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Dammbau

Flutschutz: Staubinger müssen warten

Die Stadt Kelheim soll jetzt aber die Grundstücksverhandlungen aufnehmen. Ortssprecher Ferstl hofft, dass die Pläne bis zum Jahr 2020 realisiert sind.
Von Elfi Bachmeier-Fausten, MZ

So sah es beim jüngsten Hochwasser im Kelheimer Ortsteil Staubing aus. Archivfoto: Neumaier

Kelheim.Einen Termin, wann der Kelheimer Ortsteil Staubing einen Hochwasserschutz erhält, gibt es bislang nicht. Enttäuschung, dass dieser nicht vorhanden ist, war bei der Flut in dieser Woche in dem Dorf zu hören. Dass die Schutzmaßnahmen „nicht viel eher als vor dem Jahr 2020 kommen werden“, sagt Ortssprecher Peter Ferstl. Wenn diese bis 2020 fertig wären, „bin ich froh“. Er habe erst kürzlich „nochmals einen Antrag gestellt, dass wieder weitergemacht wird mit dem Hochwasserschutz“.

Freistaat „machte zwei Jahre nichts“

Zwei Jahre ist dem Ortssprecher zufolge vom Freistaat Bayern „nichts gemacht worden. Es waren keine Mittel da. Da kann auch die Stadt nichts machen.“ Bei dem Antrag geht es darum, dass „Verhandlungen über den Verkauf der Grundstücke geführt werden“. Sein jüngster Vorstoß „ist im Bauausschuss angenommen worden“. Ferstls Hoffnung ist, dass die Angelegenheit ein „bissl Fahrt aufnimmt“.

Die Mehrheit hat sich laut dem Ortssprecher vor mehreren Jahren für einen technischen Hochwasserschutz (dazu gehörte ein „ziemlich hoher Damm“) ausgesprochen. Beim Hochwasser in den vergangenen Tagen „hatten wir in Staubing ein Riesenglück.“ Denn wenn der Pegel noch höher gestiegen wäre, „wäre Haus um Haus noch mehr betroffen gewesen“. Acht Grundstücksbesitzer zählten zum Kreis der Betroffenen. Das Wasser, das durch Sandsäcke durchsickerte, „ist in die Häuser rein“. Ferstl erwähnt den Einsatz von „Sauger und Pumpen“. Laut dem Ortssprecher waren Straßen überschwemmt, „Wohnungen sind aber zu 91 Prozent trocken geblieben. Die Staubinger Feuerwehr war rund um die Uhr mit sehr vielen Leuten im Einsatz.“ Vom Hochwasser betroffene Staubinger „sind skeptisch, ob wirklich ein Hochwasserschutz kommt“, so Ferstl.

Laut Bürgermeister Fritz Mathes ist der Hochwasserschutz Staubing seit 1999 ein Thema. Er erwähnt unter anderem eine Besprechung 2005 bei der Staatsregierung wegen der Absiedlung. Bei einem Gespräch 2007 mit betroffenen Bürgern von Staubing wegen der Absiedlung sei überwiegend ein technischer Hochwasserschutz bevorzugt worden. „2007 hat der Stadtrat beschlossen, einen technischen Hochwasserschutz zu beantragen“. Im November 2007 sei der offizielle Antrag beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) Landshut gestellt worden. Fritz Mathes berichtet von einer Besprechung im Juni 2008 „mit Ortssprecher, Staatsregierung, Bezirksregierung, Wasserwirtschaftsamt“ und ihm. Dabei sei dem Ortssprecher und ihm mitgeteilt worden, dass wegen der hohen Kosten für die technischen Hochwasserschutzmaßnahme Staubing in der Prioritätenliste „sehr weit hinten angesiedelt ist. Eine Realisierung könnte nur sehr langfristig erfolgen. Daher könnten vom Freistaat keine Planungskosten übernommen werden.“

Der Stadtrat hat laut Bürgermeister dann beschlossen, dass die Stadt ein Ingenieurbüro beauftragt für ein Konzept für einen technischen Hochwasserschutz und mit den „Kosten in Vorleistung geht“. Der Auftrag wurde im Juli 2008 erteilt. Im September 2009 habe die Stadt „betroffene Bürger“ (von insgesamt elf Anwesen) nochmals befragt. Zwei seien für eine Absiedlung sowie sechs für einen technischen Hochwasserschutz gewesen und dreimal habe es keine Antwort gegeben. Im Oktober 2009 sei der Planungsauftrag erteilt und der Planentwurf im August 2010 vorgestellt worden. Als Kosten der Kommune für Konzept und Planung nennt Mathes circa 50 000 Euro. Die Kostenschätzung für die Maßnahmen in Staubing „beläuft sich auf drei Millionen Euro (Stand 2010)“ und der Kostenanteil der Stadt liege bei 50 Prozent.

Die Stadt fragte jüngst wieder an

An das WWA seien im März 2012 die abgeschlossene Planung samt entsprechender Unterlagen gesandt worden. Aufgrund einer Anfrage sei im Mai 2013 „das Thema“ wieder im Bauausschuss – nichtöffentlichen – behandelt worden. Auf eine neuerliche Anfrage beim WWA sei der Stadt mitgeteilt worden, „dass das naturschutzfachliche Verfahren und das Wasserrechtsverfahren bis 2014/2015 beantragt werden könnten bei den entsprechenden Stellen“. Das Wasserwirtschaftsamt sage jetzt, die Stadt soll die Grundstücksverhandlungen aufnehmen. Die Stadt suche den Kontakt zu den Grundstückseigentümern. Mathes: „Wir gehen davon aus, mit dem Hochwasserschutz Staubing im Programm 2020 aufgenommen zu sein.“

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