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Endlich wieder Supermarkt in Neustadt

Mehr als ein Jahr nach der Brandstiftung öffnet „Penny“ in Neustadt wieder. Vom Brandstifter fehlt weiter jede Spur.
Von Jochen Dannenberg

Es sind noch nicht alle Regale eingeräumt. Am Montag eröffnet der „Penny“ in Neustadt wieder. Bürgermeister Reimer freut sich, stellt der Supermarkt doch einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgungin der Innenstadt dar. Foto: Dannenberg
Es sind noch nicht alle Regale eingeräumt. Am Montag eröffnet der „Penny“ in Neustadt wieder. Bürgermeister Reimer freut sich, stellt der Supermarkt doch einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgungin der Innenstadt dar. Foto: Dannenberg

Neustadt.Es war ein immenser Schaden, der beim Brand des „Penny“-Marktes vor über einem Jahr in Neustadt entstand. 200000 Euro betrug er nach ersten Schätzungen, tatsächlich war es wohl ein Totalschaden. Noch schwerer wog, dass mit dem durch den Brand verursachten Ausfall des Supermarktes ein wichtiger Bestandteil der Nahversorgung mit Lebensmitteln in der Innenstadt zusammenbrach. Jetzt, 14 Monate nach dem Feuer, eröffnet „Penny“ wieder.

Der Täter, der das Feuer gelegt hatte, ist jedoch bis heute nicht gefasst. Gerüchte, dass der Fall geklärt sei, hatte es immer wieder gegeben. Zuletzt wollten Bürger wissen, bei Ermittlungen zu einem Suizid sei ein schriftliches Geständnis gefunden worden. Doch Günther Tomaschko, Kriminalhauptkommissar und Pressesprecher im Polizeipräsidium Straubing, winkte ab. „Das trifft nicht zu“, antwortete er auf eine Anfrage unseres Medienhauses.

Vor mehr als einem Jahr wurde der Penny-Markt in Neustadt von einem Brandstifter angezündet. Foto: Dannenberg
Vor mehr als einem Jahr wurde der Penny-Markt in Neustadt von einem Brandstifter angezündet. Foto: Dannenberg

Jürgen Bucher, Kommandant der Neustädter Feuerwehr erinnert sich: „Wir konnten uns voll auf den Löscheinsatz konzentrieren, da bei dem Brand keine Personen gefährdet waren. Wir haben versucht, den Brand im Dachbereich zu stoppen und den Dachstuhl des in Holzständerbauweise errichteten Daches zu retten, was uns auch gelungen ist.“

Brandserie

  • Autos:

    Im Dezember 2016 kam es zu einem Autobrand in der Bahnhofstraße in Neustadt. Zwei Monate vorher brannte ein Auto in unmittelbarer Nähe. Beide Male wurde Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

  • Post:

    Ende Februar 2017 wurde im Hof der Post in Neustadt gezündelt. Mehrere Autos gingen in Flammen auf.

  • Supermarkt:

    Im April 2017 wurde der „Penny“ in Neustadt ein Raub der Flammen. Ein Zusammenhang mit früheren Bränden wird nicht ausgeschlossen. Seither ist nichts passiert.

Dennoch zog sich der Wiederaufbau des Geschäfts an der Bahnhofstraße hin, was auch daran lag, dass in Zusammenhang mit der Brandstiftung, die für das Feuer vor einem Jahr ursächlich war, „viele Versicherungsfragen“ gab, wie Bürgermeister Thomas Reimer bei einer Besichtigung des Marktes am Donnerstag sagte.

Wie auch immer: Am Montag hat die Wartezeit jedoch ein Ende. Der neue „Penny“ öffnet um sieben Uhr.

Immer wieder gefragt

„Viele Leute haben mich in den vergangenen Monaten angesprochen, wann es denn endlich soweit ist und das Geschäft wieder öffnet“, sagte Bürgermeister Thomas Reimer bei der Besichtigung. Das Geschäft sei von großer Bedeutung für die Innenstadt, betonte der Bürgermeister: „Der Markt hat zwei Funktionen. Er ist innenstadtnah. Wir haben nebenan zwei Schulen sowie die Sing- und Musikschule. Und dann haben wir fußläufig ein Riesen-Einzugsgebiet aus dem Siedlungsbereich der Stadt. Dazu kommt, dass der Markt sehr, sehr zentral liegt. Wir freuen uns deshalb, dass der Markt wieder auflebt.“

Der neue „Penny“ wird größer sein als sein Vorgänger.  Foto: Dannenberg
Der neue „Penny“ wird größer sein als sein Vorgänger. Foto: Dannenberg

Der neue „Penny“ wird größer sein als sein Vorgänger. Das war bereits vor dem Brand geplant gewesen, ein entsprechender Antrag auf Umbau und Erweiterung des Geschäfts an der Bahnhofstraße hatte dem Bauausschuss des Stadtrats Wochen vor dem Feuer vorgelegen. Mit dem Wiederaufbau wurden die damals bereits beabsichtigten Maßnahmen umgesetzt. Damit sind die Leerflächen, in denen früher eine Metzgerei- und eine Bäckereifiliale untergebracht waren, verschwunden. Die Verkaufsfläche ist um rund 200 auf 820 Quadratmeter gestiegen und einen neuen Eingang in modischem Anthrazit hat das Geschäft auch. Außerdem wurde das Sortiment erweitert, sagte Mate Kalac, Verkaufsleiter bei „Penny“.

Das alte Team ist wieder da

Wichtig für die Neustädter dürfte daneben auch sein, dass sie künftig von all jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marktes bedient werden, die auch schon vor dem Brand bei „Penny“ in Neustadt gearbeitet werden. Diese elf Beschäftigten inklusive Marktleiter Alfons Faulstich waren in der Übergangszeit auf andere Filialen der Kette verteilt worden.“ Wir hatten ihnen die Zusage gegeben, dass sie hier wieder eingesetzt werden“, erklärte Mate Kalac.

Das alte Team ist wieder da. Bürgermeister Thomas Reimer freut sich, dass Maria Hobmeier (links) und Fatima Sabic  (rechts) wieder in Neustadt arbeiten. Foto: Dannenberg
Das alte Team ist wieder da. Bürgermeister Thomas Reimer freut sich, dass Maria Hobmeier (links) und Fatima Sabic (rechts) wieder in Neustadt arbeiten. Foto: Dannenberg

Peter Vitzthum, der bei „Penny“ als Gebietsleiter für den Bereich der Expansion zuständig ist, betonte auf Nachfrage unseres Medienhauses, dass es für das Unternehmen nie zur Diskussion gestanden habe, ob der Standort Neustadt beibehalten werde. „Wir sind hier der zentrale Versorger, befinden uns direkt neben den Schulen und haben sehr gute Mitarbeiter, die alle ortsansässig sind“, sagte Vitzthum.

Und Marktleiter Alfons Faulstich freut sich mit seinen Mitarbeiterinnen auf die Rückkehr nach Neustadt. „Dahoam is dahoam“, sagt er.

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