MyMz
Anzeige

Forschung

Es geht um mehr als das Image

Beim Technologie-Campus in Neustadt geht es auch um die wirtschaftliche Zukunft: Staatsregierung stellt erste Mittel bereit.
Von Jochen Dannenberg

Zwei Labore sollen der Kern des Technologie-Campus der OTH Regensburg in Neustadt werden. Foto: Florian Hammerich
Zwei Labore sollen der Kern des Technologie-Campus der OTH Regensburg in Neustadt werden. Foto: Florian Hammerich

Neustadt.Für das neue Technologietransferzentrum der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH), das in Neustadt entstehen soll, hat die Bayerische Staatsregierung zugesagt, die kurzfristig benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen und das Projekt auch darüber hinaus zu unterstützen. Für den Start des Großprojekts stellt die Staatsregierung eine Million Euro zur Verfügung. Bürgermeister Thomas Reimer ist erfreut über diese Nachricht: „Mit der Zusicherung der aktuell benötigten Mittel können wir das Projekt nun weiter voranbringen.“

Insgesamt, so Reimer weiter, gehe es um eine Investition von fünf bis sechs Millionen Euro in Neustadt. Die Bedeutung des Projekts sei „riesengroß“. Gegenüber der Mittelbayerischen sagt der Bürgermeister, vordergründig gehe es darum, dass es gut fürs Image-Sache sei, Hochschulstandort zu werden. Dahinter stecke aber mehr. „Mit diesem Technologie-Campus kommt die Hochschule das erste Mal zu den Betrieben.“ Bisher sei es genau anders herum gelaufen. Reimer ist überzeugt, dass der Technologie-Campus die Region stärke, insbesondere die Automobilindustrie, aber auch der Flugzeugbau und Firmen wie die Scheugenpflug AG und Intertec Hess würden von der Ansiedlung profitieren.

Plan

  • Forschung:

    Am Technologie-Campus in Neustadt will die OTH Regensburg in Zusammenarbeit mit den ansässigen technologischen Unternehmen die Forschung im Bereich Leichtbaumaterialien und Werkstoffsimulation ausbauen.

  • Absicht:

    Die Fakultät Maschinenbau wird mit zwei schon vorhandenen Laboren samt Personal und Ausstattung in den neuen Campus einziehen.

Im Neustädter Technologie-Campus soll zu Faserverbundstoffen und Werkstoffsimulation geforscht werden. Das IHK-Gremium Kelheim weist dazu auf die Bedeutung des Wissenstransfers zwischen Wirtschaft und Forschung hin. „Der Technologie Campus kann eine Keimzelle für neue Projekte und die Synergieeffekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft am Standort stärken“, betont Gremiumsvorsitzender Michael Gammel.

Einstimmiger Beschluss

Staatsminister Dr. Florian Hermann sagte über die Bereitstellung der kurzfristig benötigten Gelder hinaus in einem Schreiben an Landrat Martin Neumeyer auch die längerfristige Unterstützung des Projekts durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zu. Mithilfe der Mittel der staatlichen Anschubfinanzierung soll die Realisierung des Projekts gefördert werden.

Die OTH Regensburg plant eine Auslagerung von Einrichtungen nach Neustadt.  Foto: OTH Regensburg
Die OTH Regensburg plant eine Auslagerung von Einrichtungen nach Neustadt. Foto: OTH Regensburg

Bei einem Treffen im Februar mit gut 40 Vertretern der beteiligten Institutionen und Politik, bei dem aktuelle Forschungsprojekte der Labore sowie das Finanzierungskonzept vorgestellt wurden, hatten alle Beteiligten ihre Unterstützung zugesagt. Die Grundlage für das Projekt hatte die Stadt Neustadt in Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg gelegt. Ein regionaler Investor würde den Campus bauen, die Stadt Neustadt die Räumlichkeiten dann, wie einstimmig im Stadtrat beschlossen, für 15 Jahre zur Verfügung stellen.

Für die Stadt Neustadt läuft die Finanzierung des Campus über den Freistaat und den Investor Intertec Hess fast auf ein „Leasingmodell“ hinaus, erklärt Bürgermeister Reimer. Der Betrag, der auf die Kommune in den nächsten 15 Jahren zukomme, sei „überschaubar“. In Anbetracht der sonstigen Aufgaben, die auf die Stadt zukämen, „können wir froh sein. wenn wir bei einer Aufgabe nur die Miete zu zahlen haben“.

Sicherung von Arbeitsplätzen

Landrat Martin Neumeyer hatte sich laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes Kelheim und der Stadt Neustadt zur Unterstützung des Projekts mehrfach an den Ministerpräsidenten, an die Staatskanzlei und das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gewandt.

Landrat Neumeyer: „Ich freue mich sehr, dass der Freistaat Bayern durch die Bereitstellung der kurzfristig benötigten Mittel in Höhe von einer Million Euro den Start des neuen Technologietransferzentrums in Neustadt möglich macht und unsere gemeinsamen Anstrengungen Früchte tragen. Neustadt ist bereits jetzt Standort verschiedenster Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen.“ Die Realisierung des Projektes eröffne „weitere enorme Entwicklungschancen und Potenzial für die gesamte Region“. „Damit kann in unserem ländlichen Raum auch die Sicherung von hochwertigen Arbeitsplätzen fortgesetzt werden.“ Nun gelte es, sich im Rahmen des Nachtragshaushalts 2020 weiter gemeinsam für die Bereitstellung der staatlichen Anschubfinanzierung zur Realisierung des Projekts einzusetzen.“

Weitere Berichte aus dem Landkreis Kelheim lesen Sie hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht