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Glaube

Ein Adventskonzert der besonderen Art

Die Abensberger Pfarrei organisiert außergewöhnliche Veranstaltungen. Es kommt wieder ein nicht alltäglicher Kirchenmann.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Musikerfamilie Servi gastiert in der Kirche in Sandharlanden. Foto: Andreas Gebert
Die Musikerfamilie Servi gastiert in der Kirche in Sandharlanden. Foto: Andreas Gebert

Abensberg.Vor Kurzem erst sprach mit Pfarrer Rainer Maria Schießler ein interessanter Kirchenmann in Abensberg. Ihn hatten die Kloster-Säben-Freunde ins Berufsbildungswerk eingeladen. Jetzt kommt am 7. November Abt Johannes Eckert von München St. Bonifaz und Andechs. Ihn hat Pfarrer Georg Birner für eine Benefizveranstaltung für das Pflegeheim der Schwester Hildegard Enzenhofer in Emmaus an die Abens gelockt. Der Kontakt sei über den ehemaligen Kaplan Matthias Karl entstanden. Reisen ins Heilige Land zu ihm hätten die Abensberger ja auch auf das Pflegeheimprojekt gebracht.

Mit im Gepäck hat der Gast sein Buch, in dem er sich über die Frauengestalten im Markusevangelium Gedanken macht. Dies wird nicht die einzige interessante Veranstaltung der Pfarrei in der kommenden Zeit sein. Denn am 8. Dezember gibt es ein nicht alltägliches Adventskonzert.

Die Frauen im Markusevangelium waren für ihre Mitmenschen eine echte Provokation: „Sie ergriffen selbstbewusst das Wort, korrigierten ihren Meister und vertrauten und glaubten bedingungslos“, so steht es im aktuellen Abensberger Pfarrbrief geschrieben. Namen der Frauen sind nicht überliefert. Das spornte den Abt Johannes Eckert zu einer biblische Spurensuche an.

Viele Frauen im Seelsorgedienst

Der Kirchenmann schreckt in seinem Buch zwar nicht vor den heißen Eisen Kirchensteuer, Zölibat und Kardinalat der Frauen zurück. Aber in Birners Augen geht es eigentlich um etwas ganz anderes. Eckert wolle bei diesem Thema eher versöhnen. Und darauf hinweisen, dass Frauen sehr wohl in der Seelsorge wichtige Dienste tun. Viele seien in der Krankenhausseelsorge tätig. Krankensalbungen würden zwar weiterhin Priester übernehmen, aber Frauen begleiten Kranke auf ihrem weg. Auch er habe das bei einem Hospitalaufenthalt kennengelernt. Gemeindereferentinnen würden längst Kindergottesdienste organisieren.

Das Thema passt laut Birner absolut. Handelt es sich bei Schwester Hildegard doch auch um eine „gestandene Frau“. Sie betreibt mit ihren Mitschwestern, Angestellten und Freiwilligen im Heiligen Land ein Pflegeheim für alte und behinderte Frauen. Angeschlossen ist mittlerweile auch eine Krankenpflegeschule. Jüngst erst habe man sie in Israel besucht. Immer wieder sammeln die Abensberger für ihre Einrichtung. Etwa Adventssingen standen schon mal unter diesem Motto. Die Gelder würden etwa für Stipendien für Schüler genützt – aber auch für anderes: „Derzeit benötigen sie einen neuen Traktor“, sagt Birner.

Nützliche Infos

  • Vortrag:

    Abt Johannes Eckert spricht am 7. November ab 19 Uhr in der Barbarakirche. Eintritt wird keiner verlangt, Pfarrer Georg Birner hofft auf viele Spenden für das Pflegeheim in Emmaus.

  • Konzert:

    Es findet am 8. Dezember um 16 Uhr in der Kirche Sandharlanden statt. Der Eintritt kostet 15 Euro. Karten gibt es bei Schreibwaren Lohr, in der Boderei (Sandharlanden) und im Pfarramt St. Barbara. (wo)

Eine gemeinsame Bekannte von Birner und Christine Schmalzl aus München – Mutter von Tenor Sandro Schmalzl – brachte für ein besonderes Konzert in der Sandharlandener Kirche den Stein ins Rollen. Der hat gemeinsam mit Rundfunkmoderator Markus Tremmel und der Familienmusik Servi „Bethlehem ist überoi“ auf die Beine gestellt.

Man habe angefragt, auftreten zu dürfen. Birner hat sich mit ihnen getroffen und war vom Projekt schnell überzeugt. Es sei gut, Abwechslung für die klassischen Krippenspiele zu haben. Und weil es in Abensberg schon ein großes Adventskonzert gibt, finde der Auftritt in Sandharlanden statt. Tremmel verspreche den Zuschauern nachdenkliche Texte. Birner spricht sogar von Provokation. Denn am Anfang stehe die Zerstörung der Krippe. Man nähere sich der Weihnachtsgeschichte also nicht auf klassischem Wege.

Familienmusik und ein Tenor

Die Familienmusik Servi werde den Abend mit selbst komponierten und arrangierten Melodien begleiten. Die Formation aus Eching hat 2001 den Kulturförderpreis des Landkreises Freising erhalten. Die Vier haben nach eigener Aussage über 60 Weihnachtskonzerte mit bekannten Schauspielern wie Michaela May gegeben.

Die stimmliche Begleitung und Untermalung durch den Münchner Sänger und Tenor Sandro Schmalzl rundet das Programm ab. Als Tenorsolist ist er mittlerweile in Konzerten und Oratorien zu hören, etwa als „Evangelist“ des Weihnachtsoratoriums oder der Johannes Passion von Johann Sebastian Bach. Außerdem tritt er regelmäßig im Residenztheater auf.

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