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Wahl

Drei Mann ziehen in den Wahlkampf

Oliver Stöckl und Thomas Schug wollen Dr. Uwe Brandl aus dem Amt kegeln. FDP und Grüne lassen Bürgermeisterwahl aus.
von Benjamin Neumaier

Die Abensberger haben am 9. Juli die Wahl, wer künftig im Rathaus residiert: Oliver Stöckl, Dr. Uwe Brandl oder Thomas Schug Foto: Thaler-Archiv
Die Abensberger haben am 9. Juli die Wahl, wer künftig im Rathaus residiert: Oliver Stöckl, Dr. Uwe Brandl oder Thomas Schug Foto: Thaler-Archiv

Abensberg.Schluss, aus, vorbei: Die Bewerbungsfrist für das Amt des Bürgermeisters von Abensberg ist seit Donnerstag, 18 Uhr, abgelaufen. Mit dem Ergebnis: Es bleibt bei den drei Kandidaten Dr. Uwe Brandl, Thomas Schug und Oliver Stöckl. Dass am 9. Juli nicht mehr als drei Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen – Grüne und FDP sowie auch andere Parteien und Wählergemeinschaften verzichteten auf eine Nominierung –, ist nicht unbedingt eine Überraschung.

Dr. Kroiss sieht wenig Chancen

So findet Dr. Heinz Kroiss deutliche Worte: „Eigentlich ist die Wahl doch eine, auf bairisch gesagt, g’mahte Wies’n. Dr. Brandl hat eine so große Grundbekanntheit, gegen die nur sehr schwer anzukommen ist. Ich vergleiche es mit den Landratswahlen, in denen Dr. Faltermeier stets wiedergewählt wurde – da konnte gegen ihn antreten wer wollte.“ Deshalb habe die FDP auf eine Kandidatur verzichtet, „auch wenn es im Sinne der Demokratie schade ist. Aber man sollte es nicht erzwingen“. Außer Kroiss selbst habe es niemanden gegeben, der sich zur Verfügung gestellt hätte „und in meine Lebensplanung passt es gerade nicht rein“, sagt der Abensberger Allgemeinmediziner. „Ich muss nicht um der Kandidatur willen antreten.“

Dr. Uwe Brandl, CSU Foto: Dennstedt
Dr. Uwe Brandl, CSU Foto: Dennstedt

Auch die Grünen, teilen mit, dass man „nach Behandlung des Themas im Ortsverband und in der Fraktion von grüner Seite keine Person für die Bürgermeisterwahl in Abensberg aufgestellt“ habe. Das lag nicht fern, war doch bei der Aufstellungsversammlung der SPD bereits aufgefallen, dass auch die beiden Stadträte der Grünen, Richard Zieglmeier und Magdalena Groll-Zieglmeier, anwesend waren. Ein Fingerzeig. Richard Zieglmeier erklärt nun: „Wir wollten keinem die Kandidatur aufzwängen – Wahlkampf ist vergnügungssteuerpflichtig –, außerdem sagt mir meine Erfahrung aus 21 Jahren als Stadtrat und mit Bürgermeister Brandl, dass er bei einer normalen Entwicklung wieder hinkommt. Für mich persönlich war eine erneute Kandidatur kein Thema, weil ich meinen politischen Schwerpunkt auf der Kreisebene habe.“

Oliver Stöckl, Freie Wähler Foto: Neumaier
Oliver Stöckl, Freie Wähler Foto: Neumaier

So bleibt den Abensbergern die Wahl zwischen Amtsinhaber Dr. Uwe Brandl (CSU), Thomas Schug von der SPD und Freie Wähler-Kandidat Oliver Stöckl.

Letzterer sieht die Wahl eben nicht als „g’mahte Wies’n“ an: „Ich setze auf die freie Entscheidung des Bürgers. Alles ist möglich“, sagte Stöckl (46) bei der Wahlaufstellungsversammlung, auf seine Chancen angesprochen. Seine Parteikollegen gingen da sogar noch einen Schritt weiter. Harald Hillebrand, 2011 als Bürgermeisterkandidat unterlegen, sprach von „post-brandlscher Harmonie“ und Stadtrat Josef Weber schlug in dieselbe Kerbe: „Die Diskussionskultur in Abensberg wird sich mit einem Bürgermeister Stöckl deutlich verbessern.“ Parteichef Ludwig Aiwanger sprach gar von „eurem Noch-Bürgermeister“.

Thomas Schug, SPD Foto: Abeltshauser
Thomas Schug, SPD Foto: Abeltshauser

Auch Thomas Schug (33) geht optimistisch in die Wahl – angesteckt von einem Parteikollegen. „Wenn ich kandidiere, dann will ich gewinnen. Der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker hat gezeigt, dass es auch einem jungen Politiker gelingen kann, einen langjährigen Amtsinhaber abzulösen. Mein Ziel sind ganz klar über 50 Prozent.“ Schug hätte gar nicht den Parteikollegen als Beispiel gebraucht, denn auch Dr. Brandl (57) hatte den Abensberger Chefsessel exakt im Alter von 33 Jahren erobert.

Kommentar

Fair bleiben!

Seit Donnerstag, 18 Uhr, steht fest, wessen Namen die Abensberger am 9. Juli auf dem Zettel zur Bürgermeisterwahl ankreuzen können. Drei Kandidaten sind...

Im Jahr 1993 hatte er Amtsinhaber Klaus Klingshirn (Christliche Freie Wähler) bezwungen. Der amtierende Bürgermeister geht, bei aller Zuversicht der Gegenkandidaten, mit einem breiten Kreuz in die Wahl: Einstimmig wählten ihn 55 Delegierte zum Kandidaten – sein bestes Ergebnis in fünf Wahlperioden. Dennoch mahnte er an, dass seine Wiederwahl „eben keine g’mahte Wies’n ist. Wir haben Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagte Brandl.

Wer nun am Ende die Wiese mäht, zeigt sich erst am 9. Juli.

Alles weitere zur Bürgermeisterwahl in Abensberg finden Sie hier.

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