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Präsentation

Frühling zieht ein im Kunst-Forum

Doppelausstellung Mensch und Natur in Neustadt – Katja Heinroths Bilder und Uwe Kahls Plastiken formen einen interessanten Spannungsbogen
Von Winfried Anthofer

  • Ein Ausschnitt aus Katja Heinroth Seewaldbildern Foto: Anthofer
  • Katja Heinroth und Uwe Kahl Foto: Anthofer

Neustadt.Mit einer gut besuchten Vernissage zu einer äußerst interessanten Doppelausstellung eröffnete das Forum regionaler Kunst die Saison. Die ausstellenden Künstler, Katja Heinroth und Uwe Kahl sind zwar nicht in der Region ansässig, aber das dürfte bei dem Gezeigten nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Das in der Ausstellung zu Sehende ist auf den ersten Blick gegensätzlich. Sicherlich ist die Wahl der Mittel – bei Katja Heinroth die Malerei, bei Uwe Kahl die Skulptur – unterschiedlich. Doch bei beiden stehen Natur und Mensch als verbindendes Element im Vordergrund.

In ihren „Waldseebildern“, fast monochrom grün, expressiv gemalt, zeigt Katja Heinroth auf durchaus eindrucksvolle Weise wie Maltechniken, welche aus der gestischen Malerei entlehnt sind auf die naturalistische Darstellung anwendbar sind.

Da wird Farbe mit dem Pinsel auf die Leinwand gespritzt und getröpfelt, in satten, dicken Linien lässt sie die Farbe über die Leinwand laufen und bringt dann in dieses abstrakt anmutende Vorstadium mit sicherem Gespür die naturalistischen Komponenten.

Es entstehen Wasserspiegelungen, Lichtbrechungen zwischen Baumstämmen – ein Flirren der Farben und Formen – das ist eine ganz eigene Interpretation von expressionistischer Malerei auf hohem Niveau.

Zufall ist so etwas nicht, dahinter steckt Talent, aber vor allem Übung, harte Arbeit und daraus resultierendes Können. Dies ist auch bei ihren anderen Werken zu sehen – Digitalprints, das heißt Fotos, die am Computer bearbeitet und verfremdet wurden und dann nochmals übermalt wurden – mit einem verblüffenden Ergebnis.

Es entstehen dabei irgendwie fast surreale Eindrücke einer geronnenen Wirklichkeit – ein Changieren zwischen Fotografie und Malerei.

Von einer unaufdringlichen, aber nicht minder schönen, in sich ruhenden Präsenz sind die Plastiken Uwe Kahls. Fast kongenial setzen sie den Spannungsbogen von Katja Heinroths „Waldseebildern“ fort – erzählen, wenn man sich darauf einlässt Geschichten und Mythen von Nymphen oder dem Hirtengott Pan.

Kahl ist einer, der genau in das Material hineinhorcht, der es nicht überfordert oder zu etwas zwingt, was es nicht herzugeben vermag. Spielerisch, dabei durchaus expressiv, versteht er es das jeweilige Material, Bronze oder Holz, zum „Sprechen“ zu bringen.

Auch hier ist das Wissen um die Anatomie und das sichere Umsetzen derselben in eine souveräne Formensprache spürbar.

Kahl ist kein Blender, keiner bei dem Anspruch und Umsetzung weit auseinanderklaffen. Was er zeigt ist ehrlich und überzeugend – es ist einfach schön!

So ist diese kleine Ausstellung im Forum regionaler Kunst ein überzeugendes Beispiel was Kunst sein kann. Die beiden sympathischen, unprätentiös auftretenden Künstler demonstrieren es eindrucksvoll.

In diesem Zusammenhang sei auch dem Kurator Erhard Rohwer gedankt, der hier sicheres Gespür für Qualität bewies und die Beiden in die kleine städtische Galerie holte. Man möchte fast hinzufügen: „Na bitte – es geht doch!“

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