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Region Kelheim
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Umweltaktion

„Geburtshilfe“ für Zander und Ramadama

Weniger Freiwillige als gedacht packten beim Kelheimer Kreisfischereiverein an. Raubfische im Kanal bekamen Laichhilfen.
Von Renate Beck

  • Absicht oder Vergessen? Damit könnte man sogar noch spielen... Foto: Beck
  • Über die Kaimauer der Kelheimer Schleuse werden Laichhilfen für Zander eingesetzt. Foto: Beck

Kelheim. Kelheim. Obwohl bereits im Vorfeld viele ehrenamtliche Helfer viele Kubikmeter Müll gesammelt hatten, gab es am Samstag für die Angler des Kreisfischereivereins Kelheim noch genug zu tun. 7 Uhr am Kelheimer Volksfestplatz: Kalt war es, der Ostwind pfiff um die Ecke. Trotzdem machten sich einige Vereinsmitglieder mit Abfallsäcken auf zum Arbeitseinsatz.

Die Uferstrecken des Main-Donau-Kanals ab Kastlhof bis zur Donaumündung, am Pflegerspitz, das Donauufer von Neustadt bis Maria Ort, die Abens von St. Johann bis Neustadt, Mauerner- und Irnsinger Baggersee gehören zu den Angelgewässern des Fischereivereins mit seinen etwa 2700 Mitgliedern. Wegen der geringen Teilnehmerzahl wurde dieses Jahr nur am Pflegerspitz, an der Donau zwischen Saal und Bad Abbach sowie an der Abens nach Abfall Ausschau gehalten.

Weggeworfene Windeln, Flaschen, Autoreifen, Schaumstoffteile, Sonnenschirme, Kinderspielzeug und mehr landeten in den Säcken.

Zeitgleich setzten Helfer an der Schleuse Gronsdorf wie bereits seit zehn Jahren Laichhilfen für Zander in den Main-Donau-Kanal. „Der Zander braucht Wasserpflanzen, an denen er seinen Laich anheftet“, berichtete der Vereinsvorsitzende Manfred Beck.

Auf dem gradlinigen, strukturarmen Kanal bilden sich keine Wasserpflanzen; eine natürliche Reproduktion sei hier nicht möglich. „Darum setzen wir hier die Laichhilfen mit den Borsten ein.“ Sie simulieren Wasserpflanzen, in denen der Zander seine Eier ablegt. Diese künstliche Hilfe wird laut seiner Aussage von den Fischen sehr gerne angenommen. „Diese Akzeptanz können wir seit Jahren anhand einer Unterwasserkamera feststellen.“

Das Ergebnis sei sehr positiv. Nach der Laichzeit werden die an Liegestühle erinnernden Kästen wieder aus dem Wasser gehoben und bis zum nächsten Jahr eingelagert. Damit sie trotz Strömung wieder auffindbar sind, wurden sie mit Steinen beschwert. „Mit dankenswerter Unterstützung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung können wir durch diese Aktion den Zandern zu Nachwuchs verhelfen.“

11 Uhr – das offizielle Ende der Müllsammelaktion. Am Vorplatz der Firma Pöppel holten die Freiwilligen den gesammelten Müll aus den Fahrzeugen. Der bereitgestellte Container füllte sich schnell. Die Entsorgungskosten übernimmt wie jedes Jahr der Landkreis.

Die Müllsammler standen noch eine Zeit lang in Gruppen beisammen und erzählten von ihren Funden. Auffällig viel Müll beseitigten sie an den Orten, wo sich bevorzugt Wochenend-Touristen aufhielten. Sie kritisierten Wildcamper, „die am Ende auch noch ein Boot dabei haben“ und ihren Abfall einfach liegen lassen.

Die Helfer fanden in so manchem Gebüsch von Hundehaltern entsorgte volle „Kottüten“.

Auch wilde Feuerstellen ärgerten sie. „Da liegen dann verkohlte Dosen im Feuer. Die meinen wohl, dass die verbrennen.“

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