mz_logo

Region Kelheim
Donnerstag, 20. September 2018 27° 1

Autos

Druck auf die Fahrer wächst

Die Verkehrsüberwachung in Abensberg nimmt Fahrt auf. Laut Franz Piendl kommen weitere Straßen und mehr Stunden hinzu.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Verkehrskontrollen sollen in Abensberg in der Zukunft mehr werden. Fotos: Carsten Rehder/dpa, Abeltshauser (2)
Die Verkehrskontrollen sollen in Abensberg in der Zukunft mehr werden. Fotos: Carsten Rehder/dpa, Abeltshauser (2)

Abensberg.Die Überwachung des Verkehrs in Abensberg wird intensiver. Franz Piendl von der Stabstelle Recht und Personal im Rathaus kündigt im Gespräch mit unserem Medienhaus an, dass ab sofort auch Jahn- und Aunkofener Straße im Fokus der Parkraumüberwachung liegen.

Außerdem werden die Kontrolleure mehr Stunden als bisher in Abensberg unterwegs sein, um den ruhenden wie fließenden Verkehr im Auge zu haben. Dies geht einher mit der Änderung der Organisation. Ab sofort ist der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz für diese Kontrollen zuständig – und nicht mehr die Kommune. Die neuen Kontrolleure sind an ihrer dunkelblauen Uniform zu erkennen. Den Beschluss, dem Verband beizutreten, fasste der Stadtrat im März.

Bisher haben die Kontrolleure im Bereich der ehemaligen Stadtmauer achtgegeben, ob sich die Autofahrer daran halten, ihre Fahrzeuge nur auf markierten Parkplätzen abzustellen und sich an die zeitliche Beschränkung halten. Außerhalb der Stadtmauer wird nachgeschaut, ob sich Wagenlenker beim Parken an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten.

Vor allem bei Festen und Märkten

Im Blick ist hier etwa der von der Regensburger, der Trauben-, der Max-Bronold- und der Römerstraße beschriebene Bereich. Die Erfahrungen würden zeigen, das vor allem bei Festen und Märkten dieser Umgriff vergrößert werden sollte. Deshalb hat sich das Einsatzgebiet jetzt um die Jahn- und die Aunkofener Straße wie die Aunkofener Siedlung erweitert. Schwerpunktmäßig bei Veranstaltungen soll dort das Parken überwacht werden.

In der Aunkofener Straße wird jetzt auch kontrolliert.
In der Aunkofener Straße wird jetzt auch kontrolliert.

Piendl macht im Gespräch deutlich, dass es in seinen Augen keinerlei Grund gibt, mit den Kontrollen nachzulassen. „Es ist unglaublich“, sagt er. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer habe sich – wenn überhaupt – seit Einführung der Überwachung kaum gebessert. Außerdem habe der Verkehr seither in der Stadt zugenommen. Das hätten Mitarbeiter der Stadt und Polizeikräfte bei einer kürzlich durchgeführten Begehung der Innenstadt wieder festgestellt.

„Es geht darum, denjenigen, die einkaufen wollen oder zum Arzt müssen, das Parken in der Innenstadt zu ermöglichen“, betont Piendl. Es gebe nach wie vor Zeitgenossen, die den ganzen Tag über die Parkscheibe nachdrehen. Und es kam nach seinen Worten nicht nur einmal vor, dass die Feuerwehr bei Übungen oder Bewegungsfahrten in der Stadt nur schwer durchkam. Zu viele falsch geparkte Autos standen im Weg. Hier hat Maximilian Köckritz – Geschäftsleiter des Zweckverbandes – eine interessante Zahl beizusteuern. Jeder vierte Einsatz von Rettungskräften verzögere sich, weil parkende Autos die Helfer behindern. Kontinuierliche Kontrollen würden in seinen Augen aber schon helfen. „Wir stellen fest, dass die Verwarnungen zurückgehen.“

Autofahrer freuen sich

Außerdem höre er immer wieder von Autofahrern, die sich freuen, in Innenstädten der Verbandsmitglieder wieder Parkplätze zu finden. Es gehe nicht zuletzt um gegenseitige Rücksichtnahme. Einen Königsweg, wie der Parkraum am besten zu organisieren ist, gibt es in den Augen von Köckritz nicht. Im Verband gebe es Kommunen, die setzen auf eine zeitliche Beschränkung wie Abensberg. Andere stellen Parkuhren auf. Dort müssen die Autofahrer also zahlen – je länger sie stehen bleiben, umso mehr. Da gebe es für ihn keinen Favoriten. Helfen würde nur die konsequente Überwachung.

Parken in den Kirchennischen ist laut Franz Piendl verboten. Auch wenn es anderweitige Gerüchte gebe.
Parken in den Kirchennischen ist laut Franz Piendl verboten. Auch wenn es anderweitige Gerüchte gebe.

Auch Geschwindigkeitskontrollen seien laut Piendl weiter nötig. Sie werden wie bisher an neuralgischen Punkten durchgeführt. Jüngst erst haben Kontrollen in der Straubinger Straße stattgefunden. „Da gab es 70 Verstöße in einer Stunde.“ Und die Tempo-30-Bereiche „interessieren manche gar nicht“. Zahlen gibt es aus dem Jahr 2016, für das eine komplette Auswertung vorliegt. Seinerzeit ahndeten die Kontrolleure 5977 Park- und 5100 Geschwindigkeitsverstöße. Das bedeutet: Es waren im Durchschnitt pro Tag deren 16 bzw. 14. Köckritz glaubt, mit kontinuierlichen Messungen an den Gefahrenpunkten viel zu erreichen. „Wir bewirken was“, betont er. Im Bereich des Zweckverbandes seien die Geschwindigkeitsverstöße deutlich gesunken.

Piendl kündigt an, dass der Überwachungsdruck in der kommenden Zeit zunehmen werde. Zwei Kontrolleure werden wöchentlich 40 Stunden in der Stadt unterwegs sein. Dabei werde die Taktik, auch in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende verstärkt im Einsatz zu sein, weiterverfolgt.

Die ganze Woche Kontakt

Die Erhöhung der Stunden komme daher, dass die jetzt vom Zweckverband eingesetzten Kräfte keinen Innendienst machen müssen. Das machen Kollegen am Dienstsitz des Verbandes in Amberg. Was in Piendls Augen gut ist für die Abensberger Bürger wie für seine Kollegen in der örtlichen Stadtverwaltung.

Bürger, die wegen eines „Knöllchens“ den Kontakt zu einem Sachbearbeiter suchen, müssen laut Piendl zwar zum Telefonhörer greifen und in Amberg anrufen. Sie erreichen dort jedoch von Montag bis Freitag kompetente Ansprechpartner. Bisher waren die Überwachungskräfte lediglich vier Stunden pro Woche in ihrem Dienstzimmer im Abensberg anzutreffen. Bisher war es nach seinen Worten oftmals so, dass sich Bürger, da sie die Sachbearbeiter nicht antrafen, andere Verwaltungsmitarbeiter mit ihrem Anliegen behelligten. Die hätten aber genug mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun. Und könnten ohnehin keine Auskünfte geben.

Ein Rückblick

  • Beginn:

    Der ruhende Verkehr wird in Abensberg seit Dezember 1995 überwacht. Laut Franz Piendl von der Stadt war die Kommune die erste im gesamten Landkreis, die sich dazu entschlossen hatte. Geschwindigkeitskontrollen kamen schließlich im September 2003 hinzu. Sie waren im Stadtrat nicht unumstritten. Auch nach ihrer Einführung gab es immer wieder Diskussionen. Mittlerweile ist die Überwachung des Verkehrs durch Kommunen nichts ungewöhnliches mehr in der Region. Auch in Kelheim, Neustadt und Mainburg gibt es das.

  • Auslöser:

    Hintergrund für den Abensberger Entschluss, den ruhenden Verkehrs zu überwachen, war die einige Jahre zuvor umgesetzte Neugestaltung des Stadtplatzes. Seit 1992 gibt es dort den bekannten Fußgängerbereich mit Freibestuhlung. (wo)

Außerdem würden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen als immer komplizierter darstellen. Wie es von Bürgermeister Dr. Uwe Brandl zu hören ist. Da sei es laut Piendl besser, die Kontrollen von einer Körperschaft es öffentlichen Rechts durchführen zu lassen. Die überdies eine einheitliche, über die Grenzen Abensbergs hinaus gehende Vorgehensweise garantiere.

Hier finden Sie weitere Artikel über Abensberg.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht