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Engagement

Ein Unternehmen mit Helferherz

Die Firma Pritsch aus Herrngiersdorf wurde von höchster Stelle ausgezeichnet: Sie gilt als besonders ehrenamtsfreundlich.
Von Lisa Pfeffer

Hermann Pritsch, Geschäftsführer des Bauunternehmens Pritsch aus Herrngiersdorf, nahm die Urkunde von Minister Herrmann entgegen. Foto: Pfeffer
Hermann Pritsch, Geschäftsführer des Bauunternehmens Pritsch aus Herrngiersdorf, nahm die Urkunde von Minister Herrmann entgegen. Foto: Pfeffer

Kelheim.Die Sonne strahlte auf die Donau, als am Freitagabend die Altmühlperle in Kelheim ablegte. Das Wetter spielte perfekt mit, als zahlreiche ehrenamtsfreundliche Betriebe von Innenminister Joachim Herrmann geehrt wurden. Die Auszeichnung ist Teil der bayernweiten Kampagne „Doppelt engagiert“. Denn: Ehrenamtliche Hilfe setzt auch großes Engagement der Arbeitgeber voraus. Aus allen Regierungsbezirken des Freistaats waren am Freitagabend Vertreter der Rettungskräfte, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Polizei nach Kelheim gekommen, um sich einmal von höchster Stelle loben zu lassen. Einer der im Rahmen des Blaulichtempfangs geehrten Betriebe ist das Bauunternehmen Pritsch aus Herrngiersdorf.

Unter dem Titel „Ehrenamtsfreundlicher Betrieb – Gemeinsam für mehr Sicherheit“ hatte der bayerische Staatsminister Joachim Herrmann die Gäste eingeladen und gleichnamige Auszeichnungen verliehen. Ein sicheres Bayern wird in vielen Bereichen, vor allem im Rettungswesen, meist von Ehrenamtlichen garantiert. Von den rund 450.000 Einsatzkräften, die bei Feuerwehren, THW und freiwilligen Hilfsorganisationen aktiv sind, engagieren sich rund 430.000 freiwillig. Zu den ‚Blaulicht‘-Organisationen gehören freiwillige Hilfsorganisationen, Feuerwehren, THW, Bundespolizei und die Bayerische Polizei.

Helfen als Selbstverständlichkeit

Auch Arbeitgeber profitieren laut dem Minister von der Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Ein Ehrenamt zeuge von Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Stressresistenz und besonders hoher Motivation. „Dies sind alles großartige Eigenschaften, die Ehrenamtliche auch an ihrem Arbeitsplatz einbringen“, so Herrmann. Dieses Engagement ist auch bei Hermann Pritsch in Herrngiersdorf sehr gern gesehen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer des Bauunternehmens Pritsch und stellt seine Mitarbeiter regelmäßig ab, um anderen helfen zu können.

Auch Martin Neumeyer (rechts) gratulierte der engagierten Familie Pritsch. Foto: Giulia Iannicelli
Auch Martin Neumeyer (rechts) gratulierte der engagierten Familie Pritsch. Foto: Giulia Iannicelli

Davon wurde er als einziger Unternehmer aus Niederbayern geehrt. „Für mich kommt das eigentlich recht überraschend“, sagt der 57-Jährige. Er findet diesen Einsatz selbstverständlich. „In eine Notlage kann ja jeder mal geraten und jeder will, dass ihm geholfen wird. Dafür sollte man die Leute schon abstellen“, erklärt Pritsch. Seine persönliche Affinität zur Feuerwehr trägt ebenso zu dieser Toleranz bei. „Ich bin seit Jahrzehnten selbst bei der Feuerwehr aktiv, war lang Kassier.“ Auch seine Söhne sind bei der Freiwilligen Feuerwehr, sein Bruder und Neffe sind Kreisbrandmeister. Alle arbeiten hauptberuflich im Bauunternehmen Pritsch.

Das Tagesgeschäft wird davon nicht beeinträchtigt. „Wenn jemand ausrücken muss, dann wird halt mal eine Maschine kurz stehen gelassen. Das ist nichts tragisches“, sagt Pritsch. Für ihn gehört das Helfen einfach dazu. „Und so sollte man allgemein durch’s Leben gehen“, findet der Unternehmer.

Er ist nicht nur höchst tolerant wenn es um Ehrenamt geht, auch wenn sich einer seiner 150 Mitarbeiter im Vereinsleben engagiert, sieht er das gerne. Da darf in der betriebseigenen Werkstatt auch schon mal ein Faschingswagen zusammen gebaut werden.

Georg Sinzenhauser wurde als leuchtendes Vorbild hervorgehoben

Georg Sinzenhauser und Martin Neumeyer beim Blaulichtempfang auf der Altmühlperle. Foto: Pfeffer
Georg Sinzenhauser und Martin Neumeyer beim Blaulichtempfang auf der Altmühlperle. Foto: Pfeffer

Minister Herrmann betonte, dass man in keinem anderen Land unserer Bundesrepublik eine so aktive Bürgergesellschaft und einen so starken freiwilligen Einsatz für die Gemeinschaft wie in Bayern finde. Man könne mit Stolz sagen: Bayern ist Ehrenamtsland.

Als ein „leuchtendes Vorbild“ für seinen jahrzehntelangen Einsatz bezeichnete Herrmann Georg Sinzenhauser, der 36 Jahre lang als Kommandant der Kelheimer Feuerwehr im Einsatz gewesen ist. „Dafür sind Sie im Mai dieses Jahres zu Recht zum Ehrenkommandanten ernannt worden. Respekt und Anerkennung für Ihr großartiges Engagement“, lobte der Minister.

Die Bayerische Staatsregierung und speziell das Innenministerium unternehmen große Anstrengungen, um das sicherheitsrelevante Ehrenamt zu stärken und zu unterstützen. So hat der Freistaat laut Herrmann unter anderem Gemeinden und Landkreise beim Erwerb von Feuerwehrfahrzeugen und bei der Errichtung von Feuerwehrhäusern mit mehr als 208 Millionen Euro an Fördergeldern unterstützt. „Daneben reagieren wir immer wieder kurzfristig auf besondere Bedarfe der Feuerwehren mit zusätzlichen Sonderförderprogrammen, wie beispielsweise zur Jugendschutzbekleidung oder zur Zweitausstattung für Atemschutz“, sagte Herrmann.

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