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Wassersport

Ein neues Haus für die Paddler

Jahrzehnte lang hat der Kanuclub nach einem geeigneten Platz gesucht. Am 4. Mai wird endlich das neue Bootshaus eingeweiht.
Von Roland Kugler

Das neue Bootshaus im Donaupark kommt bei den Mitgliedern des Kanu-Clubs gut an. Am 4. Mai ist Tag der offenen Tür. Foto: Kugler
Das neue Bootshaus im Donaupark kommt bei den Mitgliedern des Kanu-Clubs gut an. Am 4. Mai ist Tag der offenen Tür. Foto: Kugler

Kelheim. Was lange währt, wird endlich gut, sagt zumindest ein altes Sprichwort. Die Suche des Kanu-Club Kelheim (KCK) nach einem Ort für ein neues Bootshaus hat sehr lange gedauert. Dafür ist es aber auch sehr gut geworden. Innerhalb von zwei Jahren wurde es im Donaupark gebaut: mit sehr viel Eigenleistung, top-modern und in optimaler Lage.

An einem späten Aprilnachmittag sitzen die Verantwortlichen des KCK vor ihrem neuen Vereinsheim zusammen: Vorsitzende Marianne Fruth, Stellvertreter Norbert Kellner, zweiter Stellvertreter und Bootshauswart Bernhard Gruber. Und Lorenz Schels, er war ebenfalls viele Jahre im Vorstand und organisierte als Bautechniker Planung und Bau des Gebäudes. Alle zufrieden und glücklich, weil ihr langgehegter Wunsch doch noch Wirklichkeit geworden ist.

5500 Stunden Eigenarbeit

Marianne Fruth im neuen Kraftraum. Foto: Kugler
Marianne Fruth im neuen Kraftraum. Foto: Kugler

1969 wurde das Bootshaus beim Klösterl gebaut. Es war bald voll mit Kajaks und Kanadiern, und konnte auf Grund der örtlichen Gegebenheiten, und weil es im Naturschutzgebiet liegt, nicht erweitert werden. Seit den 80er Jahren war der Verein deshalb auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein neues Bootshaus. „1993 hatten wir einen Pachtvertrag mit der damaligen Zellstoff unterschrieben, um auf ihrem Gelände eins zu bauen“ erinnert sich Lorenz Schels. Doch mit der Pleite der Fabrik gingen die Pläne des Kanu-Clubs die Donau runter. Als dann die Grundstücke im Donaupark verkauft wurden, bemühte sich der Verein erneut. „Bürgermeister Hartmann und der damalige Landrat Faltermeier haben uns sehr unterstützt“, sagt Fruth.

Der Kanu-Club

  • Sport:

    Der KCK hat erfolgreiche Sportler in seinen Reihen, wie Günter Bachhuber der seit vielen Jahren bayerische Meistertitel erpaddelt. Oder Sophia Gruber, die auch international erfolgreich ist.

  • Gesellschaft:

    Auch im öffentlichen und sozialen Leben engagiert sich der Verein in Kelheim. Vor allem beim Naturschutz ist er aktiv, wie beim Ramadama oder ähnlichen Saubermach-Aktionen.

Anfang 2016 konnte der KCK mit der Stadt einen Erbbaurechtsvertrag auf 99 Jahre abschließen, für ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück hinter dem neuen Landratsamt direkt an der Donau. Im März 2017 erfolgte der erste Spatenstich, im Mai war Richtfest. Den kompletten Innenausbau und die Außenarbeiten hat der Verein dann in 5500 Stunden Eigenarbeit selbst geleistet. „Reine Arbeitszeit, ohne Planungen und Besprechungen“ sagt Marianne Fruth.

„Es war eine gute Zusammenarbeit und eine tolle Atmosphäre“, sagt Lorenz Schels, „viele Vereinsmitglieder haben sich dabei erst kennen gelernt.“

„Es hat dem Vereinsleben gut getan, gemeinsam ein Haus zu bauen“

Marianne Fruth, Vorsitzende

„Es hat dem Vereinsleben gut getan, gemeinsam ein Haus zu bauen“ sagt Fruth. Die Mühen haben sich gelohnt: das neue Bootshaus ist von außen angenehm unauffällig, aber innen top ausgestattet: Gemeinschaftsraum, Küche, getrennte Umkleiden und Duschen, sogar eine Toilette für Behinderte gibt es. Ein kleines Büro für die Arbeit des Vorstands, und einen Kraftraum, in dem die Kanuten ihre Muskeln stärken können. Denn die braucht es schon, um flussaufwärts nach Weltenburg zum dunklen Klosterbier zu paddeln.

Platz für 160 Boote

Das Herz des Gebäudes ist natürlich die Halle für die Boote: 160 Stück finden darin Platz, vom Rennkajak aus Kohlefaser bis zum Kanadier für vier oder mehr Personen. Den Plänen für ein Nationales Naturmonument im Donaudurchbruch stehen die Vorsitzenden offen gegenüber: „Denn es wurde uns versichert dass wir in unserer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden“ sagen sie. „Wir wollen, dass unsere Jugend so aufwachsen kann wie wir“ sagt Marianne Fruth. „Nur wer die Natur frei erleben darf, schützt sie auch.“ Und tatsächlich sieht man viele junge Leute Boote zur Donau hinunter tragen. „Wir haben hier das Paradies vor unserer Haustür“ sagt Bernhard Gruber.

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