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Ausbildung

Ein Blick auf mehr als 80 Berufe

Für die Besucher gab es ein breites Angebot beim Infotag an der Anton-Balster-Schule. 54 Aussteller waren vertreten.
von Roswitha Priller

Wirtschaftschüler Jonas Hofbauer probierte am Innungsstand der Schreiner sein handwerkliches Geschick aus. Stände mit Möglichkeiten zum Ausprobieren waren bei den zahlreichen Besuchern der Berufsinfomesse an der Anton-Balster-Mittelschule begehrt.  Foto: Roswitha Priller
Wirtschaftschüler Jonas Hofbauer probierte am Innungsstand der Schreiner sein handwerkliches Geschick aus. Stände mit Möglichkeiten zum Ausprobieren waren bei den zahlreichen Besuchern der Berufsinfomesse an der Anton-Balster-Mittelschule begehrt. Foto: Roswitha Priller

Neustadt.Einige hundert Jugendliche aus der gesamten Region nahmen am Samstag die Möglichkeit war, sich über die Vielfalt der Berufe bei der Berufsinformationsmesse an der Anton-Balster-Mittelschule ein Bild zu machen. Dabei waren unter den interessieren Schülern durchaus nicht nur Mittelschüler anzutreffen. Viele Realschüler, Gymnasiasten und auch Auszubildende nutzten gerne die Gelegenheit, sich über Berufe und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren. Im zweijährigen Rhythmus mit Abensberg findet die Info-Messe in Neustadt statt. Mit im Organisationsteam sind neben dem Mittelschulverbund Kelheim Mitte, die Johann-Turmaier-Realschule Abensberg, die Cabrini-Schule Offenstetten und die Bundesagentur für Arbeit.

Fachvorträge für die Besucher

„Heuer sind 54 Aussteller vertreten, die insgesamt über 80 Ausbildungsberufe vorstellen“, gab Schulleiter Harald Wintersberger Auskunft. Zusätzlich zum Messebereich im Erdgeschoss wurden in acht Klassenzimmern parallel Fachvorträge von Ausbildungsleitern zu verschiedenen Berufsgruppen gehalten. „Wir hatten wieder eine sehr große Nachfrage von Firmen, die sich bei dem Berufsinfotag präsentieren wollten, aber mehr konnten wir aus Platzgründen nicht unterbringen“, berichtete Wintersberger.

Dabe habe sich das Bild innerhalb der letzten 15 Jahre durchaus gewandelt. Anfang der 2000er Jahre waren die Schulen gegenüber den Ausbildungsbetrieben noch Bittsteller. „Seit einigen Jahren ist es so, dass die Betriebe richtig scharf darauf sind, bei uns reinzukommen“, so der Schulleiter. Inzwischen müsse bei bestimmten Berufen zwischen den Ausbildungsbetrieben abgewechselt werden.

Attraktiv seien immer die Stände, an denen auch etwas ausprobiert werden könne. Dass wurde gleich in der Eingangshalle der Schule am Stand der Schreinerinnung deutlich. Hier konnten sich Interessierte mit Anleitung vom Profi eine eigene Werkzeugkiste zusammenbauen.

Jonas Hofbauer von der Wirtschaftsschule in Abensberg war recht angetan von dem Angebot. Der Neuntklässler schraubte sich eifrig die Kiste aus den hergerichteten Bauteilen zusammen. Und zwar händisch sowie mit einem Akku-Schrauber. Sein Talent wurde ihm vom Innungsmeister sogar mit einem „Gütesiegel Schreiner“ bestätigt.

Aber Schreiner will Jonas wahrscheinlich trotzdem nicht werden. „Ich will mich heute rundum informieren. Einen konkreten Berufswunsch habe ich noch nicht“, erzählte er. Bei den Jobs im öffentlichen Dienst wollte Jonas sich jedenfalls konkreter informieren. Eine Tätigkeit beim Zoll oder der Polizei kann sich der Wirtschaftsschüler schon vorstellen. Aber jetzt nahm er erstmal, wie viele andere auch, die schicke Werkzeugkiste mit. Das Modell sah man recht häufig an diesem Tag. Zur Orientierung nutzten die Messe auch die beiden Realschülerinnen Miriam und Lea Steiger. „Die Einblicke in die verschiedenen Berufsgruppen helfen auf jeden Fall mit bei der Entscheidung. Es ist gut, dass man so einfach ins Gespräch kommt“, sagten beide. Sie wollten überall mal vorbei schauen und sich auch nach einem Praktikumsplatz erkundigen.

Schon einen Schritt weiter ist der Neustädter Pierre Frings. Er macht gerade eine Ausbildung, will sich aber umorientieren. Seine Fragen am Stand der Polizei sind sehr konkret und werden detailliert beantwortet. Mit seinem Realschulabschluss kommt für Pierre erstmal nicht der gehobene Dienst infrage. Dass sei aber kein Problem, man könne sich jederzeit die Karriereleiter vom mittleren Dienst aus hocharbeiten. Die Grundvoraussetzungen in Bezug auf Körpergroße, Sehfähigkeit, keine sichtbaren Tatoos und deutsche Staatsangehörigkeit bringt er mit.

Keine Einbahnstraße

Die Schüler sollen erfahren, dass die Ausbildungen keine Einbahnstraße sind. Dass ist Wintersberger ganz wichtig. Im Gespräch mit den Berufsausübenden könnten sie lernen, dass ganz unterschiedliche Wege zum Erfolg führen. Gerade, wenn ehemalige Schüler an den Ständen vertreten seien, könnten solche Informationen leichter vermittelt werden. „Mit interessanten Aktionen hier bei der Messe das Interesse zu wecken ist auch gut. Manche Berufe werden so greifbarer.“

Die Freundinnen Genita Nrecaj und Fiona Dina von der Herzog-Albrecht-Schule in Siegenburg sind sich schon relativ sicher. „Wir wollen etwas im medizinischen Bereich und mit Menschen machen. Krankenpflegerin oder Arzthelferin.“ Bewerbungen an entsprechende Stellen sind schon losgeschickt. Heuer im Herbst soll es mit der Ausbildung losgehen. „Wir haben uns auch andere Berufe angeschaut, zum Beispiel bei der Polizei. Der Vortrag von der Goldbergklinik hat uns richtig gut gefallen.“ Beide waren sehr beeindruckt von der großen Auswahl am Berufsinfotag.

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