MyMz
Anzeige

Naturschutz

„Eh da-Flächen“ blühen nun

Abensberg hat brachliegende Flächen und Schotterbeete in Blumenwiesen verwandelt. Auch sonst gibt sich die Stadt sehr grün.

Eines von vielen bereits realisierten Projekten: Der Blühstreifen an der Aumühle 1 Foto: Ingo Knott Stadt Abensberg
Eines von vielen bereits realisierten Projekten: Der Blühstreifen an der Aumühle 1 Foto: Ingo Knott Stadt Abensberg

Abensberg.In der Arbeitsbroschüre „Natürlich Abensberg“ hatte 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl bereits im Dezember 2018 angeregt, es sollten Möglichkeiten geprüft werden, „die Straßenbegleiteingrünung und die Grünflächen biodiverser zu gestalten“.

Der Auftrag ging an den Bauhof, und dort wurden geeignete Flächen gefunden, die jetzt Schritt für Schritt umgestaltet werden. Das sind nicht nur Schotterbeete – wobei auch solche durchaus biodivers bepflanzt sein können. Auch mit der Landwirtschaft werden intensive Gespräche geführt. Insgesamt gilt es ohnehin festzuhalten, dass Abensberg mit den großen Feuchtwiesen im Süden, den Heideflächen und den Binnendünen gar nicht so schlecht dasteht.

Georg Ipfelkofer, stellvertretender Werkleiter der Stadtwerke, hat die Regie für die „Aktion Blumenwiesen“ im Bauhof übernommen. Für die Umsetzung zeichnet Fritz Ebn vom Bauhof verantwortlich. Die Verwaltung koordiniert die Pläne der Stadt mit den Interessen des Landschaftspflegeverbandes VöF; auch der Bund Naturschutz-Kreisvorsitzende Peter Forstner ist in das gesamte Projekt eingebunden.

Einiges ist bereits abgearbeitet (siehe Infotext). Ausgesät wurde eine mit den Fachstellen abgestimmte Blumenwiesen-Mischung. Die nötigen Maschinen zur Anlage solcher Blumenwiesen wie Fräse und Walzen hatte der Bauhof ohnehin „im Haus“, ein Sägerät wurde vom Berufsbildungswerk St. Franziskus ausgeliehen. Im nächsten Jahr werden die Flächen erweitert.

Insektenhotels geplant

Auch erste private Initiativen folgen dem städtischen Beispiel – die Stadt dankt herzlich! Natürlich gibt es beim Blumenwiesen-Projekt auch zeitliche Zwänge. Ende April ist die Pflanzzeit vorbei, Blumenwiesen, die später angesät werden, kommen nicht mehr voll zur Blüte. BN-Vorsitzender Forstner, der bereits zur Jahrtausendwende mit Bürgermeister Dr. Brandl die Abensberger „agenda 21 für ein zukunftsfähiges Abensberg“ auf den Weg gebracht hat, prüft gerade, welche Möglichkeiten es an welchen Orten in Abensberg für die Anbringung von Insektenhotels gibt. Das begeistert aber beileibe nicht alle.

Justiz

Asylheim: Brandstiftung ein Hilfeschrei?

Ein junger Flüchtling entwickelte und integrierte sich bestens, bis er in Abensberg zum Benzinkanister griff und Feuer legte.

Forstner schränkt auch ein: Es ist auch nicht alles, was zunächst geeignet erscheint, in eine blühende Wiese umzuwandeln – Veranstaltungsflächen wie der Schlossgarten, ein Teil der Liebesinsel oder die Gillamooswiese müssen konzeptionell anders angegangen werden. Fahrbahnteiler können aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Bei Schulen, Kindergärten oder Spielplätzen und im Freibad gilt es, die Nutzer gegen Stiche und Allergien zu schützen.

Neue Blumenwiesen

  • Tausend Blumen:

    In der Werkstraße blühen nun 7500 Quadratmeter, in der Münchener Straße 665 Quadratmeter, in der Regensburger Straße Einmündung Arnhofener Weg nochmals 120 Quadratmeter.

In der kurzen Frühjahrszeit ist man dennoch weit gekommen. Im Herbst 2019 und 2020 werden größere Flächen außerhalb angepackt und dann sind auch die Ortsteile dran. Bürgermeister Dr. Brandl: „Unser Bauhof hat das ehrgeizige Projekt mit hoher fachlicher Kompetenz geplant und mit der Umsetzung begonnen. Aber da waren wir auch in der Vergangenheit schon vorbildlich. Seit Jahren werden bereits keinerlei Giftstoffe verwendet. Die konzertierte Aktion zur Schaffung von Blühflächen ist ein weiterer, wichtiger Fortschritt in unseren Bemühungen um eine naturbewusste Stadtgemeinschaft.“ Dazu zählen auch die seit 1995 laufende Geburtenpflanz-Aktion: Für jedes Kind spendiert die Stadt einen Obstbaum. Mehr als 1500 sind das, seit Beginn der Maßnahme.

Umweltschutz ernst gemeint

Der Schutz der Wiesenbrütergebiete, natürliche Hochwasserschutzmaßnahmen, die LED-Umrüstung der Straßenlampen sowie der Einsatz von PV-Straßenlampen und die Anwendung energiesparender Lichtkonzepte, Bewirtschaftungsverträge zwischen Landwirten und den Stadtwerken zum Grundwasserschutz zeigen das Engagement der Stadt. Kommunale Flächen werden nur unter Auflagen verpachtet, inklusive Glyphosat- und Folien-Verbot. Die Stadt hat die landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlamms eingestellt. Aber auch die kleinen Aktionen wie der Plastiksammel-Spaziergang des Umweltreferenten, die Rama Dama-Einsätze der Ortsteile oder die Aktion Stadt-Radl belegen, dass man es ernst meint mit dem Umwelt.

Mehr aus Abensberg und der Region lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht