MyMz
Anzeige

Landeswettbewerb

Gastgeber für 1200 Wasserretter

Die DLRG Weltenburg richtet im Juli in Kelheim die Bayerischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen aus. Nicht nur Zuschauen lohnt sich im Keldorado.
Von Martina Hutzler

Katharina Gallenberger (vorne) zeigt zusammen mit Andrea Huber eine Wettkampf-Disziplin: Hierbei kommt der Gurtretter zum Einsatz. Fotos: hu

Kelheim. Gastgeber sein für rund 1200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Vor dieser Herausforderung steht am ersten Juli-Wochenende der Ortsverband Weltenburg der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG): Das Team um Vorstand Franz Brosinger richtet, zusammen mit dem Landesverband, heuer die DLRG-internen bayerischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen aus und parallel dazu das Landes-Jugendtreffen des Verbands. Schauplatz für beides ist das Kelheimer Keldorado-Erlebnisbad. Interessierte sind dort an diesem Wochenende nicht nur als Zuschauer willkommen – am Rahmenprogramm können sie teilnehmen.

Mit Gurt, an Hindernissen vorbei

Im Mittelpunkt stehen, jedenfalls aus DLRG-Sicht, die Meisterschaften. Am Samstag werden sie in den Einzel-Disziplinen ausgetragen, am Sonntag sind die bis zu fünfköpfigen Mannschaften dran. Eingeteilt wird nach Altersklassen. An beiden Tagen geht es um Aufgaben, die mit dem Rettungsschwimmen zu tun haben, berichtet der Landesverband in einer Pressemitteilung: „In den Einzelwettbewerben sind dies beispielsweise Hindernisschwimmen und kombiniertes Rettungsschwimmen. Die Mannschaften gehen unter anderem in der Rettungsstaffel und Gurtretter-Staffel an den Start. Daneben müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in der Herz-Lungen-Wiederbelebung beweisen, dass sie gut ausgebildet sind für den Notfall.“ Die jeweils Besten ihrer Altersklassen lösen das Ticket für die Deutschen Meisterschaften Ende Oktober in Heidenheim an der Brenz.

Um die Organisation der eigentlichen Wettkämpfe, also etwa den Zeitplan, die Bahnen-Einteilung, die nötige Technik, kümmert sich der Landesverband, berichtet Franz Brosinger. Die Zentrale und die teilnehmenden Ortsverbände stellen allein schon etwa 215 Helfer: Insbesondere Kampfrichter sind in großer Zahl vonnöten. Insgesamt werden rund 1200 Teilnehmer, Betreuer und Helfer aus den gut 50 DLRG-Orts- und Kreisverbänden in Kelheim gastieren.

Die Weltenburger sind dann für alles Drumherum vom Freitag, 4., bis Sonntag, 6. Juli, verantwortlich: von der Bereitstellung der Quartiere bis hin zur Organisation des Caterings. Für Weltenburg war’s eine Premiere, sich für die Ausrichtung der Meisterschaften und des Treffens zu bewerben – und auch gleich den Zuschlag zu bekommen, berichtet Schriftführer Florian Kolb.

Damit halst sich der etwa 270 Mitglieder starke Ortsverband viel Arbeit auf, klar. „Aber es ist ja auch eine Ehre und bringt frischen Schwung ins Vereinsleben“, sagt Jugend-Vorsitzender Christian Schlagbauer. Der Nachwuchs ist ebenso eingebunden wie es Mitglieder sind, die zwar nicht unbedingt zum Kreis der rund 50 Aktiven gehören, aber bei so einem Großereignis unterstützen wollen. Etwa 60 Helfer werde man im Einsatz haben, schätzt Brosinger. Wie im Ortsverband überhaupt, gilt auch hier die bewährte „Dreieinigkeit“ aus den Orten Weltenburg, Staubing und Eining.

Die Vorbereitungen laufen schon seit Ende 2013; es wurde eigens ein 15-köpfiger Organisationsausschuss eingerichtet. Für die Unterbringung so vieler Gäste sei der Standort am Kelheimer Rennweg ideal, weil zentral, erklärt Franz Brosinger: Bei den Keldorado-Nachbarn, der städtischen Wittelsbacher Mittelschule und dem Donau-Gymnasium des Landkreises, darf die DLRG Klassenzimmer nutzen, in denen jeweils ein Ortsverband Nachtquartier bezieht. In der Gymnasiums-Turnhalle finden außerdem die Wettkämpfe zur Herz-Lungen-Wiederbelebung statt. Und für die Verpflegung der hungrigen Schwimmer kann der Ortsverband die städtische Dreifach-Turnhalle nutzen.

Catering ist ein Mammutjob

Das Catering – Frühstück, Mittag- und Abendessen müssen bereitstehen – übernimmt die Lengfelder Firma Krain. Die Vergabe dieses Auftrags kostete Brosinger einige Nerven: „Es war gar nicht so leicht, jemanden zu finden, der diese Mengen bewältigt“. Tagsüber sorgen die Weltenburger außerdem mit einer Grillstation am Freibad-Gelände dafür, dass den Rettungsschwimmern nicht unverhofft die Kräfte schwinden.

Ein Wermutstropfen für Keldorado-Besucher ist am ersten Juli-Wochenende, dass von Freitagabend bis Sonntag um 16.30 Uhr das Wettkampfbecken gesperrt ist. „Der Badebetrieb im Freizeit- und Erlebnisbecken und auf den Freiflächen wird nicht eingeschränkt“, heißt es in der Pressemitteilung des Verbands. Und zum Trost gibt es für Badegäste die Möglichkeit, sich an den Kreativ- und Action-Angeboten zu beteiligen, die für das zeitgleiche Landesjugend-Treffen im Keldorado vorbereitet werden: Die AOK zum Beispiel stellt am Samstag einen Surf-Simulator zur Verfügung, außerdem gibt es Bastelangebote zum Thema „Kelten“.

Für derlei Zeitvertreib und für die Wettkämpfe selbst hat die DLRG Weltenburg als Gastgeberin keine Zeit: Organisieren und gleichzeitig teilnehmen – das wäre zu viel des Guten.

Zumal es auch abseits der Bayerischen Meisterschaften noch einiges zu tun gibt. „Zur Zeit läuft bei uns zum Beispiel die Ausbildung für den Bootsführerschein“, erzählt Florian Kolb. Der Wachdienst auf der Donau und die regelmäßigen Übungen sind ebenfalls zu gewährleisten – und leider auch immer wieder dramatische Einsätze zu bewältigen.

So rückten DLRGler zum Beispiel an Pfingsten in den Donaudurchbruch aus, um bei der Rettung einer verletzten Bergsteigerin für Rettungsdienst, Notarzt und Polizei den „Shuttledienst“ über die Donau zu übernehmen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht