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Entgegen jeder Logik

Ein Kommentar von Benjamin Neumaier

Einsfünfzig – gäbe es die Zahl des Jahres, sie würde es wohl werden. In Corona-Zeiten ist Abstand halten gefragt. Wir sollen anderen Menschen nicht zu nahe kommen. Wegen der Gefahr der Tröpfcheninfektion beträgt der empfohlene Sicherheitsabstand eineinhalb Meter. Das klingt logisch. In Schulbussen gilt das aber nicht. Und das ist unlogisch.

Aus „fachlicher Sich des Infektionsschutzes“ sei in Schulbussen „vom zwingenden Einhalten der Abstandsregelung abzusehen“, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das verwundert, besonders weil in der Gastronomie, im Einzelhandel oder bei Beerdigungen unter freiem Himmel weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Meter das Maß aller Dinge ist. Sogar bei Verwandtschaftsbesuchen ist dieser Mindestabstand empfohlen. Da wäre es doch logisch, diese Regel auch auf Schulbusse anzuwenden. Doch das würde bedeuten, dass in einem Bus nur noch zwölf Personen Platz hätten. Statt eines voll besetzten wären plötzlich bis zu neun Busse nötig. Eine logistische Mammut-Aufgabe. Und zudem schweineteuer!

Und deshalb greift bei den Schulbussen scheinbar eine andere ganze Logik – die wirtschaftliche. Und da ist es dann einfacher, die Abstandsregeln außer Kraft zu setzen. Entgegen jeder Logik.

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