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Kunst

Essing: Vom Mammut zu Tri-Art

Schon vor der Groß-Veranstaltung „TriArt“ fühlten sich Künstler in Essing wohl. Der romantische zieht sie magisch an
von Renate Beck

Tri-Art lockt alle zwei Jahre Musik- und Kultur-Fans nach Essing. Foto: Schneck
Tri-Art lockt alle zwei Jahre Musik- und Kultur-Fans nach Essing. Foto: Schneck

Essing.TRI - ART, die zweitägige Groß-Veranstaltung zieht am 3. und 4. August wieder viele Besucher aus Nah und Fern zum Essinger Kunstweg zwischen Fels und Fluss. Kunstausstellung, Klanggenuss und Gaumenfreuden sorgen mit romantischer Beleuchtung für einen „Sommernachtstraum“. Der gern besuchte Urlaubsort im Altmühltal beeindruckt durch seine malerische Kulisse mit den steil aufragenden Felswänden, den Höhlen und vielen anderen Sehenswürdigkeiten.

Was ursprünglich mit einer Art klassischer Mischform begann, findet mittlerweile alle zwei Jahre als Popkonzert statt. Künstler wie die Tributeband „AC/DC Revival Band“ und „Abba Seven“ ließen in der Vergangenheit alte Erinnerungen aufleben. Auch 2018 wird für die Künstler Marcus Engelstädter mit den Songs von Queen und für die Rolling Stones Tribute Band „The Stars“ das Floß auf der Altmühl zur Bühne und das Essinger Feldmassiv bei Dunkelheit zum „Sommernachtstraum“.

Diese Mammutgravierung befindet sich inzwischen im Paläontologische Museum München. Foto: Beck
Diese Mammutgravierung befindet sich inzwischen im Paläontologische Museum München. Foto: Beck

Nachdem musische Eliteschulen und Konzertmeister bei Bürgermeister Nowy anfragten, veranstaltete man zunächst Burgkonzerte in der Burgruine Randeck. Da dort der Platz im Freien schon sehr bald die bis zu 130 begeisterten Zuhörer nicht mehr aufnehmen konnte, wich man 2009 in die Werkhalle der Kelheimer Naturstein GmbH im Ortsteil Oberau aus. „Und das hat so richtig eingeschlagen. Eine tolle Akustik“ freut sich der langjährige Bürgermeister von Essing.

Wasser, Licht und Klang

Für Einheimische und auch für die vielen Urlaubsgäste wurde der Essinger Kunstweg musikalisch in Szene gesetzt. Als schwieriges Unterfangen erwies sich die Namensfindung: für die erste Veranstaltung am Wasser zwischen Fels und Fluss musste laut Nowy ein Titel gefunden werden. Da bei der Veranstaltung die drei Elemente Wasser, Licht und Klang dominieren, entschied sich der Tourismusverband für Nowy‘s Vorschlag „Tri-Art“.

Mit einem Riesenaufwand setzte man 2006 erstmals ein Floß ins Wasser, positionierte Bigbands und Jazzgruppen darauf und ließ sie musizieren. Auch die Essinger Gastronomie holte man sprichwörtlich mit ins Boot. Bei beginnender Dämmerung beleuchtete man den Kunstweg, die Holzbrücke und den Marktplatz mit vielen Kerzen und Fackeln. Das Felsmassiv beeindruckte die Besucher mit wechselnden Lichteffekten.

Ein Blick durch die Trigramme am Kunstweg bringt dem Betrachter die Essinger Kulisse näher. Foto: Beck
Ein Blick durch die Trigramme am Kunstweg bringt dem Betrachter die Essinger Kulisse näher. Foto: Beck

Essing zieht aber nicht nur Touristen, sondern auch die unterschiedlichsten Künstler an. Eines der ersten Kunstwerke beherbergt das Paläontologischen Museum München: die Mammutzeichnung aus der Steinzeit – gefunden in den Klausenhöhlen von Essing. „Im Jahre 1912 wurden durch wissenschaftliche Grabungen aufsehenerregende Funde gemacht. In den Nischen 2 bis 4 wurden interessante Faustkeile, schöne Blattspitzen, der berühmte „Kommandostab“, ein auf einer Kalkplatte geritzter Wildpferdkopf und die Mammutgravierung auf einer Elfenbeinplatte gefunden“ kann man dazu in der Begleitbroschüre des Erlebnispfad zum Rundweg Essing (erhältlich in der Gemeinde Essing und Ihrlerstein) nachlesen. Diese etwa 10 Zentimeter große Mammutgravierung wird laut Bürgermeister Jörg Nowy auf etwa 25 Tausend Jahre geschätzt.

