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Freizeit

Ein Geheimtipp für Wasserratten

Das Hallenbad in Saal an der Donau ist für die Schule, wird von Vereinen genutzt und ist auch für die Bevölkerung geöffnet.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Badefreuden im Hallenbad in Saal an der DonauFotos: Bachmeier-Fausten
Badefreuden im Hallenbad in Saal an der DonauFotos: Bachmeier-Fausten

Saal.Es ist kalt und schneit – der Winter hat auch Saal fest im Griff. Aber im Hallenbad bei der Schule ist es wohlig warm und die Badegäste fühlen sich im große Pool und der Wassertemperatur von 28,8 Grad Celsius wohl.

Eine ansprechende Anlage

Vormittags hatten Schüler Schwimmen auf dem Stundenplan und von nachmittags bis abends kann die ansprechende Freizeiteinrichtung von allen Interessierten besucht werden. Das Hallenbad ist sicherlich für Wasserratten ein Geheimtipp. Es ist ansprechend und äußerst sauber, nicht überlaufen und der Eintritt (ein Ticket für einen Erwachsenen kostet 2,50 Euro und für ein Kind 1,25 Euro) ohne Zeitlimit.

Unter den Besucher ist an diesem Abend auch eine junge Mutter mit ihrem Töchterchen. Die Frau begrüßt, dass es das Freizeitangebot in Saal gibt. Sie findet es aber auch positiv, dass das Hallenbad bei der Schule vorhanden ist.

Bademeister Schmidt zeigt das Schwimmfloß für Kinder in Saal
Bademeister Schmidt zeigt das Schwimmfloß für Kinder in Saal

Das Mädchen ist mit dem nassen Element vertraut und springt von einem der drei Startblöcke ins Sportbecken, das 25 Meter lang und zehn Meter breit ist, im östlichen Bereich auf einer Länge von zehn Metern eine Wassertiefe von 90 Zentimetern hat und im westlichen Teil 2,20 Meter tief ist. Erwachsene schwimmen oder machen Gymnastik im Wasser.

Montags kommen Vereine

Montags ist das Saaler Hallenbad abends nur für Vereine (Schwimmabteilung des SV Saal, eine Gruppe der ATSV-Schwimmabteilung, freitags nach dem Badebetrieb ist das Training der Wasserwacht Bad Abbach) geöffnet, die anderen fünf Wochentage ist öffentlicher Badebetrieb – dienstags bis freitags jeweils von 16 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr – und dabei stets ein Bademeister anwesend.

Dienstag ist Lieblingsbadetag

Der beliebteste Tag für einen Hallenbadbesuch ist laut Andreas Braun, der 26-Jährige ist Meister für Bädebetriebe, der Dienstag. Seinen Angaben zufolge sind es circa 30 Besucher täglich, es könnten aber auch mal 50 Personen sein.

Der Umkleidebereich im Hallenbad in Saal an der Donau
Der Umkleidebereich im Hallenbad in Saal an der Donau

Das Hallenbad ist Eigentum des Schulverbandes und wurde laut Bürgermeister Christian Nerb im Jahr 2015 mit Investitionskosten von 800000 Euro saniert. Täglich kämen Klassen der Grund- und Mittelschule, „ab und zu auch die Förderschule Thaldorf und von der Volksschule Langquaid eine Grundschulklasse“. Die Gemeinde Saal zahlt jährlich einen Zuschuss in Höhe von 21 000 Euro, damit die Freizeiteinrichtung für die Bevölkerung geöffnet wird.

Gemeinde bietet Ausbildungsstelle

Die Kommune will auch für die Zukunft der Öffentlichkeit sowohl in der kühleren Jahreszeit einen Hallenbad- als in der Sommersaison einen Freibadbesuch ermöglichen. Deshalb bietet sie in diesem Jahr auch eine Ausbildungsstelle zum Beruf Fachkraft für Bäderbetriebe an. Sie möchte damit dafür Sorge tragen, wenn einer der bisherigen Bademeister in Rente geht, auch bereits einen NachfolgerIn zu haben.

Der Beruf lockt nicht

Die Ausbildungsstelle mit einem geeigneten Bewerber zu besetzen ist aber bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Ähnlich wie bei Handwerksberufen ist wohl auch eine Lehrstelle in der Branche der Bäderbetriebe nicht besonders gefragt. Es scheint in diesem Arbeitsbereich insgesamt nicht so viele Kräfte zu geben.

Ärger

Schwimmer sitzen auf dem Trockenen

Aktuell ist in Mainburg nur ein Nottraining möglich. Der Grund: Für das Hallenbad gibt es nach wie vor keinen Bademeister.

„Der Personalmangel, insbesondere im Bereich von Schwimmbädern, ist äußerst dramatisch“, so Sonja Endl, stellvertretende Pressesprecherin am Landratsamt Kelheim. Wie berichtet, war das Hallenbad Mainburg im Vorjahr monatelang geschlossen, da der Landkreis Kelheim die Stelle eines Bademeisters nicht besetzen konnte.

Alle Bäder des Landkreises wieder geöffnet

Die Lehrschwimmhalle am Gabelsberger-Gymnasium in Mainburg kann seit Montag, 7. Januar, sowohl für den Schulunterricht als auch für den öffentlichen Badebetrieb und von Vereinen wieder genutzt werden. Nachdem es krankheitsbedingte Einschränkungen beim allgemeinen Badebetrieb für die Öffentlichkeit gegeben hatte, kann die Lehrschwimmhalle Abensberg wieder wie gewohnt zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden, so Sonja Endl. Das Hallenbad in Abensberg ist seit Samstag, 2. Februar. wieder wie gewohnt geöffnet. Das Hallenbad bei der Staatlichen Realschule in Riedenburg ist seit 17. September 2018 von der Schule und auch von der Bevölkerung zu nutzen.

Derzeit hat der Landkreis selbst zwei Fachangestellte für Bäderbetriebe beschäftigt und mittels Werkvertrag ist weitere Fachkraft für Bäderbetriebe für den Landkreis Kelheim tätig.

Mehrere Hallenbäder im Kreis

Auch der Landkreis findet nach Angaben von Sonja Endl keine Interessenten für diesen Ausbildungsberuf. Die Schwimmhallen in Abensberg, Mainburg und Riedenburg betreibt der Landkreis. Außerdem gibt es noch ein Hallenbad in Neustadt an der Donau, beim Keldorado in Kelheim und das Hallenbad in Saal an der Donau.

Fachangestellte für Bäderbetrieb

Im Rahmen unserer Themenwoche „Tag der Ausbildung im Landkreis Kelheim“ stellten wir auch eine Auszubildende vor, die den Beruf als Fachangestellte für Bäderbetriebe erlernt.

Der dortige junge Chef der Bademeister, Andreas Braun, hat den Beruf von der Pike auf gelernt. Da sein Vater auch Fachangestellter für Bäderbetriebe ist, war dem Sohn der Beruf nicht fremd. In Berching im städtischen Bad Berle absolvierte Andreas Braun seine Ausbildung. 2013 legte er erfolgreich die Meisterprüfung ab und ist mittlerweile seit zwei Jahren in Saal beschäftigt.

Der Meister für Bäderbetriebe im Hallenbad Saal, Andreas Braun
Der Meister für Bäderbetriebe im Hallenbad Saal, Andreas Braun

Warum der Beruf bei jungen Menschen nicht besonders gefragt ist, hat nach Brauns Einschätzung zwei Gründe: „Es hat viel mit den Arbeitszeiten zu tun. Man hat auch Spätschicht.“ Aber: „Insgesamt wird das Berufsbild falsch wahrgenommen.“ Das Klischee sei, „der Bademeister steht am Beckenrand.“ Die Aufsicht ist nur ein Teil der Tätigkeit.

Die Technik

  • Keller

    Das große Schwimmbecken des Hallenbades in Saal reicht bis in den Keller. Dort befindet sich auch die Technik für die Freizeiteinrichtung. Dazu gehört beispielsweise die Chloranlage.Früher kam Chlorgas zum Einsatz. Im August 2018 wurde bei der Chlorung auf Chlorgranulat umgestellt.

  • Wasser

    In fünf Schwallwassertanks im Keller wird das Verdrängungswasser vom Becken aufgefangen. Das gesamte Fassungsvermögen der Tanks beläuft sich laut Andreas Braun auf zehn bis 15 Kubikmeter; das Wasser wird wieder gefiltert. Eine Filterspülung erfolgt drei- bis viermal wöchentlich.

  • Überprüfung

    Zur technischen Ausstattung des Hallenbades in Saal an der Donau gehört auch eine Mess- und Regelanlage. Dort werden zweimal täglich Proben vom Wasser, das sich im Schwimmbecken befindet, genommen, um den pH-Wert und das freie sowie gebundene Chlor feststellen zu können.

Man muss sich ebenso um die Technik kümmern, damit alles läuft, Wasserproben nehmen und im Freibad auch die Grünanlagen pflegen. „Es ist auf alle Fälle ein Beruf mit Zukunft“, so Andreas Braun. Wer sich für den Beruf interessiert, den lädt er zum Schnuppern ins Hallenbad Saal ein; Kontakt:Gemeinde Saal (0 94 41) 68 10

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Das Hallenbad in Saal an der Donau

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