mz_logo

Region Kelheim
Samstag, 21. Juli 2018 28° 8

Magnet

Ein Fest der Musik in Saal

Beim „Klingenden Saal“ wurde der Ort zum großen Open-Air-Musikantentreffen. Kirchenkonzerte und einen Jahrmarkt gab es auch.
Von Roland Kugler

  • Zwischen der alten Kirche und dem Kirtabaum und an vielen weiteren Plätzen spielten und tanzten mehr als 20 Gruppen. Fotos: Kugler
  • Die Musik-Bühne auf dem Kirchplatz wurde kurzerhand zum Laufsteg umfunktioniert.

Saal.Der Beginn vom „Klingenden Saal“ ist schon zu einer schönen Tradition geworden: Aus drei verschiedenen Richtungen marschieren spielende Musikgruppen sternförmig auf den Kirchplatz zu. Dort geben dann alle zusammen ein Standkonzert. Dieses Mal waren es Viel-Harmonie aus dem unteren Altmühltal, d’Altbairischen und die Saaler Blechblosn. Viele weitere Gruppen, vom Duett bis zur Kapelle, spielten vom Sonntagnachmittag bis zum Abend an verschiedenen Plätzen entlang der Hauptstraße und verwandelten den Ort in ein klangvolles und farbenfrohes Musikfestival.

Klangvoll und farbenfroh

„Ich bin rundherum begeistert, es könnte nicht besser sein“, sagt Christian Nerb über die gelungene Veranstaltung. „Die Stimmung ist toll, es passt alles, ich habe schon viele positive Rückmeldungen von Besuchern bekommen“, sagt er zwischen zwei Auftritten. Man sieht ihm die Freude an, nicht nur, weil er Bürgermeister von Saal ist, sondern selbst gerne Musik macht. Er ist Klarinettist bei den Altbairischen, spielt aber zwischendurch auch mal bei einer anderen Gruppe ein Stück mit. Das macht auch den Reiz der Veranstaltung aus: Die Musiker machen an wechselnden Orten und auch mal in verschiedenen Besetzungen spontan zusammen Musik.

Die Volkstanzgruppe vom Holledauer Volkstrachtenverein Siegenburg zeigte an vier Plätzen Aufführungen.
Die Volkstanzgruppe vom Holledauer Volkstrachtenverein Siegenburg zeigte an vier Plätzen Aufführungen.

Dazu wird getanzt und gesungen und es entsteht eine lockere und fröhliche Atmosphäre. Neben traditioneller Volksmusik gab es noch viele andere Darbietungen, zum Beispiel Konzerte in der alten Kirche. Dort sangen die Paintner Kalkspatzen und der Mashiti-Chor. Die Kirche war so voll, dass Besucher standen. Sie dankten den Sängerinnen und Sängern mit viel Applaus. Eine meditative Stimmung schufen Rolf Bach, Sepp Schneider und Manfred Gröbner mit ihren Digeridoos in der wunderschönen alten Kirche. Draußen zeigte der Holledauer Volkstrachtenverein Siegenburg verschiedene Tänze, modern ergänzt vom Hip-Hop des SC Mitterfecking. Also ein sehr abwechslungsreiches Programm, zu dem es neben Musik, Gesang und Tanz auch einen Jahrmarkt mit vielen Ständen gab.

Stoffe, Bekleidung, Basteln, Kunst, altes Handwerk und vieles mehr gab es zu sehen, einiges konnte man auch selbst ausprobieren. „Man trifft nette Leute, und es ist eine gute Mischung sich zu unterhalten und nebenbei Musik zu hören“, sagt Richard Eifler aus Saal. „Es ist toll, was der Ort auf die Beine stellt, und dass so viele Leute gekommen sind“, sagt Sandra Schwarz.

Musik, Gesang, Tanz und mehr

  • Musik:

    Vom Solisten bis zur Blaskapelle war beim Klingenden Saal alles vertreten. „Die Leute, die das Fest besuchen, kommen wegen der Musik, das ist das Schöne“, sagt Gottfried Silberhorn. Er spielt mit Annemarie Grüber bei de Boarischen Zwoa.‘
    Die Musik-Bühne auf dem Kirchplatz wurde kurzerhand zum Laufsteg umfunktioniert. Dort konnte man alles über selbst gemachte Dirndl erfahren, von der richtigen Auswahl der Stoffe bis zu den Preisen der Knöpfe. Ein passendes Programm zu Volksmusik und Volkstanz.

  • Tanz:

    Die Volkstanzgruppe vom Holledauer Volkstrachtenverein Siegenburg zeigte an vier Plätzen Aufführungen. Dort tanzen die Mitglieder zur passenden Musik um den Kirtabaum auf dem Saaler Kirchplatz. Das kam beim Publikum gut an.
    Neben Waren- und Informationsständen gab es auch Basteln, Kunst und Malen zum Zusehen und Mitmachen. Stefanie Richter hat mit ihrer Familie das Hobby „Leben im Mittelalter“. Sie ist Holzbildhauerin und betreibt auch altes Handwerk. Hier zeigt sie die Kunst des Spinnens.

Waltraud und Raimund Schiller aus Kelheim sind zum ersten Mal hier. Sie haben vom Klingenden Saal in der Zeitung gelesen. „Es ist schön, was hier geboten wird“, sagen sie. „Musik an allen Ecken, viele Standl, es ist ein ganz besonderes Flair.“ Aber auch von weiter her kommen die Besucher: Ilse Kramer ist aus Ingolstadt. „Ich habe vor einiger Zeit in Riedenburg einen Flyer gesehen und bin heute hergefahren“ erzählt sie. „Ich gehe öfter auf Veranstaltungen mit Volksmusik. Hier gefällt es mir gut.“ Dasselbe sagen auch die teilnehmenden Musiker, die man fragt. Sie haben mindestens so viel Spaß wie das Publikum.

Vom Solisten übers Duo bis hin zur Blaskapelle war beim Klingenden Saal alles vertreten.
Vom Solisten übers Duo bis hin zur Blaskapelle war beim Klingenden Saal alles vertreten.

Norbert Weinmann sielt Basstrompete bei der Landauer Sonntagsmusik, sie sind zum ersten Mal dabei. „Wir haben von Bekannten vom Klingenden Saal gehört und uns spontan entschlossen, mitzumachen“, sagt er. „Es ist einfach schön, Musik zu machen, und es hat uns wunderbar gefallen. Wir kommen gerne wieder.“ Man muss aber keine 13-köpfige Kapelle sein, um mitzuspielen. Es darf auch kleiner sein.

Neben Waren- und Informationsständen gab es auch Basteln, Kunst und Malen zum Zusehen und Mitmachen.
Neben Waren- und Informationsständen gab es auch Basteln, Kunst und Malen zum Zusehen und Mitmachen.

„Wir sind seit Anfang an dabei“, sagen Annemarie Grüber und Gottfried Silberhorn von de Boarischen Zwoa aus Herrnsaal. Für Anna Hedwig Grebler ist es Premiere: „Ich lerne seit drei Jahren Panflöte, habe es mir selbst beigebracht. Heute ist mein erster Auftritt, ich spiele drei Stücke in der alten Kirche“, erzählt sie kurz davor und etwas aufgeregt.

Alte Hasen und Premieren

Für das leibliche Wohl sorgten wie immer die Vereine. Nicht nur aus Saal, auch aus den anderen Orten der Gemeinde sind jedes Mal fleißige Helfer dabei, um Köstlichkeiten für jeden Geschmack anzubieten. „Bei uns gibt es Kaffee und Kuchen“, sagt Bernhard Dauerer von der Feuerwehr Mitterfecking. „Wir sind zufrieden, es ist gut was gegangen.“

Neben der Musik und Kulinarischem gab es noch ein Zusatzprogramm. Viele Geschäfte hatten geöffnet und es gab einen Flohmarkt, viele Jahrmarktstände, Schwertkampfvorführungen und eine tolle Dirndlmodenschau. „Es ist sehr abwechslungsreich“, sagt Nadine Schmidt aus Bad Gögging. „Die netten kleinen Stände und die Musik, und für Kinder ist auch etwas geboten.“ Sie bummelt mit ihrem Mann Daniel und den Kindern Mia und Marlon durch den Ort. Für Kinder gibt es viele interessante Sachen, sie können basteln, sich schminken lassen oder auf einem großen Bungy-Trampolin springen. Oder es auch etwas ruhiger angehen, wie die kleine Leni: Sie war glücklich, als sie auf einem Sandhaufen mit einem Eimer Kuchen backen konnte.

Mehr Aktuelles aus Saal lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht