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Aktivsenioren

Firmenrat von „alten Hasen“

Aktivsenioren Bayern helfen ehrenamtlich Unternehmen im Landkreis Kelheim mit ihrer langjährigen Erfahrung und gesundem Menschenverstand.
Von Martina Hutzler, MZ

Paul Bierhalter aus Mainburg arbeitet bei den „Aktivsenioren“ mit. Foto: hu

KELHEIM. Was Hänschen nicht gelernt hat, kann ihm Hans vielleicht noch beibringen: Das ist das Prinzip, mit dem die „Aktivsenioren Bayern“ vor allem jungen Unternehmern helfen wollen – nach mehrjähriger Pause nun auch wieder im Landkreis Kelheim. Wer eine Firma gründen will, wessen Betrieb kriselt, aber auch, wer erweitern will oder einen Nachfolger für sein Unternehmen sucht, kann die Beratung der „Aktivsenioren“ (AS) in Anspruch nehmen.

Im Landratsamt stellten Paul Bierhalter (Mainburg) und Georg Hopfenmüller (Freising) den Verein vor. Bayernweit rund 350 ehemalige Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte stellen sich ehrenamtlich kleinen bis mittleren Unternehmen und nicht-kommerziellen Einrichtungen und Vereinen als Berater zur Verfügung. Hopfenmüller etwa war bis vor einem Jahr Führungskraft im Vertrieb von BMW. Andere könnten nun von seiner Erfahrung profitieren, „und ich bleibe mit dem Job geistig fit“.

„Der Job“ beginnt damit, dass ein ehrenamtlicher AS-Berater ein erstes Gespräch führt mit dem Hilfesuchenden: „Wir prüfen: Was will der Mensch – was können wir leisten?“, erklärt Paul Bierhalter, früher Betriebsberater in einer Anwaltskanzlei. Generell tabu sind Rechts- und Steuerberatung. Ansonsten klammern die AS kein Beratungsthema aus, zumal sich die Ehrenamtlichen bei Fachfragen gegenseitig unterstützen.

Wollen beide Seiten die Zusammenarbeit, schließen sie einen Vertrag. Für einmalig 100 Euro steht dann dem Klienten der AS-Berater ein halbes Jahr zur Verfügung; nur Fahrt- oder etwaige Sachkosten fallen noch an. Ob die Beratungen beim Unternehmer, beim AS-Berater oder via Internet stattfinden und wie viel Termine nötig sind, entscheiden beide individuell.

„Am häufigsten geht es um wirtschaftliche Probleme. Fast nie fehlt es am fachlichen Wissen. Sondern es hapert im Büro, an der Buchführung und dem Drumherum. Und zwar oft gewaltig!“, weiß Paul Bierhalter, der seinen Klienten oft scheinbar simple Dinge einbläuen muss: „Du musst eine gewisse Zeit fürs Büro aufwenden.“ Mitunter müsse man auch mal Höhenflüge bremsen und zum Beispiel klar machen: „Nicht der schnittige Geschäftswagen hat jetzt oberste Priorität, sondern ein Lieferwagen.“ Oft sind auch Finanzierungstipps und Hilfe im Verhandeln mit Banken gefragt. Gerade wenn es finanziell eng wird, schämten sich Unternehmer oft, Hilfe zu suchen, bedauert Bierhalter: Bis sie sich überwinden, ist es mitunter zu spät. „Es gibt Fälle, wo klar ist: Hier kann man nur noch Insolvenz anmelden.“

Das kann mit der intensiven Beratung, wie sie die AS leisten, hoffentlich verhindert werden, zeigten sich Landrat Dr. Hubert Faltermeier und Otto Pilz von der Wirtschaftsförderung am Landkreis erfreut über das neue Angebot, das bestehende, z.B. von IHK und Handwerkskammer, ergänze.

Kontakt: Paul Bierhalter: 0171 - 7333870

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