Eines von vielen Bildern, die der Künstler Otto F. Hausler ab den 50er Jahren in Essing malte. Foto: Beck
Eines von vielen Bildern, die der Künstler Otto F. Hausler ab den 50er Jahren in Essing malte. Foto: Beck

Kein steinzeitlicher Künstler, sondern ein 1923 in Prag geborener Künstler namens Otto F. Hausler bereicherte in den 50er bis 70er Jahren viele Hausbesitzer mit seinen Ölgemälden. Im Gasthof Schneider „verdiente“ er damit auch Kost und Logis. Noch heute hängt dort in der Gaststätte ein Teil seiner Bilder an der Wand. Auch die alte Holzbrücke zog und zieht auch heute noch Maler an, die sich mit ihren Malutensilien an der Brücke niederlassen und die Postkartenidylle zu Papier bringen.

Gläserne Schiffe von der Kelheimer Glasgestalterin Ursula Merker schwimmen auf dem Kanal. Foto: Beck
Gläserne Schiffe von der Kelheimer Glasgestalterin Ursula Merker schwimmen auf dem Kanal. Foto: Beck

Für ein gläsernes Spektakel in der Marktgemeinde sorgte im Juli 1988 die Glaskünstlerin Ursula Merker. Im Rahmen des Glasjahres Ostbayern fertigte die Kelheimerin schwimmfähige Glasschiffe von beachtlichen Ausmaßen an. Auf ihren floßartigen Unterteilen ließ sie mehrere pyramidenförmige Spiegelglasschiffe an der damals neuen Fußgängerbrücke verankern, um sie anschließend unter großer Zuschauerresonanz auf dem Main-Donau-Kanal treiben zu lassen. Die Essinger Vereine ergänzten die Aktion mit einem Fest auf dem Marktplatz. Zusätzlich werteten, unterstützt von der Mittelbayerischen Zeitung, die Essinger Fotofreunde die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Zuschauer in einem Fotowettbewerb.

Kunstweg an der Restaltmühl

2004 wurde Nowy’s Idee des „Kunstweg an Fels und Fluss“ über den Fremdenverkehrsverein organisiert. Entlang der Restaltmühl wird seitdem die Geschichte Essings und ihre Landschaft thematisiert. Der Blick durch die hölzernen Trigramme vom Künstler Werner Engelmann bringt dem Betrachter die Essinger Kulisse näher. Andere Skulpturen regionaler Künstler ergänzen den Kunstweg immer wieder auf`s Neue. Erst seit kurzem bereichern im Rahmen eines Kunstsymposiums hergestellten Werke von Steinbildhauern und Metallkünstler den Weg.

Tri-Art am 3. und 4. August

  • Kunstausstellung:

    Im Rahmen der Tri-Art wird am Marktplatz eine hochwertige Kunstausstellung präsentiert. Für ausreichend Sitzplätze zum Konzert wird gesorgt. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Für den kulinarischen Genuss sorgt die Essinger Gastronomie.

  • Klanggenuss:

    Am Freitag, 3. August spielt und singt Markus Engelstädter die besten Songs von Queen. („The Magic of Queen“). Am Samstag, 4. August stehen die Mitglieder der Rolling Stones Tribute Band mit der Coverband „The Stars“ auf der schwimmenden Bühne am Kunstweg .

  • Zeitrahmen:

    Ab 18 Uhr ist Einlass bei freier Sitzplatzwahl. Um 20:30 Uhr beginnt die Live-Musik am Kunstweg. Um 21:15 Uhr findet der „Sommernachtstraum“ und die Beleuchtung der Felsen in verschiedenen Farben und Nuancen satt. Danach gemütliches Beisammensein am Marktplatz.

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