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Region Kelheim
Donnerstag, 19. Juli 2018 29° 6

Streifzüge

Eine Liebeserklärung an die Natur

Am Sonntag öffneten Gärten in Kelheim, Teugn, Bad Abbach und Oberndorf ihre Pforten für Besucher und glänzten mit Vielfalt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Schlendern im  Weinberg von Familie Kreuzer in Oberndorf  Foto: Hueber-Lutz
Schlendern im Weinberg von Familie Kreuzer in Oberndorf Foto: Hueber-Lutz

Kelheim.Schmuckstück: Der Weinberg von Familie Kreuzer in Oberndorf

Wenn man das Anwesen von Gabi und Franz Kreuzer in der Donaustraße in Oberndorf betritt, bleibt das Auge an vielen gärtnerischen Raritäten hängen. Wasser plätschert, Orangen und Zitronen sehen zum Pflücken verführerisch aus, viele verschiedene Pflanzen bieten einen malerischen Anblick.

Schlendern im  Weinberg von Familie Kreuzer in Oberndorf  Foto: Hueber-Lutz
Schlendern im Weinberg von Familie Kreuzer in Oberndorf Foto: Hueber-Lutz

Ein toller Garten, ohne Frage. Doch das ist nur das Vorspiel. Hinter dem Wohnhaus beginnt das grüne Paradies erst richtig. An Gemüsebeeten, Tomatenstöcken und üppigem Lavendel vorbei geht es den Berg hinauf. Hier liegt der Weinberg von Franz Kreuzer. Die Reben hängen dicht voll mit noch kleinen, grünen Trauben. Nach etlichen Höhenmetern öffnet sich ein Erdkeller, der in den Weinberg gegraben ist. „Oh, mei, wenn mein Mann das sieht, da kommt bei uns morgen gleich der Bagger“, seufzt eine Besucherin, die die Sehnsucht ihres Gatten nach einem Erdkeller kennt. Gabi Kreuzer zieht ihr den Zahn mit dem Bagger schnell. Das Erdreich haben sie Schubkarre für Schubkarre selbst raus geschafft. Ihr Mann Franz erläutert derweilen weiter unten im Garten die Vorzüge von blauen Bohnen. Die Sorte, die beim Kochen grün wird. Weiter geht es nach oben. Eine Terrasse tut sich auf. Hier kann man den Wein genießen, der unten angebaut wird. „Der Wahnsinn“, sagt eine Besucherin ob all der Herrlichkeit.

Gabi und Franz Kreuzer Foto: Hueber-Lutz
Gabi und Franz Kreuzer Foto: Hueber-Lutz

Fernöstliche Kontemplation und Ruhe in Kelheim

Ein japanischer Garten in Niederbayern? Ob das passt? Es passt perfekt. Behutsam haben Ina und Peter Grenzmann ein zugewachsenes Hanggrundstück in der Tulpenstraße modelliert, gestaltet und dabei die natürlichen Gegebenheiten so aufgenommen, dass dabei ein rundes Ganzes entstanden ist.

Ein Wasserfall begrüßt die Besucher, hilft ihnen sofort, in die Ruhe des Gartens am Waldrand einzutauchen. Daneben die Terrasse mit ihrem Holzboden gibt den Blick auf die Stadt frei. Eine Mauer aus großen Steinen mit viel Patina begrenzt die untere Ebene des Hanggrundstücks.

Fernöstliche Kontemplation und Ruhe in Kelheim Foto: Hueber-Lutz
Fernöstliche Kontemplation und Ruhe in Kelheim Foto: Hueber-Lutz

Wegweiser in japanischem Stil weisen am Tag der offenen Gartentür darauf hin, dass es nun noch ein wenig nach oben geht. Der Steig ist schmal und uneben, Eile und Unrast haben hier nichts verloren. Ruhig kommen die Besucher auf der zweiten Ebene des Gartens an. Und dort steht es, das japanische Teehaus. Das niederbayerische Moos, das im Lauf der Jahrzehnte den Rasen hier ersetzt hat, bildet einen weichen Teppich rings um den feuerroten Pavillon, der so gut mit dem tiefen Grün harmoniert. Räucherstäbchen und Glückskekse warten an diesem Tag auf die Gartenliebhaber, die zur Besichtigung gekommen sind. Manch einer lässt sich auf den bequemen Sitzmöbeln nieder und genießt den Frieden dieses Ortes.

