MyMz
Anzeige

Infektion

Drei Krätze-Fälle an der Schule

Am Kelheimer Beruflichen Schulzentrum hat es drei Skabies-Erkrankungen gegeben. Grund zur Sorge sieht der Schulleiter nicht.

Von einem regelrechten Ausbruch der Krätze im Kreis Kelheim kann laut Gesundheitsamt nicht die Rede sein. Foto: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/Shutterstock/Donya
Von einem regelrechten Ausbruch der Krätze im Kreis Kelheim kann laut Gesundheitsamt nicht die Rede sein. Foto: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/Shutterstock/Donya

Kelheim. Am Beruflichen Schulzentrum Kelheim hat es im Winter drei Fälle von Skabies gegeben, also Krätze. Das bestätigte Schulleiter Johann Huber auf Anfrage unseres Medienhauses. Zwei Schüler und ein Lehrer seien vor Weihnachten von der Hautkrankheit betroffen gewesen, so Huber.

Die Infektionskrankheit Skabies wird von Milben ausgelöst, so genannten Krätz-Milben. Sie ist übertragbar und löst bei Betroffenen starken Juckreiz am ganzen Körper aus. Abgesehen von seltenen chronischen Fällen, ist Krätze medikamentös gut behandelbar.

„Schüler und Lehrer informiert“

„Wir haben die Lehrkräfte und die Schüler informiert“, berichtet Schulleiter Huber; die Reaktion beschreibt er als „unaufgeregt“. Auch das Gesundheitsamt sei informiert worden.

Ähnlich wie Läuse oder virale Erreger breiten sich Krätzmilben bevorzugt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas oder Heimen aus; deswegen regelt das Infektionsschutz-Gesetz, wie diese Einrichtungen damit umzugehen haben. So müssen sich zum Beispiel erkrankte Mitarbeiter oder auch Betreute von der Einrichtung fernhalten, so lange sie die Krankheit weiterverbreiten könnten.

Bei Krätze gilt die Ansteckungsgefahr allerdings schon am Tag nach der Behandlung als gebannt. Los wird man die Milben mit Anti-Milben-Mittel, die als Salben oder Cremes auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden; seit 2016 ist auch die Therapie per Tabletten zugelassen. Mitunter reicht die Erst-Behandlung jedoch nicht und muss nach etwa zwei Wochen wiederholt werden. Ergänzend müssen zudem – ähnlich wie bei Läusen – Kleidung, Bettwäsche und ähnliches von den Milben befreit werden, z.B. durch heißes Waschen oder Einfrieren.

Die Gefahr einer Ausbreitung ist an der Schule als gering eingestuft worden, so Schulleiter Huber mit Verweis auf den Ansteckungsweg. Der erfordert laut Robert-Koch-Institut (RKI) „intensive Haut-zu-Haut-Kontakte“. Allerdings kann es durchaus länger dauern, bis Krätze als solche erkannt wird: Die weiblichen Milben sind gerade mal 0,4 Millimeter groß. Erst vier bis sechs Wochen, nachdem sie ihre Eier unter der Haut des Betroffenen abgelegt haben, reagiert das Immunsystem auf die Eindringlinge. Die Folgen sind Juckreiz und Bläschen oder Pusteln auf der Haut – die dann vom Arzt erst mal richtig gedeutet werden müssen.

Von einem regelrechten Ausbruch der Krätze im Kreis Kelheim kann laut Gesundheitsamt nicht die Rede sein. Foto: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/Shutterstock/Donya
Von einem regelrechten Ausbruch der Krätze im Kreis Kelheim kann laut Gesundheitsamt nicht die Rede sein. Foto: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/Shutterstock/Donya

Laut Infektionsschutz-Gesetz ist Skabies in Einrichtungen zwar meldepflichtig, Behörden müssen aber keine Statistik führen. Das RKI hat daher keine bundesweiten Daten und Trends. Aus Befragungen einzelner Gesundheitsämter gehen die Infektionsforscher aber davon aus, dass es, in „langjährigen Zyklen“, immer wieder zu lokalen Häufungen von Skabies kommt. Die Daten der befragten Gesundheitsämter bundesweit hochgerechnet, kamen im Jahr 2016 auf 100 000 Einwohner sieben bis acht Erkrankte. Unlängst waren im Landkreis Cham einige Fälle von Skabies bekannt geworden.

Meldepflicht, aber keine Statistik

Am Kelheimer Kreis-Gesundheitsamt wird nach Auskunft von Dr. Alexander Werner keine Statistik zu den Skabies-Erkrankungen geführt. Von einem Auf und Ab bei den Fallzahlen geht der Sachgebietsleiter am Landratsamt aber „grob geschätzt“ nicht aus. Fälle von Skabies träten „immer wieder einmal“ auf; aber einen regelrechten Ausbruch dieser Infektionskrankheit „haben wir noch nie gesehen“, so Dr. Werner. Die Erforschung des Ansteckungswegs hält er für wenig zielführend, „zumal es durchaus auch Menschen gibt, die schon längere Zeit befallen sind, dies aber nicht bemerken“. Entscheidend sei sowieso, dass Erkrankte behandelt werden, „und das ist sehr gut möglich und unkompliziert“. (hu)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht