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Einsatz

Ein Marathon für die Helfer

Die Helfer des Race24 in Kelheim langen hin, damit Athleten und Zuschauer verpflegt werden. Ihr „Rennen“ hat auch 24 Stunden.

Blick vom Podium des Moderators auf den Ludwigsplatz in Kelheim: Die Strecke hat das Team von Bernhard Fleischmann auch mittels mehrerer Bildschirme im Blick. Fotos: Dannenberg
Blick vom Podium des Moderators auf den Ludwigsplatz in Kelheim: Die Strecke hat das Team von Bernhard Fleischmann auch mittels mehrerer Bildschirme im Blick. Fotos: Dannenberg

Kelheim.Es ist das Wochenende der sportlichen Großveranstaltungen – Wimbledon, Fußball-WM und Race 24. In Kelheim sind die Menschen beim Radsport. Viele hundert Sportbegeisterte sind in die Altstadt gekommen, um ihre Favoriten anzufeuern, Zieleinfahrten und Starts beim Race24 zu erleben. Das große Zelt an der Wechselstation in der Ludwigsplatz ist das Mekka der Fans von superschmalen Reifen und ultraleichten Rennrädern.

Es herrscht Volksfeststimmung. DJ Rich sorgt mit seiner Disco vom Podium unter dem Zeltdach für den nötigen Soundtrack, Bernhard Fleischmann, der neue Moderator des 24-Stunden-Rennens, kommentiert das Rennen und fährt selbst zwei Runden mit. Er sagt: Man darf die Strecke nicht unterschätzen. Die Steigung gleich am Anfang hat es in sich.“

Bernhard Fleischmann ist selbst eine Runde beim Race24 mitgefahren.  Foto: Dannenberg
Bernhard Fleischmann ist selbst eine Runde beim Race24 mitgefahren. Foto: Dannenberg

Bernhard „Fleischi“ Fleischmann hatte angekündigt: „Die Leute sollen sich gut unterhalten fühlen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.“ Das ist eingetroffen. Auf dem Ludwigsplatz in Kelheim herrscht Partystimmung. Am Abend drängen sich die Massen entlang Start und Ziel. „Es ist eine Mischung aus Sport und Volksfest“, beschreibt Fleischmann die Situation und gesteht: „Das übertrifft meine Erwartungen.“

Obst und Getränke

Doch dasRennen ist nicht nur Volksfest und Sportevent. Es ist auch ein Marathon der Helfer. Unter anderem sind Feuerwehr und BRK im Einsatz. Anke und Bärbel vom RSC Kelheim haben alle Hände voll zu tun. Sie versorgen die Sportler in ihrem Stand an der Wechselzone mit Getränken und Obst, schneiden Bananen, Äpfel, Apfelsinen und Wassermelonen in kleine Stücke. Bis zum Ende des Rennens werden sie mehrere Hundert Kilo Obst in mundgerechte Stücke zerkleinert haben. Allein 200 Kilo Bananen werden dann durch ihre Hände gegangen sein. Anke und Bärbel wissen, was auf sie zukommt. „Mal sehen, wie sich unsere Hände nach dem Rennen anfühlen“, sagen sie.

Nur ein paar Schritte entfernt von der Verpflegungsstation sind Birgit und Martina im Einsatz. Sie versorgen Fahrer und Helfer mit T-Shirts. Am Samstag sind sie vom frühen Morgen bis Mitternacht im Einsatz. Exakt 1141 T-Shirts für die Fahrer müssen verteilt werden, außerdem 100 für die Helfer.

Bärbel und Anke (rechts) verteilen Obst und Getränke an die Sportler. Foto: Dannenberg
Bärbel und Anke (rechts) verteilen Obst und Getränke an die Sportler. Foto: Dannenberg

Einer der Helfer ist der erst zehnjährige Leonhard. Er hilft mit seiner Mutter am Nudelstand des RSC. „Ich bin dabei, weil mir das Rennen Spaß macht“, sagt er. „Mittendrin sein ist einfach cool.“ Vielleicht, meint der Bub, fährt er in ein paar Jahren sogar selbst mit. Jetzt sei er „leider“ noch zu jung dafür. Vielleicht trainiert er vorher noch ein wenig mit seiner Mutter. Die ist nämlich seit neuestem mit einem eigenen Rennrad unterwegs. An diesem Wochenende aber steht erstmal der Nudelverkauf beim Race24 an. Voraussichtlich 300 Portionen werden die beiden und die anderen Helfer verkaufen.

Leonhard (10) half am Nudelstand. Wenn er älter ist, möchte er beim Race24 mitfahren.  Foto: Dannenberg
Leonhard (10) half am Nudelstand. Wenn er älter ist, möchte er beim Race24 mitfahren. Foto: Dannenberg

Unterdessen geht das Race24 immer weiter. Immer neue Rennfahrer gehen an den Start. Sie sind ausgeruht, freuen sich auf das Rennen und dass es seit Beginn des Rennens nicht mehr regnet. Derweil erreichen andere Fahrer das Ziel, der Schweiß läuft ihnen übers Gesicht. Staunend stehen die Hobbyradler daneben, schauen gebannt zu, wie die Teilnehmer des Race24 mit ihren Bikes über das Straßenpflaster der Kelheimer Altstadt preschen. Immer wieder brandet Jubel auf, wenn die Zuschauer einer ihrer Favoriten bei der Zieleinfahrt oder beim Start erspähen.

Hautnah konnten die vielen Zuschauer die Rennfahrer am Ludwigsplatz erleben.  Foto: Dannenberg
Hautnah konnten die vielen Zuschauer die Rennfahrer am Ludwigsplatz erleben. Foto: Dannenberg

Nur wenige haben nach ein paar Stunden, die das Rennen läuft, noch den Überblick, wer vorn liegt. Wer es genau wissen will, bekommt alle Informationen bei einem Lkw an der Wechselstation. Auf großen Bildschirmen werden die aktuellen Rennergebnisse augenblicklich an die Zuschauer weitergegeben. Außerdem hält „Fleischi“ die Zuschauer auf dem Laufenden.

Auf den Bildschirmen in der Wechselzone konnten alle Zwischenstände zum Rennen abgefragt werden.  Foto: Dannenberg
Auf den Bildschirmen in der Wechselzone konnten alle Zwischenstände zum Rennen abgefragt werden. Foto: Dannenberg

Fast, aber auch nur fast, geht da unter, dass es an diesem Wochenende auch um das Finale der Fußball-WM geht. Die Moderatoren geben zwar das 1:0 und das 2:0 für Belgien im Spiel um den dritten Platz gegen England durch. Doch so richtig kommt das bei den Race24-Fans nicht an. Sie sind beim Rennen. Viele denken wie Gerlinde Seitz. „Ich finde es toll hier“, sagt sie. „Wir sind schon öfter hier gewesen.“

Aber in diesem Jahr, gesteht sie, sei alles ein bisschen anders. „Mein Sohn Fabian fährt mit.“ Für sie ist es in der Wechselzone am interessantesten. Um ihren Sohn muss sie sich jedoch nicht kümmern. Er fährt in einer Fünfermannschaft. „Die haben ein eigenes Zelt und auch einen Masseur.“

Ballons platzen

Das Race24 hat viele Gesichter. Dazu gehört auch die Unterhaltung. Bei der Promi-Challenge am Samstagabend – Luftballons müssen mit einer Luftpumpe aufgepumpt und zum Platzen gebracht werden – beweist Landrat Martin einmal mehr sein Unterhaltungstalent. Während sich die anderen Teilnehmer der Challenge redlich mühen, ihren Ballon durch Überdruck zum Platzen zu bringen, tritt Neumeyer nach kurzem Pumpen auf seinen Ballon und bringt ihn so zum Platzen. Die Lacher hat er auf seiner Seite.

Zum Fest gehören auch die Buden mit Bratwurstsemmeln, Frühlingsrollen, Süßigkeiten, Fischsemmeln und Wein von der „Gruppo Cilisti Soave“. Das Rennen ist ein Radsportfest. Alte und junge Besucher sind da, Eltern bringen ihre Kinder mit. So geht es in die Nacht und am Sonntag weiter. Keine Frage, das Race24 hat in seiner 22. Auflage nichts von seiner Faszination verloren.

Alles zum Race24 finden Sie hier.

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