Ina und Peter Grenzmann Foto: Hueber-Lutz
Ina und Peter Grenzmann Foto: Hueber-Lutz

Duftendes Gastgeschenk bei Sieglinde Wasöhrl in Bad Abbach

In lockeren Gruppen stehen die Leute in Sieglinde Wasöhrls Garten in Bad Abbach beieinander. Sie unterhalten sich über Pflanzen und ihre Verwendung – das auch. Aber sie kommen auch ganz ungezwungen ins Plaudern über Gott und die Welt. Der Garten ist weitläufig, überall lässt sich gut verweilen. „Da sind Sachen, die kenn` ich gar nicht“, sagt eine der Besucherinnen.

Die Gartenbesitzerin legt Wert darauf, dass auch sogenannte Wildgewächse in ihrem Garten eine Daseinsberechtigung haben.

Fast alles gibt es  im Garten von Sieglinde Wasöhrl – nur  keinen Englischen Rasen.  Foto: Hueber-Lutz
Fast alles gibt es im Garten von Sieglinde Wasöhrl – nur keinen Englischen Rasen. Foto: Hueber-Lutz

Eine andere Besucherin fragt sich, warum in diesem Garten der Mangold so ganz besonders schön gedeiht und in ihrem nicht. Auch Peter Walsberger, der Vorsitzende des örtlichen Gartenbauvereins, ist auch gekommen. Er hat ein Ziel: Einmal möchte er eine große Veranstaltung mit zehn bis zwanzig offenen Gärten in Bad Abbach haben. Freilich weiß er, dass manche Gartenbesitzer sich davor scheuen mitzumachen. Aber so ein Tag sei auch für die Gärtner selbst sehr nachhaltig und bereichernd, versichert er. Die Besucher halten sich lange hier auf, fotografieren viel. Und wer Verwendung dafür hat, darf für sein Kaninchen noch Heu aus dem großen Korb mitnehmen. Englischen Rasen gibt es bei der naturbewussten Gartenbesitzerin nämlich nicht, dafür selber gemachtes Heu mit Blumen und Kräutern.

Evi und Peter Walsberger sind bei der Gartler-Kollegin zu Gast. Foto: Hueber-Lutz
Evi und Peter Walsberger sind bei der Gartler-Kollegin zu Gast. Foto: Hueber-Lutz

Der Bauerngarten der Familie Blümel ist Teil der Teugner Landschaft

Anneliese Blümel liebt ihren Garten. Das wird aus jeder Silbe deutlich, die sie sagt. Durch ein Spalier betreten die Besucher den umzäunten Bauerngarten in Thronhofen bei Teugn. Wege, Buchs und ein Brunnen geben ihm die klassische Gliederung. Die Vielfalt der Pflanzen ist groß und die passionierte Gärtnerin legt Wert auf ein gewisses Mitspracherecht ihrer grünen Schätze. Wenn sich Ringelblumen im Gemüsebeet ansiedeln, sind sie dort genauso willkommen wie der himmelblau blühende Borretsch.

Der Bauerngarten der Familie Blümel ist Teil der Landschaft. Foto: Hueber-Lutz
Der Bauerngarten der Familie Blümel ist Teil der Landschaft. Foto: Hueber-Lutz

„Ich mag die Mischkultur, alles durcheinander.“ Deswegen ist der Bauerngarten auch eine einzige Augenweide. „Schau mal!“, macht ein Mann seine Frau auf einen Birkenstock aufmerksam. Der steckt im Erdreich und an ihm hat Anneliese Blümel all das kleine Werkzeug in Reichweite befestigt, das sie bei der Arbeit im Garten braucht. Wobei sie dem Wort Arbeit gar nicht zustimmen würde. „Das ist mein Hobby, meine Leidenschaft!“ Neben dem Garten sprudelt eine Quelle, weiter hinten ist noch ein Teich und dazwischen eine Rarität. Ein Hochbeet, wie man es nicht alle Tage sieht. Viele Meter lang und so breit, dass es in der Mitte einen Wirtschaftsweg gibt. Ein begehbares Hochbeet, mit allem was der Gemüseliebhaber begehrt. Sie habe immer schon eine große Familie versorgt, erklärt die Gärtnerin.

Anneliese Blümel  Foto: Hueber-Lutz
Anneliese Blümel Foto: Hueber-Lutz

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