Stöcke krachen, Dauben fliegen, enttäuschte Schreie tönten durch die Halle und gleich drauf riesen Jubel – bei der Dorfmeisterschaft der Stockschützen rührt sich so richtig was. In ihrer neuen Halle trugen sie auch heuer wieder ein Turnier aus, an dem das ganze Dorf teilnehmen konnte.

Profis und Laien gemischt

Die Stockschützenabteilung des FC Teugn tritt dabei nicht mit geballter Kompetenz in reinen Stockschützengruppen auf. Vielmehr mischen sich die Profis mit allen anderen oder Gruppen bilden sich speziell für die Meisterschaft. Jeweils zehn Mannschaften spielten am Vormittag und zehn am Nachmittag. Die waren insgesamt unterteilt in vier Gruppen. Die fünf Mannschaften einer Gruppe maßen jeder gegen jeden ihre Kräfte. Und zwar zweimal, also in Doppelrunden.

Die Teugner Club Fans waren genauso dabei wie die Feuerwehr mit einer Gruppe, der SCSC Teugn, der Radfahrverein, die Fußballer und Mannschaften vom Esperring und vom Talring. Und diejenigen, über die jemand sagte „die spielen besser als sie spielen“, das war – na klar, die Deigner Musi. Wobei die bessere Technik im Spiel ganz klar auf Seiten der Musik verortet wurde. Die Musikanten waren darüber nicht traurig, denn sie hatten jede Menge Spaß bei dem Turnier. Es galten die Regeln fürs Stockschießen und andere, wie die Goaßmaßregel.

Wenn ein Stock nämlich das Haus überhaupt nicht erreichte, also unterwegs verhungerte, wurde für den Schützen eine Goaßmaß als Entschädigung fällig. „Etz sans scho zwoa“, stellte ein Stockschütze ganz trocken fest, als kurz nacheinander ein zweiter Stock der Mannschaft ins Trudeln kam und sein Ziel nicht erreichte. Am meisten Punkte erspielten bei den Vormittagsschützen die Herren, die sich als „Die häßlichen Vier“ titulierten. Die g‘standnen Mannsbilder gaben keinen Punkt ab. Martin Hölzl, Erich Zepf, Christian Patton und Robert Eisvogel zogen somit ins Finale ein.

Die Stockhalle

  • Neubau:

    2018 wurde die Fläche der Freiluft-Anlage der Stockschützen mit einer Halle überbaut. Sie ist aber nicht nur für den Sport da, sondern auch für größere Veranstaltungen in der Gemeinde.

  • Veränderung:

    Im Moment geht es darum, die Halle in ihrem Inneren zu dämmern. Dass die Lautstärke sehr hoch ist, war auch bei den Dorfmeisterschaften nicht zu leugnen. (lhl)

Am Nachmittag hatte das „Team Benkert“ mit Richard und Maximilian Benkert sowie Willi Reitinger und Horst Feil die Nase vorn. Als abschließender Höhepunkt des Turniers lieferten sich diese beiden Mannschaften fast ein Kopf-an-Kopf Rennen.

„Häßlich“ und siegreich

Am Ende triumphierten „Die häßlichen Vier“ und wurden mit 33:27 Punkten die diesjährigen Sieger bei der Dorfmeisterschaft. Der Veranstalter war sehr zufrieden. Das Turnier wird vom ganzen Dorf gut angenommen. „20 Mannschaften, wie jedes Jahr, mehr geht nicht“, sagte Wolfgang Huber, der Abteilungsleiter der Stockschützen.

Auf die Frage, wie lange es dieses Turnier schon gibt, kam er genauso ins Grübeln wie ein älterer Stockschütze. Man einigte sich auf 35 Jahre, „so lang bestimmt schon“. Das Ziel des Turniers ist für die Stockschützen dabei immer gleich: „Spaß haben und die Leute für das Stockschießen begeistern“, sagte Martin Hötzl vom Verein.

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