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Nachruf

Ein Leben für Rockmusik und Kegeln

Zwei sehr unterschiedliche Lieblingsbeschäftigungen prägten Anton Ranzinger. Beides betrieb er akribisch und mit Herzblut.
von Benjamin Neumaier

Anton Ranzinger (†) hat ein riesiges Rockmusik-Archiv angelegt. Foto: Tost
Anton Ranzinger (†) hat ein riesiges Rockmusik-Archiv angelegt. Foto: Tost

Kelheim.Anton Ranzinger war ein viel und gerngesehener Gast in der Kelheimer Redaktion der Mittelbayerischen Zeitung. Man konnte beinahe die Uhr danach stellen: Jeden Dienstag um 10 Uhr stand er – anfangs mit einem Zettel, später mit einem USB-Stick bewaffnet – in der Tür zum Reporterbüro. Stets mit einem Lächeln und derselben Frage auf den Lippen: „Wem darf ich heute die Kegelergebnisse geben?“

Kegeln war einer seiner Lebensinhalte. „Seit mehr als 60 Jahren ist Kegeln mein Lieblingssport“, sagte Ranzinger an seinem 80. Geburtstag vor drei Jahren. Als aktiver Sportkegler war der gebürtige Kelheimer mehr als 30 Jahre Mitglied beim SKC Befreiungshalle Kelheim – und eben auch als Pressewart aktiv.

„Auch ein bisserl verrückt“

Viel mehr noch als in seinem Lieblingssport ging Anton Ranzinger aber in der Musik auf. Der Rockmusik. „Vielleicht bin ich a bisserl a Ausnahme und auch ein bisserl verrückt“, sagte Ranzinger, wenn er auf seine Liebe zur Rockmusik zu sprechen kam. Dann begannen seine Augen zu leuchten. Gerne erzählte er von Live-Konzerten in München – darunter waren in den 1970ern Suzie Quatro, Sweet, aber auch Klassiker wie die Bee Gees, Elton John und Joe Cocker, den er besonders verehrte. „Er ist mein spezieller Liebling. Joe Cocker war so tief im Keller mit Drogen und Alkohol und hat sich wieder gefangen“, sagte Ranzinger einst in einem MZ-Interview. Auch seine Sportkameraden beim SKC wussten von der Begeisterung für den britischen Rocksänger und feuerten Ranzinger beim Kegeln in kritischen Situation mit einem aufmunternden „Hey, Joe Cocker“ an.

Liebe zur Musik hört nicht auf

„Ich habe keine Ahnung, warum meine Liebe zur Rockmusik einfach nicht aufhört“, sagte Ranzinger einst, angesprochen auf sein Faible, das er exzessiv auslebte. Auf weit mehr als 500 Videokassetten á drei Stunden war die Sammlung des Kelheimers in den Jahren angewachsen, „also rund 1500 Stunden Musik, weil natürlich auch ein paar Lücken drin sind“. Mit dem Aufnehmen begonnen hat er um 1980 herum, als er sich seinen ersten Videorekorder zulegte. Im Laufe der Zeit wurden es sogar mehrere Videorekorder, zu denen sich schnell auch ein kleines Mischpult gesellte, um die Aufnahmen richtig bearbeiten zu können.

Und Anton Ranzinger ging weiter mit der Zeit: „Ich will meine Sammlung komplett auf Festplatte und DVDs digitalisieren“, sagte er einst im MZ-Reporterbüro. „Aber das ist eigentlich schon eine Jahrhundertaufgabe.“

Dennoch war es ihm die Mühe einfach wert, denn: „Der Mensch, der Musik liebt, hat den anderen viel voraus“, war sein Credo und auch seine „Medizin“, wenn er mal schlecht drauf war. „Dann schau’ ich mir ein tolles Konzert an und es geht mir wieder gut.“

Am Dienstag, 25. Dezember, verstarb Anton Ranzinger im Alter von 83 Jahren. Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet am Freitag, 29. Dezember, um 14.30 Uhr in der Aussegnungshalle im Kelheimer Waldfriedhof statt.

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Langjähriges SPD- und SKC-Mitglied

  • Horst Hartmann:

    „Ich habe Anton Ranzinger nicht erst als SPD-Mitglied, sondern schon während meiner Lehre bei Kosik kennengelernt. Als Bürgermeister durfte ich ihm dann zum 80. Geburtstag gratulieren. Toni war ein herzensguter Mensch.“

  • Alexander Nickisch:

    Anton Ranzinger war schon mein Jugendtrainer beim SKC, und war auch später immer an meiner Seite. Er war immer mit Herzblut dabei, hat jeden Auftritt des SKC live mitverfolgt. Wir werden ihn sehr vermissen.

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