MyMz
Anzeige

Geschichte

Eindringlicher Appell an die Schüler

Diese Ausstellung müssen Schüler sehen – dafür wird am Rohrer Gymnasium sogar das Handyverbot aufgehoben.
Von Lea Kossack

Die Zehntklässler besuchen die Ausstellung über die Weiße Rose. Sie ist noch bis Freitag zu sehen. Foto: Kossack
Die Zehntklässler besuchen die Ausstellung über die Weiße Rose. Sie ist noch bis Freitag zu sehen. Foto: Kossack

Rohr.Am 22. Februar 1943 wurden Sophie und Hans Scholl geköpft. Jetzt, 75 Jahre danach, erinnert eine Ausstellung am Johannes-Nepomuk-Gymnasium an die Gruppe „Weiße Rose“, die gegen die Nazi-Tyrannei kämpfte. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Freitag zu sehen.

Ruth Müller, Landtagsabgeordnete aus Pfeffenhausen (Kreis Landshut) hat die Wanderausstellung nach Rohr geholt. Möglichst viele Schüler sollen von den mutigen Taten der Weißen Rose erfahren und die Bedeutung dahinter wirklich verstehen, sagte Müller bei der Eröffnung der Ausstellung in der Aula des Gymnasiums. Neben dem Rohrer SPD-Ortsvorsitzenden Georg Riedel, dem Landrat und dem Bürgermeister, waren verschiedene Lehrer und die zehnten Klassen des Gymnasiums zur Eröffnung gekommen. Vor allem an letztere richtete Müller das Wort: „Es ist wichtig, dass diese Generation auch den Mut aufbringen kann, Unrecht zu erkennen und vor allem auszusprechen, denn der Lauf der Geschichte darf sich nicht wiederholen.“

1987 gegründet

  • Stiftung:

    Die Weiße Rose-Stiftung hat die Ausstellung konzipiert. Gegründet wurde die Stiftung 1987 on verurteilten Mitgliedern und Familienangehörigen der Widerstandsgruppe sowie weiteren Unterstützern.

  • Ausstellung:

    Die Wanderausstellung wurde vom renommierten Grafikdesigner Otl Aicher gestaltet, Texte schrieben Zeitzeugen und Familienangehörige von Mitgliedern der Weißen Rose. Sie wird seit Anfang der 1990er Jahre von der Weiße Rose Stiftung im In- und Ausland verliehen. 47 Text- und Bildtafeln beschreiben die Entstehungsgeschichte der Weißen Rose, ihre Widerstandsaktionen, die Verbindungen zu anderen Oppositionellen sowie ihre Zerschlagung durch die NS-Justiz. Auch „Jugend in der NS-Zeit“, München als „Hauptstadt der Bewegung“ und die ideologische „Gleichschaltung“ der Münchner Universität werden thematisiert.

Ruth Müller appellierte an sie, im Sinne der moralischen Pflicht zu handeln und sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen, „damit wir weiter in einem friedlichen Europa leben können“. Georg Riedel erklärte bei der Eröffnung, es sei wichtig, dass die Ausstellung über die Geschwister Scholl und das politische Engagement der Studentenvereinigung direkt an die Schulen gebracht werde. So hätten die Schüler die Möglichkeit, sich selbst außerhalb des Unterrichts mit dem Thema zu befassen und zu identifizieren. Dafür wird sogar das Handyverbot an der Schule vorübergehend aufgehoben, damit die Schüler die zur Verfügung gestellten Audio Guides nutzen können, die innerhalb von 35 Minuten durch die Ausstellung führen.

Das Engagement der Weißen Rose ist bis heute aktuell und wird durch die Weiße Rose Stiftung, Veranstaltungen und Schulen in Ehren gehalten. Ruth Müller stellte bei der Ausstellungseröffnung die Widerstandsgruppe vor: Freiheit, Gleichberechtigung und Frieden zu verteidigen und Widerstand gegen Verfolgung und Unrecht zu leisten, sei das Ziel der Weißen Rose. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber setzten sich für diese Werte ein, sagte Müller. Sie erstellten insgesamt sechs Flugblätter, die auf die Diktatur des nationalsozialistischen Regimes aufmerksam machten und die Leute zum Widerstand bewegen sollen. Sie verbreiteten sie nicht nur an der Universität in München, sondern auch in anderen Großstädten Deutschlands. Durch einen Verrat kam es zu einem Prozess und alle Mitglieder der Studentenvereinigung wurden zum Tode verurteilt.

Ruth Müller erinnerte auch an Sophie Scholls Ausspruch, den sie dem Richter ins Gesicht sagte: „Einer musste ja mal anfangen“. Noch am selben Tag wurden Sophie und Hans Scholl zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Weitere Berichte aus Rohr

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht