mz_logo

Region Kelheim
Dienstag, 21. August 2018 29° 3

Sport

Ein Trampolin macht dem Hüftspeck Beine

Carolin Gülzar will beim SV Saal zu ganz besonderen Höhenflügen ansetzen. Sie sieht in „Jumping“ eine Fitness-Sportart mit viel Luft nach oben.
Von Martina Hutzler, MZ

  • Der Stützgriff wird montiert.
  • Langsame und schnelle Sprünge gehören dazu.
  • Einige Übungen dienen speziell der Balance.

SAAL.„Wenn man oben steht, muss man einfach gleich loshopsen“ – so beschreibt Carolin Gülzar, wie sie zur neuen Trendsportart „Jumping“ gekommen ist. „Oben“, das klingt höher, als es ist: Die Trampolinfläche, auf dem man zu sportlichen Höhenflügen ansetzen kann, ist gerade mal 30 Zentimeter über dem Boden. Wer drauf steht und Jumping halbwegs beherrscht, der hüpft aber schon mal einen Meter in die Luft.

So wie Carolin Gülzar, als sie für die MZ ihr neues Projekt in der Saaler Schulturnhalle vorstellt. Dort ist die hauptberufliche Erzieherin bislang als Zumba-Trainerin für Kinder und Erwachsene aktiv. Nach den Sommerferien will sie den ersten Jumping-Kurs starten. Dafür hat die junge Frau aus Schambach eigens eine Ausbildung belegt bei den Initiatoren dieser markenzeichen-geschützten Sportart. Als einzige weiß-blaue Vertreterin war sie beim deutschlandweit erst zweiten Wochenendkurs in Laufen mit dabei. Und hat danach gleich „zugeschlagen“ und zwölf der Spezialtrampolins gekauft. Vom Saaler Sportverein hat sie grünes Licht, dass sie ihr Angebot unter Vereins-Fittichen starten kann; er unterstützte auch ihre Ausbildung: „Der SV ist immer offen für Neues“.

Erstes Schnuppern schon belegt

Der Zuspruch scheint da zu sein: Die drei Schnupperstunden, die Carolin Gülzar im Mai anbietet, sind ausgebucht; mittlerweile plant sie weitere Schnupperangebote Ende Juni oder Anfang Juli. Geeignet sei diese Sportart eigentlich für alle Interessierten, findet sie. Na gut: „Für totale Schlaffis ist es vielleicht nicht grad die richtige Einstiegs-Sportart“, räumt die drahtige Trainerin schmunzelnd ein. Ein wenig Grundfitness sollte man mitbringen, um nicht nach drei Hopsern schlapp zu machen. „Aber es macht so viel Spaß – da merkt man die Anstrengung nicht so“, ermutigt die 31-Jährige alle potenziellen Interessenten.

Als wichtigen Spaßfaktor empfindet sie die Musik, die den Spring-Schwung beflügelt. Die Musikrichtung ist egal – Hauptsache flott. Eine Trainingseinheit dauert eine Stunde und folgt einem bestimmten Schema: Der erste ist ein etwas ruhigerer Teil zum Warmwerden, mit einfacheren Schritten. Dann kommen komplexere Übungen dazu; Ziel ist es, möglichst alle Körper- und Muskelpartien in Aktion zu bringen. Dazu kommt eher gegen Ende der Stunde auch die Stange zum Einsatz, die ähnlich einem Fahrradlenker vor das Trampolin montiert wird. „Sie ist nicht zum Umklammern gedacht, sondern nur zum Abstützen“, erklärt Carolin Gülzar: „Die Übungen wären sonst zum Teil nicht möglich.“ Sagt’s und springt auch schon wie ein Gummiball in die Höhe, mal mit angewinkelten Beinen wie ein Frosch, mal nach rechts, mal nach links gedreht. Spätestens da glaubt man gerne, dass „Jumping Fitness“ auch den Gleichgewichtssinn trainiert…

Auch Fußballer gehen in die Luft

Aus eigener Erfahrung schätzt Carolin das Jumpen vor allem als gutes Training für Oberschenkel, Bauch und Rücken. „Mittlerweile wird es zum Beispiel von Fußballern oder Eishockey-Teams als zusätzliches Ausdauertraining eingesetzt“, hat sie in Erfahrung gebracht. Als Belastung für die Gelenke empfindet sie die teils atemberaubend wirkenden Sprünge nicht: „Du springst ja nicht mit voller Kraft nach oben und landest auch nicht mit voller Wucht unten“; und das Trampolinnetz federt die Energie ab. Die Betreiber von „Jumping Fitness“ in Deutschland versprechen Sportfans, „Du verbrennst dreimal soviel Kalorien wie beim Joggen, während, trotz des energetischen Trainings, die Gelenke geschont werden.“

Hierzulande ist Berlin die Keimzelle der Trendsportart. Ihren Anfang genommen hat sie in Tschechien, erzählt Gülzar. Dort und in anderen Ländern habe Jumping mittlerweile schon viele Fans gefunden. Deshalb glaubt Gülzar nicht, dass es in Deutschland eine sportliche Eintagsfliege wird. Andererseits werde es wohl einige Zeit dauern, bis das Angebot bei uns Verbreitung findet. „Den Anfang werden wohl eher Fitness-Studios machen“, schätzt sie. Beleben könnte den Boom ausgerechnet eine sterbende Ikone: die Sendung „Wetten dass…“.

In deren jüngster Folge nämlich waren die Jumping-Trampolins Bestandteil einer Wette. Die Geräte, die eigens für diese Sportart konstruiert sind, waren nämlich auch Teil einer Präsentation auf der Kölner Fitness-Messe Fibo und von dort an „Wetten dass“ ausgeliehen. Genau diese Demo-Trampolins hatte sich die findige Schambacherin vorab schon zum Kauf gesichert. Auf denselben Sprungflächen, auf denen unlängst noch Anastacia, Annette Frier & Co. ihre Hüpfversuche absolvierten, werden also künftig Carolin Gülzars Schützlinge zu neuer Fitness springen…

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht