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Ehrung

Er hat ein wachsames Auge für die Natur

Hermann Kopp ist seit 25 Jahren für den Wetterdienst unterwegs. Mit viel Liebe zur Natur und einer guten Beobachtungsgabe.
Von Renate Beck

Hermann Kopp schaut, wie das Wetter wird. Beobachten und das Gesehene in das Tagebuch eintragen gehört seit 25 Jahren zu seinem Alltag. Foto: Beck
Hermann Kopp schaut, wie das Wetter wird. Beobachten und das Gesehene in das Tagebuch eintragen gehört seit 25 Jahren zu seinem Alltag. Foto: Beck

Teugn.„Er ist ein wichtiges Zahnrad im Räderwerk der phänologischen Beobachtung“, sagte Dr. Harald Maier, Leiter der Agrarmeteorologischen Niederlassung des Deutschen Wetterdienst (DWD) in Weihenstephan. Im Beisein von Bürgermeister Manfred Jackermeier verlieh er im Auftrag von Bundesminister Andreas Scheuer Hermann Kopp die Wetterdienstplakette mit Verleihungsurkunde. Dazu meinte der langjährige Pflanzen- und Tierbeobachter Kopp: „Ich brauch doch keine Ehrung. Ich mach das doch gerne.“

Für 25 Jahre Mitarbeit als ehrenamtlicher phänologischer Beobachter bekam Hermann Kopp von Bürgermeister Manfred Jackermeier (l.) und Dr. Harald Maier vom DWD Weihenstephan (r.) die Wetterdienstplakette verliehen. Foto: Renate Beck
Für 25 Jahre Mitarbeit als ehrenamtlicher phänologischer Beobachter bekam Hermann Kopp von Bürgermeister Manfred Jackermeier (l.) und Dr. Harald Maier vom DWD Weihenstephan (r.) die Wetterdienstplakette verliehen. Foto: Renate Beck

Seit 25 Jahren erfasst und notiert er als ehrenamtlicher Phänologischer Beobachter im Auftrag des DWD die Veränderungen in der Pflanzenwelt in Teugn. Diese Beobachtungen dienen laut Dr. Maier als Grundlage für die Planung wichtiger Investitionen in Landwirtschaft und Gartenbau. Sie ermöglichen dem Landwirt, seine Arbeiten gezielter und umweltgerechter durchzuführen und sind ein wichtiger Beitrag für die umweltschonende Erzeugung gesunder Nahrungsmittel. Die Daten sind zudem Arbeitsgrundlage für die Garten- und Landschaftspflege, den Fremdenverkehr sowie für viele wissenschaftliche Bereiche. Dr. Maier ergänzt: „Die für Allergiker so wichtige Pollenflugvorhersage wäre ohne phänologischer Beobachtungen nicht möglich.“

Tausende Beobachtungsdaten

Etwa 1200 phänologische Beobachtungsstellen unterhält der DWD bundesweit. Eine der 278 bayerischen Stellen ist die von Hermann Kopp in Teugn. 1994 übernahm er die Unterlagen seines Vorgängers Michael Pernpaintner. „Ich habe dem DWD vorgeschlagen, dass ich das Jahr 1994 als Probejahr betrachte, um Mühe, Aufwand und Möglichkeiten herauszufinden“, erinnert sich Kopp. Die Materie war ihm damals nicht ganz neu; war doch bereits sein Schwiegervater Sebastian Hafenbrädl bis zu seinem Tod viele Jahre phänologischer Beobachter.

Themenreihe

Die Geschichte von „Tinginga“ zu „Teugn“

Felix Kürzl hat die gesellschaftliche Entwicklung in Teugn ab dem 19. Jahrhundert untersucht. Einiges hat ihn überrascht.

Manches habe man damals gemeinsam besprochen. „Da ich letzen Endes von der anspruchsvollen Aufgabe begeistert war, bin ich offiziell ehrenamtlicher phänologischer Beobachter und Melder des DWD geworden und bis heute geblieben.“ Bereits seit seiner Jugend sei er interessiert an Naturbeobachtung, Naturschutz, Umweltschutz und Landespflege. Seit 53 Jahren ist er Mitglied der Vereinsführung des OGV Teugn. Tausende Beobachtungsdaten hat er die vergangenen 25 Jahre notiert und an den Wetterdienst gemeldet. Dazu ist seit einigen Jahren die Beobachtung an bestimmten Tieren zur Weitergabe an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gekommen.

Das grüne Notizbuch liegt immer bereit

„Es macht mir einfach Spaß“, bekennt der Diplom Ingenieur i.R. Das ganze Jahr über beobachtet er die Natur im und um seinen etwa 17 Quadratkilometer großen Heimatort. Sein grünes Tagebuch liegt immer griffbereit im Auto, der Stift nebenan. Löwenzahn – Beginn der Blüte? Mais – Beginn der Milchreife? Hermann Kopp beobachtet und notiert die Daten in sein Tagebuch.

Phänologie

  • Beobachtung

    : Pflanzen sind natürliche Sensoren. Ihre Entwicklung spiegelt deswegen die natürlichen Bedingungen an einem bestimmten Standort wider. (Deutscher Wetterdienst)

„Manches wie die Runkelrübe baut man heute kaum mehr an“, fiel dem rüstigen Ruheständler auf. In seinen Aufzeichnungen ist auch der erste Ruf des Kuckucks vermerkt. „Der Zeitpunkt verändert sich“, stellte er fest, „Er ist jedes Jahr anders.“

Entwicklung melden

Das im Tagebuch Vermerkte überträgt er auf einen Phänologischen Meldebogen. Weil die Natur keine Pause kennt, führt er als Jahresmelder die phänologische Beobachtungstätigkeit das ganze Jahr über aus. Manchmal auch mit Hilfe seiner Frau. Die fragt er dann schon auch mal: „Ist der Holunder schon reif?“

Weitere Berichte aus Teugn finden Sie hier.

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