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Geld

Fusion ist unter Dach und Fach

Die Vertreterversammlungen segneten den Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Bad Abbach-Saal und Bad Gögging ab.
Von Gabi Hueber-Lutz

Johann Glas, Albert Lorenz, Karl Prohaska und Christoph Schweiger (von links), die Direktoren der fusionierten Raiffeisenbank  Fotos (4): Hueber-Lutz
Johann Glas, Albert Lorenz, Karl Prohaska und Christoph Schweiger (von links), die Direktoren der fusionierten Raiffeisenbank  Fotos (4): Hueber-Lutz

Bad Abbach.„Raiffeisenbank Kreis Kelheim e.G.“ wird es künftig heißen, wenn von den bisherigen Raiffeisenbanken Bad Abbach-Saal und Bad Gögging die Rede ist. Schon seit längerer Zeit ist die Fusion der beiden Genossenschaftsbanken in Vorbereitung. Das letzte Wort hatten jedoch die beiden Vertreterversammlungen, die diese Woche in Bad Gögging und Bad Abbach stattgefunden haben.

Vertreter für die Fusionierung

Das Votum fiel eindeutig aus: Ohne Gegenstimme genehmigten die insgesamt 151 anwesenden Vertreter der Mitglieder beider Banken den Zusammenschluss. Er fand unter notarieller Aufsicht statt. „Wir hatten die Zustimmung erwartet, dass sie einstimmig ist, freut uns natürlich sehr“, sagte Direktor Albert Lorenz. Gerade bei der Bank, die übertragen wird, in diesem Fall also die Raiffeisenbank Bad Gögging, sei das nicht selbstverständlich. Gemeinsam mit den Direktoren Karl Prohaska, Johann Glas und Christoph Schweiger wird Lorenz die fusionierte Bank als deren Vorstandsvorsitzender leiten.

Der neue Name Raiffeisenbank Kreis Kelheim bezieht sich auf den juristischen Sitz, sei für die Kunden aber nicht relevant. Die Hauptgeschäftsstellen bleiben wie bisher in Bad Abbach und Neustadt. Der Grund für den Zusammenschluss liegt in der Zukunftsfähigkeit der Banken. Beide Banken seien mittlere Genossenschaftsbanken, die durch die Synergieeffekte des Zusammenschlusses profitieren, führte Lorenz aus. So müsse nicht mehr jede Bank für sich die Bilanz erstellen, die Digitalisierung vorantreiben und Beauftragte für verschiedenste Bereiche wie zum Beispiel Geldwäsche und Compliance installieren.

Details zur Fusion

  • Mitarbeiter:

    „Entlassungen und Kündigungen gibt es nicht!“, machte Direktor Karl Prohaska deutlich. Die fusionierte Bank beschäftigt insgesamt 220 Mitarbeiter. Auch die Mitarbeiter sähen den Zusammenschluss als vorteilhaft an, sagte Vorstandsvorsitzender Albert Lorenz.

  • Aufsichtsrat:

    Beide Banken nehmen ihre Aufsichtsräte in den Zusammenschluss mit. Nach 39 Jahren im Amt wurde Herbert Traublinger (3. von rechts, Foto Huber) verabschiedet. Seine Position wird nicht neu besetzt. Die Nachfolge für Heinrich Berr (Bad Abbach) tritt Bernhard Gassner an.

  • Online:

    Christoph Alkofer ist das Gesicht, das Kunden nicht zu Gesicht bekommen, weil er in der fusionierten Bank für die Online-Filiale zuständig ist. Bisher gab es in Bad Gögging dafür keinen hauptamtlich Beauftragten. 54 Prozent der Kontokorrent-Inhaber nutzen auch Online-Banking. 

  • Filialen:

    20+1 lautet hier die Formel. 20 „echte“ Filialen hat die fusionierte Bank, plus ihre Online-Filiale. Die Bank will weiterhin in der Fläche präsent bleiben: „Es besteht derzeit keine Planung, Geschäftsstellen zu schließen, sagte Vorstandsvorsitzender Albert Lorenz. (lhl)

Das setzte Kapazitäten frei, die für die Kernaufgaben verwendet werden können. Für die genossenschaftliche Beratung etwa, teilt Lorenz mit. Die Bank habe bei der neuen Größe auch bessere Möglichkeiten, mit Firmen mitzuwachsen. Den nun ändere sich „natürlich auch das Volumen“, das sie als Kredit an einen Kunden ausgeben kann. „Wir werden eine schöne, große Bank“, stellte Lorenz gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung zufrieden fest. Gemeinsam werde man eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro haben. Schweiger führte noch einen weiteren wichtigen Punkt für genossenschaftliche Banken an: „Wir wachsen, um uns das Klein-Sein leisten zu können.“ Damit sprach er das Filialnetz an, das die Bank in der bestehenden Form erhalten will. Denn so bedeutend das Online-Banking ist und weiter wird, die Kunden der Bank legen auch auf ihr Filialnetz Wert. Wichtig sei, dass sie wählen können.
Gemeinsam neu aufstellen
In die Fusionsverhandlungen waren auch die Betriebsräte eingebunden. 220 Mitarbeiter hat die neue Raiffeisenbank Kreis Kelheim. In 25 Arbeitsgruppen aus beiden Banken haben die Mitarbeiter der einzelnen Bereiche neue Konzepte erarbeitet. Für manchen hat sich ein Wechsel der Arbeitsstelle zwischen den Geschäftsstellen ergeben. Dies seien jedoch interne Vorgänge.
Für die Kunden ändere sich dadurch nichts. Kundenberater und Servicemitarbeiter bleiben dort, wo sie sind. Insgesamt strebt die Bank mit diesem Zusammenschluss ein Wachstum an. Bereits die vergangenen Jahre seien von Wachstum geprägt gewesen. Als größerer Arbeitgeber sei man außerdem attraktiver, führte Glas ins Feld.

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Zufriedenheit trotz Zinsflaute

Eine Veränderung wird es für die Kunden der Bad Gögginger Bank aber doch geben: Ihre Kontonummer wird sich ändern. „Das läuft automatisch, den Kunden entstehen keine Nachteile. Sie werden informiert, müssen aber nichts machen“, versicherte Prohaska. So werden bei den bekannten Vorgängen die Kontonummern automatisch umgestellt. Und noch Jahre über die Umstellung hinaus werden Vorgänge mit der alten Kontonummer der dann neuen zugeordnet.

Im vierten Quartal werden die Kunden der Bad Gögginger Bank Bankkarten mit den neuen IBAN-Nummern erhalten. Kosten entstehen ihnen keine, so Prohaska.

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