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Fest

Ein schweres Stück Arbeit

400 Zuschauer erleben, wie der Maibaum in Bad Abbach aufgestellt wurde. Bürgermeister braucht neun Schläge fürs erste Fass.
Von Josef Eder

Mit vereinten Kräften wurde der Maibaum am Marktplatz in Bad Abbach aufgestellt. Foto: Eder
Mit vereinten Kräften wurde der Maibaum am Marktplatz in Bad Abbach aufgestellt. Foto: Eder

Bad Abbach.Nach einer Stunde hatten die Floriansjünger der Feuerwehr Bad Abbach den neuen 25 Meter hohen Maibaum aufgerichtet. Mit einem Stammdurchmesser von 35 Zentimeter hatte die vor Wochenfrist frisch gefällte Fichte ein Gewicht von 3,5 Tonnen, eine Spende der Familie Gerl. Den Baum gefällt und vorbereitet hat die Königlich privilegierte Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft (FZG). Sie hat auch das Maifest am Platz vor der Marktkirche St. Christophorus organisiert. Zweite Schützenmeisterin Christine Sedlmeier hatte die Verantwortung übernommen. Eine eingespielte Mannschaft machte es ihr leicht. Mit Bierkrügen in der Hand bediente sie und hatte immer ein waches Auge.

Einpassen und Befestigung des Maibaums in der Vorrichtung Foto: Eder
Einpassen und Befestigung des Maibaums in der Vorrichtung Foto: Eder

Bad Abbachs erster Bürgermeister Ludwig Wachs zapfte am Samstagabend das erste Fass an. Doch war an diesem Abend dem versierten Zapfer das Glück nicht hold. Neun Schläge brauchte Wachs. Nach dem zweiten kräftigen Schlag ging der Anzapfschlegl in die Brüche. Dann verrutschte der Gummidichtring am Zapfhahn, so dass Wachs einige Spritzer des süffigen Gerstensaftes abbekam. Wachs lachte und ließ sich mit Christine Sedlmeier den ersten Schluck schmecken. „The Strange Brew“ und dann „Alarmstufe Rock“, zwei Bands aus der Marktgemeinde, sorgten am Montagabend für die Musik im Festzelt.

400 Menschen versammelten sich am Dienstag 1. Mai um 14 Uhr auf dem Marktplatz. Mit Flöten, Lyra, Trommeln und Fanfaren führte der Spielmannszug Bad Abbach den Festzug, der sich von der Kochstraße bis zur Marktkirche bewegte, an.

Millimeter genau

Die Böllerschützen der FZG kündigten lautstark an, dass der Maibaum kommt. Er wurde von einem Oldtimer Fendt gezogen.

Maße

  • Der Bad Abbacher

    Maibaum ist 25 Meter lang, der Stammdurchmesser beträgt 35 Zentimeter, das geschätzte Gewicht 3,5 Tonnen. Geschlagen vor einer Woche im Wald der Familie Gerl.

  • Die Verwendungsdauer

    des Maibaums beträgt im höchsten Fall fünf Jahre. Der bisherige wurde aus Sicherheitsgründen nach vier Jahren ausgetaucht.

Einige Schützen in ihrer Tracht begleiteten ihn. Am Marktplatz trat die Feuerwehr in Aktion. Kräftige Männer hoben ihn mit Querstangen an. Die Nachläufer, auf denen er transportiert wurde, wurden entfernt und dann musste er Millimeter genau in die im Boden fest verankerte eiserne Haltevorrichtung eingepasst werden. Nachdem der Baum mit einer langen, schweren Schraube dort fixiert worden war, so dass er sich nur noch in einer Richtung nach oben bewegen konnte, setzten die Floriansjünger zum Aufstellen an. Die präzisen Anweisungen kamen vom ersten Kommandanten Matthias Prasch.

Mit Händen und Schultern

Bevor die Schwalben, das sind jeweils zwei hölzerne unterschiedlich lange mit Seilen verbundene Aufstellhilfen zum Einsatz kamen, hievten die Florianer den Baum mit Händen und Schultern die ersten Meter in die Höhe. Immer wieder versetzten sie die vier unterschiedlich langen Schwalben vor die drei am Baum befestigten Kränze. Ein achtsames Auge hatten sie dabei auf den am Baum fest verschraubten Gipfel. Den Aufstellbereich sperrten sie für die Zuschauer mit Seilen ab. „Verdammt schwer war er heuer“, war nach getaner Arbeit zu hören. „Im nächsten Jahr ist er trocken und daher um ein Vielfaches leichter“, war die Antwort erfahrener Aufsteller.

Das Duo Oberpfalz Schlawiner spielten auf. Bei sommerlichen Temperaturen waren im Nu alle Bierbänke vor der Marktkirche und dem Brunnen im alten Ortskern besetzt.

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