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Hochsprung

Essinger Meeting sieht neuen Rekordjäger

Ein Slowake mit 2,31 Metern Bestmarke könnte am Sonntag einen Uraltrekord knacken. Weltstars waren früher schon da.
Von Martin Rutrecht

Die Essinger Flugshow am Sonntag verspricht wieder einen spannenden Wettkampf. Foto: Reichmann/Archiv
Die Essinger Flugshow am Sonntag verspricht wieder einen spannenden Wettkampf. Foto: Reichmann/Archiv

Essing.Die Altmühltal-Gemeinde Essing beginnt das neue Jahr traditionell sportlich. Am Sonntag versammeln sich in der Turnhalle bayerische Spitzenathleten und Höhenjäger aus dem benachbarten Ausland zum Hochsprung-Meeting. Seit 1988 gibt es – mit Unterbrechungen – das kleine, aber feine Stelldichein. Olympiasieger und Weltmeister waren schon zu Gast.

Es ist erstaunlich, welche Qualität an Sportlern Organisator Jörg Nowy, Bürgermeister von Essing und Hochsprung-Trainer, alljährlich in den beschaulichen Ort zieht. Ganz taufrisch war am Donnerstag die Anmeldung eines slowakischen Höhenfliegers: Matus Bubenik (ŠK Dukla Banská Bystrica) kommt mit einer Bestmarke von 2,31 Metern – das sind fünf Zentimeter mehr als der Essinger Uralt-Rekord seines Landsmanns Peter Horak aus 2007. „Ein solcher Athlet tritt nur an, wenn er gut in Form ist. Wir dürfen also was erwarten“, freut sich Nowy.

Lokalmatador fehlt verletzt

Zu Bubeniks Erfolgen zählen unter anderem ein zweiter Platz bei der Universiade 2015 sowie Rang zehn bei der Hallen-Europameisterschaft im Vorjahr. Eine One-Man-Show wird es aber nicht. Denn der ehemalige Junioren-Europameister Tobias Potye (LG Stadtwerke München), mit 2,27 Metern bayerischer Rekordhalter, ist ebenso am Start. Die tschechische Nachwuchshoffnung Jan Stefala (Pilsen) wird die Arrivierten mit 2,10 m jagen.

Tobias Potye zählt zu den Stammgästen in Essing und weist als Bestmarke 2,27 m auf. Foto: Kiefner/Archiv
Tobias Potye zählt zu den Stammgästen in Essing und weist als Bestmarke 2,27 m auf. Foto: Kiefner/Archiv

„Der Reiz wird erneut der Vergleich zwischen gestandenen Springern und jungen Höhenjägern sein. Gerade Nachwuchsathleten finden sich bei uns immer gut zurecht“, so Nowy. Von den Stammgästen in Essing fehlt nur Lucas Mihota (Stadtwerke München), der 2017 als 17-Jähriger 2,23 Meter überquerte. Er laboriert an einer Verletzung, leider genauso wie der Langquaider Lokalmatador Sven Glück (TV Schierling), der sich mit dem Sprunggelenk plagt und vermutlich erst im Sommer fit wird.

„Ich muss schauen, dass ich noch ein Hotel für ihn finde.“

Jörg Nowy

Den Uralt-Rekord von Horak (2,26) könnten Bubenik und Potye heuer ernsthaft gefährden. Vorjahressieger Martin Heindl aus Tschechien war mit 2,24 m knapp dran, scheiterte aber an der neuen Essinger Bestmarke von 2,28. Bubenik bringt einen Ex-Weltmeister als Coach mit. „Ich muss jetzt schauen, dass ich noch ein Hotel für die beiden auftreibe“, war Nowy schwer beschäftigt. Rund ein Dutzend Helfer hat er beim Meeting.

Mit Mögenburg und Thränhardt

Seit der ersten Stunde des Meetings zieht Jörg Nowy die Fäden. Er kann sich gut an die herausragenden Jahre von 1993 bis 1995 erinnern, als die Veranstaltung mit internationalen Größen in der Kelheimer Halle in Szene ging. „Wir hatten sieben, acht Springer aus den Top 15 der Welt dabei“, erzählt der 60-Jährige. Deutsche Hochsprung-Idole wie Dietmar Mögenburg (Olympiasieger 1984 in Los Angeles) und Carlo Thränhardt (1988 Hallenweltrekord-Halter mit 2,42) traten an.

Ein feines Fest

  • Zeitplan:

    Eröffnet wird das Meeting am Sonntag um 12 Uhr mit der weiblichen Jugend (bis Bestmarke 1,70), um 13.30 Uhr folgt die männliche Jugend. Frauen (15 Uhr) und Männer (16.30 Uhr) schließen an.

  • Atmosphäre:

    Alljährlich loben die Teilnehmer die besondere Stimmung in der Essinger Halle. Alles konzentriert sich auf Hochsprung. Sonst laufen in der Leichtathletik oft mehrere Disziplinen parallel.

„Das Meeting kostete rund 30 000 Mark, die Topleute verlangten natürlich Antrittsgeld“, erzählt der Organisator. Der Essinger Höhenjäger Toni Riepl – Bestmarke 2,33 – war Auslöser, dass die Elite nach Kelheim fand. „Einmal hatten wir einen Springer aus den Bahamas dabei, im Sommer darauf wurde er Weltmeister.“ Weil die Kosten letztlich nicht zu stemmen waren, wurde das Meeting nach der Auflage 1995 eingestellt. Und 2001 in kleinerer Form wieder begründet.

Hochkarätige Juniorinnen

Trotz der kleineren Brötchen blieb Essing mehr als ein Geheimtipp, so auch heuer. „Viel erwarte ich mir vom mehrfachen Bayerischen Meister Manuel Marko“, blickt Nowy auf die weitere Anmeldeliste. Der Athlet vom MTV Ingolstadt (2,12) wird Jagd auf Bubenik und Potye machen. Zwei weitere Tschechen (2,04/2,01) könnten Podestavancen hegen, werden aber im Juniorenfeld starten.

Laura Gröll kommt als bayerische Jugendrekordhalterin mit 1,88 Metern. Foto: Hruschka
Laura Gröll kommt als bayerische Jugendrekordhalterin mit 1,88 Metern. Foto: Hruschka

Schon diese Nachwuchskonkurrenz verspricht gute Höhen. Philipp Reß (LA Team Alzenau) wartet mit 2,04 als Bayerischer Jugendmeister auf. Florian Roth (TSV Vaterstetten/1,95) wurde im Vorjahr Deutscher U18-Vizemeister. Die weibliche Jugend eröffnet mit Krachern wie der Jugend-EM-Finalistin Luisa Tremmel (TSV Gersthofen/1,80) oder der Deutschen U18-Meisterin Alisha Pawslowski (LG Tutlingen-Fridingen/1,78).

Zum Teil werden diese Top-Mädels bei den Frauen mitspringen, wo die Bayerische Jugendrekord-Halterin Laura Gröll (Stadtwerke München/1,88) erneut Siegerluft schnuppern will. Anna-Lena Obermaier (SWC Regensburg/1,81) wird sie als deutsche Spitzenathletin im Mehrkampf herausfordern.

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