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Votum

Fragezeichen über dem Pfarrhaus

Was tun mit dem maroden Gebäude in Einmuß? Das war die Gretchenfrage schlechthin im Rat. Es kam noch zu keiner Entscheidung.
Von Edith Vetter

Das Schicksal des Einmußer Pfarrhauses ist noch nicht besiegelt. Foto: EDITH VETTER
Das Schicksal des Einmußer Pfarrhauses ist noch nicht besiegelt. Foto: EDITH VETTER

Saal.Sind in die Jahre gekommene kommunale Liegenschaften Fluch oder Segen? Über diese Frage entflammte in der letzten Gemeinderatssitzung eine heiße Diskussion. Ist das alte Einmußer Pfarrhaus ein Fall für die Abrissbirne oder kann es erhalten werden, oder wird dort ein Minibaugebiet ausgewiesen?

Bürgermeister Christian Nerb (FW) erklärte kurz den Sachstand. Das Gebäude mit einer Grundstücksfläche von 1805 Quadratmetern war bisher an die Pfarrei vermietet, die den Vertrag nicht mehr verlängern wollte. Genutzt wurde das Pfarrhaus von den Vereinen, die keinen Bedarf mehr angemeldet hätten. Das Gebäude sei sanierungsbedürftig, besonders in Bezug auf die veralteten Stromleitungen. Verfallen lassen, verkaufen, sanieren oder ein Minibaugebiet schaffen, das waren die Alternativen, die der Rathauschef in den Raum stellte. Kaufinteressenten für den Pfarrhof gebe es genügend, ergänzte Nerb.

Um den dörflichen Charakter zu erhalten, favorisierte Heinz Ruß (SPD), das Objekt an einen Liebhaber zu verkaufen. Mario Kaspar (WFW) war strikt gegen einen Verkauf. Man könnte das Gebiet für Ausgleichsflächen behalten, schlug er vor. „Nix tun und warten, bis sich in Richtung ,Dörfliches Wohngebiet’“ etwas tut, regte Robert Fuchs (FW) an. Den Kommunen würden damit mehr Instrumente an die Hand gegeben, um eine nachhaltige Liegenschaftspolitik betreiben zu können und eben auch ein engeres Nebeneinander von Wohnen, landwirtschaftlichen Betrieben und Gewerbe zu ermöglichen. Denn bisher gebe es Probleme in Richtung Immissionsschutz, und der Pfarrhof liege zudem im Außenbereich, ergänzte Bürgermeister Nerb. Letztendlich wurde er beauftragt, im Landratsamt nachzufragen, ob und wann frühestens mit einer Bebauung im Sinne „Dörfliches Wohngebiet“ zu rechnen sei.

Die Bausubstanz des alten Kindergartens (Baujahr 1960) an der Hauptstraße ist nicht mehr erhaltenswert, informierte Bürgermeister Nerb. Auf einer Fläche von rund 2100 Quadratmetern könnten drei Bauplätze in der Ortsmitte entstehen. Caritas, AWO und KJF hätten in der Gemeinde nachgefragt, ob eventuell Flächen für einen sozialen Wohnungsbau vorhanden wären. Matthias Rieger (CSU) gab die Befürchtung von Bürgern weiter, dass dort „soziale Brennpunkte“ entstehen könnten. Mario Kaspar und Walter Dietz (CSU) waren der Meinung, dass in Saal Wohnungen für junge Familien mit „kleinem Geldbeutel“ fehlen würden. Die Gemeinde sollte „die Hand drauf haben“ und selber bauen. Die Notwendigkeit von Sozialwohnungen unterstützte auch Wolfgang Ludwig (SPD). Inklusion sei das Zauberwort. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei den genannten Interessenten und bei der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Kelheim wie auch bei privaten Investoren nachzufragen, ob diese Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus erstellen würden.

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Entscheidungen

  • Wahlen:

    Die Kommunalwahl wirft ihre Schatten voraus. Um einer wilden Plakatierung vorzubeugen, werden vom Bauhof Bauzäune an verschiedenen Stellen aufgebaut, die plakatiert werden können.

  • Bestellung:

    Zur Antikorruptionsbeauftragten wurde Antonie Schiebrowski gewählt. (eav)

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