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Region Kelheim
Dienstag, 24. April 2018 22° 8

Protest

Fischer lehnen den „np3“ ab

Riedenburger Petrijünger nutzen die Jahresversammlung, um ihr „Nein“ zum Donau-Nationalpark zu wiederholen.
Von Petra Kolbinger

Langjährige Vereinsmitglieder wurden bei der Versammlung geehrt. Foto: Kolbinger

Riedenburg. Die Fischer haben am Sonntag den Fuchsstadl gefüllt bis auf den letzten Platz. Der Vorsitzende, Ludolf Wasner, freute sich sichtlich über die große Resonanz auf die Einladung zur Jahreshauptversammlung des Altmühl-Fischereivereins (AFV). Er zählt mit 409 Mitgliedern zu den größten der Region und macht sich um Gewässer und Fischbesatz verdient. Das würdigten auch Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Siegfried Lösch, die bei den Fischern vorbeischauten.

Bürgermeister einig mit AFV

Das nutzten die Petrijünger, um den Mandatsträgern erneut deutlich die Position des AFV zum Thema „dritter Nationalpark für Bayern“ vor Augen zu führen. Der Landrat zeigte sich noch ergebnisoffen; dagegen waren AFV und Bürgermeister einig: „Wir wollen den Nationalpark Donauauen nicht!“

Um dies mit Nachdruck zu vertreten, so Wasner im Rückblick, habe man bei allen sich bietenden Gelegenheiten sich informiert und mit anderen Interessensvertretern wie den Jägern kooperiert. Alle bis dato gehörten Argumente pro „np3“ ließen sich entkräften, befand Wasner. Er nannte unter anderem den versprochenen Besucheranstieg ein „zweischneidiges Schwert“, das zwar Einnahmen bringe, aber auch Lebensqualität für die Einheimischen koste, etwa durch eingeschränkte Freizeitnutzung von Wald und Flur. Die angeblich frei fließende Donau zwischen Neuburg und Kelheim sei „genau genommen eine Farce“, unter anderem wegen dreier Staustufen samt Kraftwerken, die für Fische unüberwindlichen Barrieren seien. Und der Artenreichtum in der Donau sei „allein den Hegemaßnahmen der Fischereivereine geschuldet“. Unerlässliche Besatzmaßnahmen der Fischer seien aber nur über die Beiträge von Gastfischern zu realisieren, erinnerte Wasner.

Langjährige Vereinsmitglieder wurden bei der Versammlung geehrt. Foto: Kolbinger

Das unterstrich Kassier Willi Schindler: Knapp 26 000 Euro habe der Verein heuer für den Besatz mit mehreren Fischarten ausgegeben. Die angestrebte Reproduktion in den eigenen Gewässern klappe beim Zander klappt das seit Jahren gut; für andere Arten seien strukturverbessernde Maßnahmen geplant, darunter die für 2018 beschlossene Schonzeitverlängerung für Raubfische bis 15. Mai, weil Zander zu dieser Zeit noch laichen. Neu ist auch, dass die Stege im Unterwasser der Schleuse Haidhof nicht mehr betreten werden dürfen. Eine Vereinsordnung regelt jetzt, was erlaubt ist und wie Verstöße geahndet werden. Erfreulich sei, dass Fischwilderei verstärkt mit teils empfindlichen Bußgeldern geahndet werde, berichtete Wasner. Die Fischereiaufsicht hat 2017 drei „Schwarzfischer“ angezeigt.

Neues Vereinsheim wird geplant

Viel Positives von der starken Jungfischertruppe berichtete Jugendleiter Gerald Machnitzke, und auch der Bericht von Gewässerwart Sebastian Ernst fiel erfreulich aus: Die Gewässergüte liege unverändert bei Gewässerklasse zwei bis drei. Gut sieht auch die Kassenlage aus. Weil das Vereinsheim in der Austraße zu klein ist, hat der Verein ein 2247 Quadratmeter großes Grundstück beim Wertstoffhof Haidhof vom Hafenzweckverband gekauft. 2018 soll dort das neue Vereinsheim geplant, ab 2019 gebaut werden. Den Kaufpreis können die Petrijünger aus eigenen Mitteln bestreiten.

Seine finanzielle Planungs- und Handlungssicherheit verdankt der Verein seiner konstant hohen Zahl an Mitgliedern. Etliche von ihnen wurden am Sonntag für ihre Treue zum Verein geehrt.

viele Ehrungen und ein Beschluss

  • Geehrt:

    Für 30 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden: Xaver Baldauf, Martin Breitmoser, Klemens Gabler, Siegmund Kirner, Thomas Sandl, Karl Schmid, Johann Semmler. Für 40 Jahre Vereinstreue geehrt: Josef Ebenhöch, Jürgen Paget, Franz Gabler, Josef Gabler, Michael Goß, Kurt Gräfenstein, Christian Hollweck, Johann Knitl, Helmut Simon; 50 Jahre Mitglied ist Martin Bruckmeier.

  • Vertagt

    wurde die Abstimmung über den Antrag, das Nachtfischverbot am Main-Donau-Kanal aufzuheben. Es hat mit Blick auf den Naturpark Altmühltal noch Bestand, während das Landes-Fischereigesetz das Nachtfischverbot aufgehoben hat. Es gebe aber durchaus Konfliktpotenzial, hieß es. Die Vorstandschaft wird nun eine Beschlussvorlage für die Jahresversammlung 2018 erarbeiten. (epk)

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